01.09.2014, 13:59 Uhr | 0 |

MOBILES BEZAHLEN Das neue iPhone 6 ersetzt die Kreditkarte

Das iPhone 6 wird zur ersten digitalen Geldbörse mit Kreditkartenfunkion. Apple hat entsprechende Abkommen mit den Kreditkartengesellschaften Mastercard, Visa und American Express abgeschlossen und wird in die nächste Generation des iPhone eine Bezahlfunktion einbauen. Der Nutzer identifiziert sich mit seinem Finderabdruck.

Bezahlen im Modegeschäft
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Apple will im nächsten iPhone 6 eine Bezahlfunktion einführen. Dazu hat Apple ein Abkommen mit Mastercard, Visa und American Express geschlossen. Das Smartphone muss dann an der Kasse nur vor ein Lesegerät gehalten werden, per Fingerabdruck wird die Zahlung bestätigt.

Foto: dpa

Die Fahrt nach Bonn kostet 18,75 Euro. Der Automat akzeptiert Banknoten und Münzen, EC-Karte, Kreditkarten und in naher Zukunft auch Smartphones, die mit NFC-Chip und Fingerabdrucksensor ausgestattet sind. Das Smartphone wird, ähnlich wie die Oister Card in London, einfach vor einen markierten Punkt am Automaten gehalten und schon ist der Bezahlvorgang abgeschlossen.

Banken und Kreditkartenanbieter setzen auf diesen Near Field Connection genannten Standard zur Datenübermittlung beim bargeldlosen Zahlen. NFC hat eine Reichweite von wenigen Zentimetern, sodass Unbefugte praktisch keine Chance haben, die Daten zu stehlen, um Konten leerzuräumen.

Apples neues iPhone 6 soll das erste Smartphone sein, mit dem das Bezahlen nach dem NFC-Standard an Terminals der großen Kreditkartenanbieter möglich ist. Am 9. September präsentiert das Unternehmen das neue iPhone der Öffentlichkeit. Apple habe dazu Vereinbarungen mit den großen Kreditkartenanbietern Visa, Mastercard und American Express getroffen, so die amerikanische Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Der Kunde identifiziert sich als rechtmäßiger Besitzer des iPhones per Fingerabdrucksensor.

Android-Smartphones sind schon mit NFC ausgestattet

Das neue iPhone ist das erste, das Apple mit dem NFC-Sensor ausstattet. Andere mit dem Google-Betriebssystem Android verfügen bereits über diese Schnittstelle. Zum Bezahlen werden sie allerdings nur selten genutzt, sondern fast ausschließlich zur Datenübertragung zwischen Geräten wie Handy und Laptop.

Der Grund: Die Bezahlfunktionen sind noch stark eingeschränkt. So stattet zum Beispiel Samsung sein teuerstes Smartphone Galaxy S5 bereits mit NFC und Fingerabdrucksensor aus. Es ermöglicht mobiles Bezahlen aber nur im Rahmen der Ebay-Tochter Paypal. Allerdings wird Paypal von den wenigsten Geschäften als Bezahlweg akzeptiert.

Der Apple-Coup könnte dagegen die Einführung des mobilen Bezahlens beschleunigen. Denn es ist zu erwarten, dass Apple die Bezahlfunktion ausgesprochen einfach und nutzerfreundlich ausgestalten wird.

Aber auch die Kreditkartenunternehmen wollen das Bezahlen per Smartphone durchsetzen. Mastercard etwa hat festgelegt, dass Kartenterminals unter anderem in deutschen Geschäften, die nach dem 1. Januar 2015 aufgestellt werden, NFC-fähig sein müssen. Bis 2018 sollen auch alte Terminals nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Smartphone kann auch wie eine Geldkarte aufgeladen werden

Um wirklich sicher zu gehen, dass kein Unbefugter mit einem gestohlenen Smartphone auch noch Konten leerräumen kann, wird es auch möglich möglich sein, bestimmte Beträge aufzuladen, also Online-Abbuchungen beim Bezahlen zu vermeiden. Dann ist im schlimmsten Fall nur das Guthaben futsch. So funktioniert es beim Bezahlsystem für den Londoner Nahverkehr. Aufladbar sind die Oister Cards beispielsweise mit Hilfe der Kreditkarte.

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Von Wolfgang Kempkens
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