17.07.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Geldanlage Cleverer Fondskauf: Kosten runter, Rendite rauf

Ohne es zu wissen, zahlen Käufer und Inhaber von Fonds oft einige tausend Euro an Gebühren. Die Rendite sinkt dadurch erheblich. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, günstig an Fonds heranzukommen.

Geld profitabel anlegen ist gar nicht so einfach
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Das Anlegen von Geld ist nicht ohne Tücken und bisweilen kostenintensiv. Vor allem bei aktiv verwalteten Investmentfonds heißt es aufpassen.

Foto: dpa-Bildfunk

Viele Anleger ahnen gar nicht, wie teuer ihre Geldanlagen sind. Das gilt vor allem für aktiv verwaltete Investmentfonds. Die meisten Fonds kaufen Anleger bei ihrer Filialbank – wo sie besonders kostspielig sind. Dort ist sofort ein einmaliger Ausgabeaufschlag an die Bank fällig. Bei einem Aktienfonds beträgt diese Gebühr immerhin bis zu 5 % des Anlagebetrages.

Für den Kauf eines Anleihefonds kassiert die Filialbank in der Regel etwas weniger, rund 3 %. Der Ausgabeaufschlag fällt übrigens auch bei Fonds-Sparplänen an. In diesem Fall zieht die Bank die Gebühr von jeder monatlichen Einzahlung ab.

Nach dem Kauf sind jedes Jahr Gebühren für die Verwahrung des Fonds in einem Depot fällig. Deren Höhe richtet sich meist nach dem Depotvolumen, also des Wertes aller im Depot gelagerten Wertpapiere. Bis zu 150 € im Jahr sind keine Seltenheit.

Der dritte Kostenblock sind interne Gebühren zwischen 0,5 % und 2 % pro Jahr: Diese Kosten legt die Fondsgesellschaft für ihre laufende Arbeit fest und zieht sie direkt vom Fondsvermögen des Anlegers ab. Der merkt davon nichts, weil er nicht weiß, wie die Wertentwicklung seines Fonds ohne diesen Abzug aussähe.

Mehrere tausend Euro bei den Kosten sind vermeidbar

Die internen Gebühren lassen sich nicht vermeiden. Doch bei den anderen Posten (Depotgebühr und Ausgabeaufschlag) können Anleger sparen. Dabei geht es schnell um mehrere tausend Euro.

Wie sehr der Ausgabeaufschlag den Auszahlungsbetrag vermindert, verdeutlichen folgende Beispiele: Ein Anleger kauft für 50 000 € einen Fonds. Weil der Ausgabeaufschlag 3,5 % beträgt, gehen sofort 1750 € an die Bank. Der tatsächliche Anlagebetrag beträgt also nur 48 250 €.

Bei einer Laufzeit von 25 Jahren und einer angenommenen Rendite von 6 % – so hoch ist laut Fondsverband BVI für diese Laufzeit die Rendite eines Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland – kommt der Anleger dank Zins und Zinseszins auf einen Endbetrag von 207 082 €. Hätte der Anleger den Ausgabeaufschlag vermieden, könnte er später über 214 593 € verfügen.

Leicht nachvollziehen können Anleger dies mit dem BVI-Sparplanrechner (www.bvi.de). Es lohnt sich für Anleger also, beim Fondskauf auf die Kosten zu achten.

Direktbanken sind günstiger

Filialbanken sind beim Fondskauf wie erwähnt am teuersten. Hier zahlen Kunden fast immer den vollen Ausgabeaufschlag. Günstiger sind Direktbanken. Die Geschäfte dort werden zum Großteil über das Internet abgewickelt. Beratung gibt es selten. Dafür gewähren Direktbanken häufig Rabatte von bis zu 50 % auf den Ausgabeaufschlag. Auch die Depotgebühren sind oft moderat. Wer sich bereits für einen Fonds entschieden hat, kann also bei einer Direktbank wie ING Diba, DKB oder Comdirect viel Geld sparen.

Fast immer am günstigsten dürfte der Fondskauf über freie Fondsvermittler im Internet sein (siehe Kasten). Die meisten Fondsvermittler haben Zugang zu mehreren tausend Fonds. Und alle bieten hohe Rabatte auf den Ausgabeausschlag an – oft entfällt er sogar ganz.

Fondsvermittlern sollten sich aber nur Anleger anvertrauen, die ihre Anlageentscheidungen tatsächlich ganz ohne Beratung treffen können. Der Vermittler arbeitet in der Regel mit verschiedenen Depotbanken zusammen, die für die Anleger das Depot führen.

Auch die Konditionen der Depotbanken unterscheiden sich deutlich. Auch hier sollten die Anleger genau hinschauen. Bei fondsclever.de etwa entfällt die Depotgebühr erst ab einem Depotvolumen von 25 000 €. Bei fonds-super-markt.de ist das Depot ab 1500 € inklusive.

Fondsvermittler finanzieren sich meist nur über eine Bestandsprovision, die ihnen die Fondsgesellschaft jährlich zahlt. AVL etwa gibt diesen Satz mit "durchschnittlich 0,35 % der Anlagesumme pro Jahr " an. Die Bestandsprovision zahlt der Anleger, solange er den Fonds hält.

Investmentfonds gehören nicht zur Insolvenzmasse

Ein erfahrener Anleger, der einen Wunschfonds kaufen möchte, kann sich bei einem Vermittler erkundigen, ob er diesen Fonds anbietet und welchen Rabatt er auf den Ausgabeaufschlag gewährt.

Anschließend eröffnet er ein Depot bei einer Partnerbank des Fondsvermittlers. Verfügt der Anleger bereits über ein Depot bei seiner Hausbank, helfen viele Vermittler beim Depotwechsel.

Übrigens: In puncto Sicherheit bereiten aktiv verwaltete Investmentfonds keine schlaflosen Nächte. Ist das Geld nämlich in einen Fonds investiert, gilt es als Sondervermögen. Im Fall einer Pleite gehört es damit nicht zur Insolvenzmasse.

Fazit: Mit wenig Aufwand können Anleger die Kosten eines Fondskaufs deutlich reduzieren. Vor allem bei größeren Beträgen und langen Laufzeiten winkt so ein Vorteil in Höhe von mehreren tausend Euro.  

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Von Stefan Terliesner | Präsentiert von VDI Logo
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