11.04.2014, 16:17 Uhr | 0 |

Ukraine-Krise ohne große Folgen Bundesbank: Nicht an niedriges Zinsumfeld gewöhnen

Die Bundesbank erwartet keine größeren Folgen der aktuellen Krise in der Ukraine für die deutsche Konjunktur. Allerdings deutet Vorstand Joachim Nagel an, dass die Zinsen in der Eurozone nicht auf Dauer so niedrig bleiben können.

Aktienhändler an der Frankfurter Börse mit Bildschirm über die Krimkrise
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Aktienhändler an der Frankfurter Börse mit Bildschirm, auf dem ein Bericht über die Krimkrise läuft: Die Bundesbank erwartet keine größeren Auswirkungen der Krise auf die deutsche Wirtschaft.

Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

„Da die direkte Vernetzung mit dem Land gering ist, erwarten wir keine größeren Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland oder dem Euroraum“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel im Gespräch mit den VDI nachrichten. Lediglich an den Finanzmärkten habe sich kurzeitig „eine höhere Volatilität“ gezeigt. Nur „für einzelne Unternehmen“ könnten die Krise und eine Verschärfung von Sanktionen stärkere Folgen haben.

Bundesbank erwartet 2 % Wachstum im nächsten Jahr

Mit der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland ist die Bundesbank derzeit sehr zufrieden. „Die jüngsten gesamtwirtschaftlichen Daten signalisieren ein starkes erstes Quartal 2014“, so Nagel. „Deutschland und seine Unternehmen sind allgemein gut aufgestellt und ich sehe keine Begründung für unmittelbare konjunkturelle Sorgenfalten.“

Auch dank des stabilen privaten Konsums rechnet die Bundesbank mit einem weiterhin stabilen Wachstum. „Wir haben im ersten Quartal des laufenden Jahres ein sehr robustes gesamtwirtschaftliches Wachstum gesehen. Das zweite Quartal dürfte dem wenig zurückstehen“, so Nagel. „Die Deutsche Bundesbank erwartet für 2014 insgesamt ein reales Wachstum von 1,7 %. Für 2015 gehen wir derzeit von 2 % Wachstum aus.“

Es kommt wieder zu einer Normalisierung der Geldpolitik

Zudem rät Nagel den Unternehmen, sich nicht mehr zu lange auf die aktuell sehr niedrigen Zinsen zu verlassen. „Als Bundesbanker werde ich natürlich keine Prognose abgeben. Aber meine Botschaft an die Finanzmärkte lautet: Gewöhnt Euch nicht zu sehr an das außergewöhnlich niedrige Zinsumfeld“, so Nagel. „Es wird wieder zu einer Normalisierung der Geldpolitik kommen – und zwar nicht nur in den USA, sondern auch im Euroraum.“

Gleichzeitig ließ Nagel aber offen, wann die Normalisierung der Geldpolitik beginnen könnte. „Die Kommunikation des Eurosystems zu dieser Frage ist klar: EZB-Präsident Mario Draghi hat vor Kurzem erneut die mittelfristige Orientierung der Geldpolitik bekräftigt, danach wird das niedrige Zinsniveau noch eine geraume Zeit andauern.“

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Von Axel Mörer-Funk
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