12.04.2013, 10:59 Uhr | 0 |

Hannover Messe 2013 Putin sieht sich mit Kritik konfrontiert

Nicht nur die positiven Konjunkturprognosen bestimmten Gespräche auf der Hannover Messe, sondern auch die Lage der Menschenrechte im Messepartnerland Russland.

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Nicht nur von der Frauengruppe "Femen" musste sich Putin auf der Hannover Messe Kritik anhören. Auch die Bundeskanzlerin äußerte sich kritisch zur Menschrechtslage in Russland.

Foto: dpa

"Sie hat mir gefallen", antwortete der russische Präsident Vladimir Putin auf die Frage nach einer Protestaktion der Frauengruppe "Femen" auf der Hannover Messe am Montag. Ohne deren Aktion, so der Präsident, würde man weniger über die Messe reden.

Am VW-Stand hatten Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel zunächst das Ein-Liter-Auto des Konzerns begutachtet, als plötzlich mehrere Menschenrechtsaktivistinnen auftauchten.

Eine der barbusigen Frauen kam sehr nah an Putin und Merkel heran, bevor sie von Sicherheitsleuten überwältigt wurde.

Putin, dessen Land in diesem Jahr Partnerland der Hannover Messe ist, musste sich mehrfach Kritik anhören. Bundeskanzlerin Merkel hatte bereits am Sonntag während der Messeeröffnung, ähnlich wie zuvor Friedhelm Loh, der Präsident des Elektroindustrieverbandes ZVEI, eine aktive Zivilgesellschaft in Russland angemahnt.

Merkel erneuerte ihren Appell am Montag. Es sei eine "Störung" der Arbeit der Nichtregierungsorganisationen (NGO), wenn etwa Festplatten kontrolliert werden. Eine lebendige Zivilgesellschaft könne nur entstehen, wenn diese Organisationen auch "ohne Angst und Sorge arbeiten können", natürlich auf Grundlage der Gesetze.

In ihrer Eröffnungsrede hatte die Kanzlerin bereits darauf hingewiesen, dass Politik die Wirtschaftsbeziehungen aktiv mitzugestalten habe. An den russischen Präsidenten Vladimir Putin gewandt, erklärte Merkel: "Deutsche Unternehmen erwarten für eine langfristige Kooperation Rechtssicherheit und motivierte Mitarbeiter in Russland."

Schließlich lagen Merkel und Putin auf einer Wellenlänge beim eigentlichen Thema, den Wirtschaftsbeziehungen.

Russland sei ein wichtiger strategischer Partner, mit dem man intensivste Kontakte pflege, hob die Kanzlerin hervor. Putin betonte mit Hinweis auf die 160 russischen Firmen, die sich in Hannover präsentieren, die Wirtschaft seines Landes fühle sich in Hannover wie zu Hause.

Mit 6500 Ausstellern ist die Hannover Messe nach eigenen Angaben die größte seit zehn Jahren. Branchenverbände zeigten sich positiv gestimmt.

Ulrich Grillo, Präsident des Dachverbandes der Deutschen Industrie (BDI), prognostizierte für 2013 ein gesamtwirtschaftliches Wachstum (BIP) Deutschlands von 0,8 %. Für die Elektroindustrie kommentierte ZVEI-Präsident Friedhelm Loh: "Wir erwarten 1,5 % Produktionswachstum."

Für die Branche Maschinen- und Anlagenbau sagte der Hauptgeschäftsführer des VDMA, Hannes Hesse: "Trotz aller Unsicherheiten bestätigen wir unsere Prognose für 2013 von 2 % Produktionswachstum."   dapd/RUS

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Von dapd/Rudolf Schulze | Präsentiert von VDI Logo
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