14.01.2014, 08:49 Uhr | 0 |

Maschinenbau im Aufwind Hersteller erwarten Rekord-Produktionswert von 203 Milliarden Euro

Das neue Jahr könnte für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau unter einem guten Stern stehen: Hersteller erwarten einen Rekord-Produktionswert von 203 Milliarden Euro. Auch die Exportindustrie erwartet 2014 weitere Zuwächse.

Getriebeproduktion bei ZF
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Der Maschinen- und Anlagenbau erwartet 2014 ein neues Rekordjahr. Der Wert der Produktion könnte auf den neuen Höchstwert von 203 Milliarden Euro steigen.

Foto: dpa/Felix Kästle

Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer erwarten nach der insgesamt durchwachsenen Entwicklung 2013 für 2014 wieder anziehende Umsätze. „Die Unternehmen blicken zuversichtlich in das Jahr 2014“, erklärt Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Der DIHK gehe davon aus, dass der Export dieses Jahr um vier Prozent wachse, 2013 betrug das Wachstum nur ein Prozent. Zurückzuführen sei diese Dynamik auf das Ende der Rezession in Europa, die wirtschaftliche Stabilisierung der Schwellenländer und den weiterhin steigenden Optimismus in den USA.

Der Blick auf einen Dreimonatsvergleich des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) relativiert dieses Bild etwas. Von September bis November 2013 legte der Heimatmarkt zwar um fünf Prozent zu, gleichzeitig gingen aber die Auslandsaufträge um sieben Prozent zurück. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers zieht daher eine durchwachsene Bilanz: „In der für die Konjunkturbeobachtung aussagekräftigen Verlaufsbetrachtung bestätigt sich das Bild einer sich erholenden Inlandsnachfrage, während bei den Auslandsaufträgen ein klares Aufbruchsignal noch auf sich warten lässt.“ Unterm Strich gibt es aber Grund zur Freude: Denn die deutschen Maschinenbauer rechnen 2014 mit einem Produktionsplus von drei Prozent und einem Rekordproduktionswert von 203 Milliarden Euro.

Handelsbarrieren erschweren Markteintritt in Russland, China und Brasilien

34 Prozent der Unternehmen träfen bei grenzüberschreitenden Geschäften allerdings mehr denn je auf Barrieren, sagt Treier. Zölle und Importsteuern seien längst nicht mehr die einzigen Hindernisse. Viele Betriebe kämpfen bei ihrem Markteintritt auch mit lokalen Zertifizierungs- und verstärkten Sicherheitsanforderungen – besonders in Russland, China und Brasilien. „Geschäfte in Milliardenhöhe gehen damit verloren“, kritisiert Treier. Fast jedes zweite Unternehmen des Fahrzeugbaus sieht sich als Opfer dieser Praktiken, im Maschinenbau jedes Vierte.

„Der Schlüssel für das Wachstum des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus liegt in den etablierten Märkten, und hier vor allem in Europa“, erklärt VDMA-Präsident Reinhold Festge. Die Euro-Zone habe die Rezession überwunden, jetzt müsse man in Deutschland wieder mehr investieren. „Und zwar nicht nur in Straßen und Brücken, sondern eben auch in Maschinen und Anlagen, in Forschung und Entwicklung, in Bildung und Ausbildung. Denn nur so bleibt Deutschland auch künftig ein wichtiger, unverzichtbarer und damit erfolgreicher Bestandteil nationaler und globaler Wertschöpfungsketten.“

Angestelltenzahl im Maschinenbau könnte 2014 Millionengrenze knacken

Die Zahl der Angestellten im Maschinenbau könnte 2014 erstmals die Millionengrenze überschreiten, meldete der VDMA im Dezember. „Wir rechnen mit rund 988.000 Personen zur Jahreswende. Das sind 10.000 Beschäftigte mehr als im Dezember 2012“, erklärt VDMA-Präsident Reinhold Festge. Für 2014 rechne der Verband mit einem weiteren moderaten Zuwachs von 2000 bis 5000 Beschäftigten. „Aus heutiger Sicht ist eine auf den Punkt gebrachte Beschäftigungsschätzung noch nicht möglich, da eine solche Prognose auch stark von den Erwartungen der Unternehmen für 2015 abhängt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir die Marke von einer Million Beschäftigten überschreiten.“ 

Die deutsche Exportwirtschaft insgesamt hat nach einem Durchhänger im ersten Halbjahr 2013 mittlerweile wieder Tritt gefasst. Deutsche Produzenten haben laut Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden von Januar bis November Waren im Wert von einer Billion Euro ins Ausland verkauft. Der Außenhandelsverband BGA sieht 2014 optimistisch entgegen. Exporte würden um bis zu drei Prozent wachsen und ein neues Allzeithoch von 1142 Milliarden Euro erreichen.

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Von Patrick Schroeder
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