21.03.2014, 11:42 Uhr | 0 |

Abhängigkeit von russischem Gas Krim-Krise: Wirtschaft fordert Beschleunigung des Frackings in Europa

Den raschen Einstieg ins Fracking als Reaktion auf die Krise in der Ukraine und der Annektierung der Krim durch Russland hat der europäische Wirtschaftsverband „Business Europe“ gefordert.

Fracking in Pennsylvania
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Eine Ölbohrplattform bei Troy im US-Bundesstaat Pennsylvania, bei der nach der Fracking-Methode Öl gefördert wird: Emma Marcegaglia, Präsidentin des europäischen Wirtschaftsverbandes „Business Europe“ hat sich angesichts der Krim-Krise und der Abhängigkeit Europas von russischem Gas für einen raschen Einstieg Europas in die umstrittene Fördermethode stark gemacht. 

Foto: EPA

Der Verband, dem neben BDI und BDA weitere 39 nationale Wirtschaftsverbände angehören, hält es für notwendig, über Alternativen zu den russischen Gaslieferungen nachzudenken. „Unserer Meinung nach muss man sich auch in Europa endlich mit Schiefergas befassen – und jetzt ganz besonders im Hinblick auf die Krise in der Ukraine“, sagte die Verbandspräsidentin Emma Marcegaglia im Gespräch mit den VDI nachrichten. „Natürlich kennen wir die Sorge um die Methode des Frackings, aber Ideologie sollte uns nicht den Blick verstellen.“

Europa muss sich unabhängiger von russischem Gas machen

Europa müsse sich unabhängiger machen von russischem Gas. „Ich finde es an der Zeit, über Alternativen nachzudenken. Dazu gehört für mich auch die Erschließung von Schiefergas.“ Trotzdem trage die Wirtschaft den Beschluss der EU mit, gegen Russland Sanktionen zu verhängen. „Wir unterstützen Sanktionen, auch wenn europäische Unternehmen in Russland das vielleicht zu spüren bekommen.“

Schleichende Deindustrialisierung Europas wegen zu hoher Energiekosten

Besorgt äußerte sich Marcegaglia über die Höhe der Energiepreise in Europa, die zu einer schleichenden Deindustrialisierung Europas führten. „Wir erleben heute schon, dass Firmen abwandern, weil die Energiekosten zu hoch sind“, so Marcegaglia, Chefin des stahlverarbeitenden Familienkonzerns Marcegaglia. „Sie verlegen ihre Produktion etwa in die USA. Es ist ein leiser Abschied, den man bei den EU-Institutionen noch nicht begriffen hat. Bei den energieintensiven Industriezweigen fließen 40 % der Produktionskosten in Strom, Gas etc. Da verliert man dann leicht den Anschluss an die Konkurrenz.“ Auch deshalb müsse sich Europa mit dem Thema Fracking beschäftigen.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der digitalen und der Printausgabe der neuen VDI nachrichten.

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Von Axel Mörer-Funk
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