19.02.2016, 13:19 Uhr | 0 |

Embedded World 2016 51 % der Industriebetriebe erwarten Umsatzschub durch Industrie 4.0

51 % der Industrieunternehmen versprechen sich einen Umsatzschub durch Industrie 4.0. Das zeigt eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Und welche Wege führen ins Internet der Dinge? Das zeigt die Fachmesse Embedded World 2016, die vom 23. bis 25. Februar in Nürnberg stattfindet. 

Industrie 4.0 spielt auch bei Bosch eine Rolle
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Industrie 4.0 spielt auch bei Bosch eine Rolle: Ein Mitarbeiter überprüft im Werk in Immenstadt (Bayern) mit einem Tablet die Betriebsdaten von vernetzten Maschinen für Metallspritzguss. Die Industrie erhofft sich in den kommenden Jahren Milliardengeschäfte durch intelligente Geräte und Maschinen. 

Foto: Daniel Maurer/dpa

Die deutsche Industrie erwartet viel von Industrie 4.0: Rund die Hälfte der Industrieunternehmen (51 %), die Industrie-4.0-Anwendungen nutzen oder planen, erwartet dadurch eine Steigerung des Umsatzes. Jedes elfte Unternehmen (9 %) rechnet sogar mit einer Steigerung um mehr als 10 %. Das zeigt eine Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom, der 400 Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus der Automobilbranche, dem Maschinenbau, der chemischen Industrie und der Elektroindustrie befragt hat. Die restlichen 49 % der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass der Umsatz gleich bleiben wird. 

Und wie verbreitet sind Industrie 4.0-Technologien? Auch das zeigt die Studie. Demnach nutzen 62 % der Unternehmen in den industriellen Kernbranchen Anwendungen oder planen es zumindest. Ein Beispiel dafür ist Mercedes-Werk in Bremen, das mit intelligenter Vernetzung, Mensch-Roboter-Kooperation und digitaler Steuerung die Effizienz steigert. 

78 Milliarden € Produktivitätssteigerung bis 2025?

Industrie 4.0 könnte in Zukunft zu erheblicher Produktivitätssteigerung führen. Bis zum Jahr 2025 ermögliche die vierte industrielle Revolution allein in sechs volkswirtschaftlich wichtigen Branchen Produktivitätssteigerungen von insgesamt rund 78 Milliarden €, hat eine Studie des Fraunhofer-Institut IAO im Auftrag des Bitkom herausgefunden.

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Industrie 4.0 ist auf dem Vormarsch: 62 % der Unternehmen in den industriellen Kernbranchen nutzen Anwendungen bereits oder planen es zumindest. 

Foto: Ole Spata/dpa

„Wer heute die Weichen auf Industrie 4.0 stellt, verbessert seine Wettbewerbsposition und hat gute Chancen, Marktanteile zu gewinnen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dank IT könnten Unternehmen in der vernetzten Produktion noch besser auf die Anforderungen ihrer Kunden eingehen und hochindividualisierte Produkte genau nach deren Wünschen produzieren.

Industrie 4.0: Fabrik der Zukunft ohne zentrale Steuerung

Industrie 4.0 umschreibt den technologischen Wandel heutiger Produktionstechnik zur intelligenten Fabrik, in der Maschinen und Produkte untereinander vernetzt sind. Wenn Rohlinge und Maschinen in der Produktion in einen Dialog treten und die Abläufe bei der Herstellung weitgehend autonom steuern, könnte in der Fabrik der Zukunft die zentrale Fabriksteuerung sogar ganz entfallen.

„Jedes Rohprodukt erhält dann ein kleines Embedded System als Mikroserver mit Funkschnittstelle, das als sein digitales Produktgedächtnis dient“, zitiert Siemens Prof. Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken. „Es weiß genau, was aus dem Rohprodukt später werden soll, und ruft von den einzelnen Maschinen in der Fabrik selbstständig die benötigten Dienste ab."

Klar ist aber auch: Das ist ein Einfalltor für Hacker. Und genau davor haben viele Unternehmen Angst, wie eine Fraunhofer-Studie ergeben hat. 

Embedded Systems und Industrie 4.0 sind auch große Themen auf der Fachmesse Embedded World 2016, die vom 23. bis 25. Februar 2016 in Nürnberg stattfindet. 900 Aussteller aus 42 Ländern und 1600 Referenten werden den 25.000 erwarteten Fachbesuchern neueste Entwicklungen vorstellen. 

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Von Patrick Schroeder
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