16.04.2015, 12:56 Uhr | 0 |

Hannover Messe 2015 US-Hersteller wollen Deutschland bei Industrie 4.0 unterstützen

Der US-amerikanische Unternehmensverbund ICC hat auf der Hannover Messe angekündigt, mit der deutschen Plattform Industrie 4.0 zusammenarbeiten zu wollen. Ziel ist die Entwicklung internationaler Standards für die Fabriken der Zukunft. 

Industrie 4.0 ist Riesenthema auf der Hannover Messe
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Industrie 4.0 ist Riesenthema auf der Hannover Messe: Auf einem Tablet wird am Stand von Bosch Rexroth eine Maschine in Augmented Reality gezeigt. In der virtuellen Darstellung können Maschinenkomponenten hinzugefügt und getestet werden. 

Foto: Ole Spata/dpa

Sensible Roboter, die Hand in Hand mit Menschen arbeiten. Fahrerlose Transporter, die sich selbst ihren Weg suchen. Ein digitales Netzwerk, das alle Produktionsprozesse steuert und aus eigenen Fehlern lernt. All das sind die großen Visionen der Industrie 4.0, die auf der Hannover Messe in diesem Jahr allgegenwärtig scheint. Und weil schon fast die Hälfte der deutschen Industrie zumindest in Teilen die digitale Fabrik aufbaut, fragt man sich: Wie sehen eigentlich die Normen für all die neuen Produkte und Dienstleistungen aus? Und wer legt sie fest, national wie international? Wer gibt die Standards vor?

Unternehmensverbund ICC sucht Kooperation mit Deutschen

Das Industrial Internet Consortium (IIC) ist ein Verbund, der vor allem US-Unternehmen repräsentiert. Dessen Vorsitzender Richard Soley hat jetzt auf der Hannover Messe zur Freude der Deutschen angekündigt, dass das IIC bei der Entwicklung von Standards eng mit der neuen Plattform Industrie 4.0 zusammenarbeiten will. Dieses von der Bundesregierung angestoßene Forum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ergänze die Arbeit seines Verbundes ideal, sagte Soley der Nachrichtenagentur dpa.

Gerade für die Deutschen, die um ihre führende Rolle beim Megatrend Industrie 4.0 fürchten, ist das eine Beruhigungspille. Wenn starke Verbände wie das IIC die internationalen Normen alleine prägen würden, könnten deutsche Forscher und Entwickler darunter leiden.

Sicherheitsfragen stehen im Mittelpunkt

Überhaupt ist die Normung ein zwar sperriges, aber enorm wichtiges Thema. Welche Standards sollen vor allem beim Thema Sicherheit gelten? Sicherheit im mehrfachen Sinne: Die Verschlüsselung der Netzwerke in der digitalen Fabrik, die für Industriespionage ein ganz neues Einfallstor bieten können, ist ebenso ein Thema wie die Gefährdung von Menschen beispielsweise bei der engen Zusammenarbeit mit Robotern.

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Richard Soley auf der Hannover Messe 2015: Der Geschäftsführer des Industrial Internet Consortiums (ICC) kündigte an, eng mit der deutschen Plattform Industrie 4.0 zusammenarbeiten zu wollen. Ziel sind internationale Standards für die Fabriken der Zukunft. 

Foto: Ole Spata/dpa

Torsten Bahke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Instituts für Normung (DIN), sagte auf der Messe: „Wer jetzt seine realen und virtuellen Prozesse intelligent und vor allem sicher vernetzt, wird erfolgreich sein. Eine konzentrierte und koordinierte Standardisierung ist dafür ein essentieller Erfolgsfaktor.“

Neue Standards in nur wenigen Monaten

Das DIN, als Verein organisiert und seit jeher als Vertragspartner der Bundesregierung in Deutschland zentral für Normung zuständig, will mit neuen Verfahren vor allem auch Innovationen aus kleineren und mittleren Unternehmen einen schnellen Marktzugang verschaffen. Mit dem Produkt DIN SPEC habe man beispielsweise ein Instrument geschaffen, mit dem Technologien, Produkte oder Dienstleistungen in innovativen Themenfeldern wie zum Beispiel Industrie 4.0. innerhalb von wenigen Monaten standardisiert und somit schneller auf den Markt gebracht werden können.

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Von Werner Grosch
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