02.04.2014, 14:16 Uhr | 0 |

Hannover Messe 2014 Industrie 4.0 und intelligente Stromnetze sind große Themen

In vier Tagen ist es so weit: Dann öffnet die Hannover Messe 2014 ihre Pforten. Zuschauer aus aller Welt können im Livestream miterleben, wie zunächst VIP-Gäste die bedeutendste Industriemesse der Welt besuchen. Unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und natürlich BDI-Präsident Ulrich Grillo.

"Integrated Industry – Next Steps" ist das Motto der Hannover Messe 2014
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Bereits in den letzten Jahren präsentierten Hersteller auf der Hannover Messe smarte Maschinen und Anlagen. Jetzt geht es um die spannende Frage der Vernetzung und Standardisierung, die eine Industrie-4.0-Fabrik erst möglich macht. 

Foto: Hannover Messe

Die Hannover Messe widmet dem Thema Industrie 4.0 einen besonderen Schwerpunkt, also dem vernetzten und smarten Zusammenspiel der Maschinen und Anlagen in den Fabriken der Zukunft. Will aber noch mehr bieten. „Integrated Industry – Next Steps“ lautet das Motto der Hannover Messe 2014. „Wir beschreiben damit den Weg zur modernen Produktion und gleichzeitig die Transformation der Energiesysteme“, erklärte  Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG, im Interview mit den VDI nachrichten. „Als Hannover Messe ist es uns wichtig, dass wir diese beiden Schlüsselbereiche in das Motto einbeziehen.“

Branche geht entscheidenden Schritt zur vernetzten Industrie-4.0-Fabrik

Und so geht es dieses Jahr vorrangig darum, den Schritt von der Vision der smart factory zur realen vernetzten Industrie-4.0-Fabrik zu gehen. Den Grundstein für smarte Fabriken legten Hersteller mit neuen Maschinen und Anlagen bereits in den vergangenen Jahren. Im Fokus steht nun das Datenmanagement, IT-Systeme, die die Kommunikation zwischen Robotern, Werkstücken und Maschinen managen und auswerten.

Immer lauter wird auf einem wachsenden Markt smarter Industrieprodukte der Ruf der Fabrikleiter nach standardisierten Schnittstellen und Softwares, um Inbetriebnahme und Zusammenspiel der Anlagen verschiedener Hersteller zu vereinfachen. Ein großes Thema ist auch die Datensicherheit, sobald Vernetzungen über die Grenzen der eigenen Fabrik hinausgehen.

Intelligente Stromnetze bergen gigantisches Sparpotential

Auch das Thema Energie steht im Fokus der Hannover Messe. Es geht um die Frage, wie sich das bestehende System aus Großkraftwerken um hunderttausende Kleinkraftwerke ergänzen ließe, die mit Erdgas, Sonne, Wind und Biomasse zusätzliche Energie erzeugen. „Künftig werden intelligente Stromnetze und Endgeräte miteinander kommunizieren und so ein gewaltiges Energiesparpotential heben“, ist Messechef Köckler überzeugt.

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Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutsche Messe AG, bei der Auftaktpressekonferenz zur Hannover Messe. Die Industriemesse findet vom 7. bis 11. April 2014 statt. 

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Dazu müssten allerdings verschiedenste Branchen ihre Kompetenzen bündeln. „Als wirtschaftspolitisches Großereignis bietet die Hannover Messe allen beteiligten Unternehmen die ideale Plattform, um mit konkreten Lösungen die Transformation vom starren Energiesystem zum intelligenten Energienetzwerk voranzutreiben und mit Spitzenvertretern aus der Politik zu diskutieren“, verspricht Köckler.  

Mehr als 4872 Aussteller – so viele waren es 2012 – erwartet Messechef Köckler in diesem Jahr. Und damit weniger als 2013. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 6500 Unternehmen an der Industrieschau. Die genaue Zahl kenne er erst am Eröffnungstag, „wenn die Liste zugemacht wird“.

Continental und Robert Bosch beim Robotic Award 

Spannend wird es beim Robotics Award, der die überzeugendsten Roboterlösungen auszeichnet. Nominiert ist unter anderem Continental. Der Reifenhersteller aus Hannover hat gemeinsam mit dem Roboterhersteller preccon Robotics aus Bayreuth eine Anlage entwickelt, die mit Hilfe von Robotern automatisch aus Glattreifen Prototypenreifen schnitzt.

Konkurrent im Wettbewerb ist Robert Bosch. Das Stuttgarter Unternehmen hat eine Sensorhaut für Roboterarme konstruiert, damit Mensch und Maschine ohne Verletzungsgefahr zusammenarbeiten können. Die Sensorhaut veranlasst den motorisierten Arm zum sofortigen Notstopp, sollte der Mensch in die kritische Fünf-Zentimeter-Zone geraten. 

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Von Patrick Schroeder
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