04.04.2015, 12:00 Uhr | 0 |

Hannover Messe 2015 Industrie 4.0 ist Riesenthema unter den rund 5000 Ausstellern

Die Hannover Messe ist die größte Industrie-Leistungsschau der Welt: Auf dem weltgrößten Messegelände tummeln sich ab dem 13. April rund 5000 Aussteller. Megatrend ist Industrie 4.0, die digitale Vernetzung der Produktionsanlagen. 

Megathema der Hannover Messe 2015 ist Industrie 4.0
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Megathema der Hannover Messe 2015 ist Industrie 4.0: In sieben Hallen präsentieren Unternehmen Produkte und Dienstleistungen rund um die digitale Vernetzung der Produktionsanlagen. 

Foto: Hannover Messe

Die teils dramatischen Rückgänge der Aussteller- und Besucherzahlen im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts konnte die Hannover Messe zuletzt abfangen. Und so werden auch in diesem Jahr wohl an die 5000 Unternehmen ihre Produkte präsentieren. Offizielle Zahlen gibt es allerdings bislang nicht, obwohl die fünftägige Messe schon in knapp drei Wochen, am 13. April, startet. Der Grund ist einfach: Aussteller können sich immer noch anmelden. Die Organisatoren reagierten damit auf den Trend, dass Unternehmen sich immer kurzfristiger für die Teilnahme entscheiden.

Mit der Industrie 4.0 hat die Branche ein großes Thema gefunden, dass schon die CeBIT 2015 prägte. In sieben Hallen präsentieren Unternehmen alles rund um die Automatisierung von Fertigung und Prozessen. Hinzu kommen acht Sonderausstellungen zu Unterthemen wie Sensorik, Messtechnik und mobile Roboter. Allein zum letztgenannten Bereich präsentieren sich 13 Unternehmen – eines davon führt einen Serviceroboter vor, der selbstständig ein Ei kocht und Speisen aufwärmt. Der Hintergrund ist deutlich seriöser: Mobile Roboter werden in fahrerlosen Transportsystemen eingesetzt.

3D-Druck gewinnt an Bedeutung

Ein weiterer Schwerpunkt ist die sogenannte additive Fertigung, die noch sehr jung ist, aber schon eine große Bedeutung gewonnen hat. Dabei werden aus 3D-Modellen Produkte erzeugt, und zwar Schicht für Schicht, nicht etwa durch Abtragen oder Verformen von Materialien. Das ist eine Technik, die beispielsweise in der Metallindustrie Ressourcen und Energie einsparen kann.

Automatisierung und Vernetzung aller Prozesse, das ist der Kern der Industrie 4.0. Das bedeutet aber auch, dass die gute alte Fabrik plötzlich zum Objekt virtueller Angriffe werden kann – auch dies ist ein Schwerpunkt in Hannover. So präsentiert beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung in Karlsruhe ein IT-Sicherheitslabor, in dem potenzielle Angriffe auf Produktionsnetze nachgestellt werden können.

Energie ist ein weiteres wichtiges Stichwort in diesem Jahr. Alle großen deutschen Windkraftanlagenhersteller wie Nordex und Enercon präsentieren in Hannover neue, besonders leistungsstarke Anlagen mit teils mehr als sechs Megawatt Nennleistung. Hinzu kommen Entwicklungen, die die Ausnutzung von Primärenergie weiter verbessern. So wird beispielsweise eine neue Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung präsentiert, die die Abwärme noch zusätzlich ausnutzt und damit den Wirkungsgrad noch einmal erhöht.

Indien wirbt um Investoren und Partner

Wie schon die CeBIT mit China, so hat sich die Hannover Messe in diesem Jahr auch eine aufstrebende Weltwirtschaftsmacht als Partner gesucht: Indien ist mit rund 300 Unternehmen vertreten und will sich mit dem Slogan „Make in India“ vor allem als Standort für Investoren präsentieren. Eine eigene Leistungsschau steht nicht im Mittelpunkt, vielmehr wirbt Indien um Unterstützung auf dem Weg zu einer modernen Industrie und einer neuen Energieversorgung.

In den letzten zehn Jahren ist die indische Wirtschaft um jeweils zehn Prozent gewachsen, die Energie wird immer noch zu 60 Prozent aus Kohle gewonnen. Erneuerbare Energien und effiziente Produktion – dabei hofft Indien auf Hilfe gerade auch aus Deutschland, seinem wichtigsten Handelspartner in der EU.

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Von Werner Grosch
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