28.04.2016, 14:01 Uhr | 0 |

Tanken mit 900 bar Carsharing-Projekt: Mit Wasserstoff-Antrieb durch München

Alles redet aktuell von Elektroautos. Linde will dagegen endlich die Brennstoffzelle auf die Straße bringen. Ab Sommer rollen 50 BeeZero-Hyundais mit Wasserstoffantrieb durch München. Die Autos und eine verbesserte Tanktechnik stellt Linde derzeit auf der Hannover Messe vor.

Wasserstofftankstelle von Linde in Berlin
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Wasserstofftankstelle von Linde in Berlin: Das Unternehmen hat eine Tanktechnik für Wasserstoff entwickelt, die noch schneller und sicherer ist.

Foto: Linde

Nach Angaben des Technologiekonzerns Linde handelt es sich um die weltweit erste Carsharing-Flotte, die ausschließlich Brennstoffzellen-Fahrzeuge einsetzt. Unter dem Projektnamen BeeZero sollen ab Sommer 50 der emissionsfreien Autos in München bereitgestellt werden. Interessierte können die Fahrzeuge des Typs Hyundai ix35 Fuel Cell noch bis einschließlich Freitag auf der Hannover Messe ansehen und ausprobieren (Halle 27, Stand B71).

Da die Erzeugung von Wasserstoff in der Regel viel Energie benötigt, wird die Brennstoffzellen-Technologie nicht selten als nur mittelmäßig klimafreundlich angesehen. Linde betont, dass der für die BeeZero-Flotte verwendete Wasserstoff vollständig mit grünen Methoden erzeugt wird, bei denen nachwachsende Rohstoff zum Einsatz kämen. Somit sei das Konzept gänzlich CO2-neutral. Mit einer Tankfüllung Wasserstoff sollen die Hyundais 400 km weit fahren können. Damit hätten die 136 PS starken SUVs gegenüber klassischen Elektroautos eine deutlich höhere Reichweite.

Zwei Bauteile für effizienteres Tanken

Das Problem: Ähnlich wie bei Elektroautos gibt es nur wenige Möglichkeiten, sein Fahrzeug mit Wasserstoff aufzutanken. „Der erfolgreiche Aufbau eines Tankstellennetzes ist nur mit intelligenten und kosteneffizienten Lösungen in der Betankungstechnologie machbar“, sagt Markus Bachmeier, Leiter des Bereichs Hydrogen Solutions bei Linde.

Deshalb zeigt der Konzern in Hannover auch zwei Bauteile, die mehr Effizienz versprechen: ein ionischer Kompressor und eine sogenannte Kryopumpe. Bei ersterem übernimmt ein flüssiges Salz viele Funktionen eines herkömmlichen Metallkolbens. Seine Vorteile: Der Wasserstoff kann nicht durch Schmiermittel verunreinigt werden, außerdem werden Verschleiß und Platzbedarf reduziert sowie der Energieverbrauch.

Krypumpe verdichtet den Wasserstoff auf 900 bar

Die Kryopumpe ermögliche hingegen eine Verdichtung des zu betankenden Wasserstoffs auf bis zu 900 bar, so Linde. Im Unterschied zum ionischen Kompressor arbeitet die Pumpe mit tiefkaltem Wasserstoff, der bei minus 253 °C verflüssigt wurde. Somit eignet sich dieses Bauteil besonders für Anwendungen, bei denen auf minimaler Fläche und mit niedrigem Stromverbrauch ein hoher Durchsatz erforderlich ist.

Auf seinem Messestand zeigt Linde auch das sogenannte H2-Bike: ein brennstoffzellenbetriebenes Elektrofahrrad. Anders als die SUVs von Hyundai ist das Rad aber noch nicht serienreif, sondern bislang ein Prototyp. 

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Von Jan-Martin Altgeld
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