11.03.2015, 14:35 Uhr | 0 |

CeBIT 2015 Sicherheitsschleuse checkt Anordnung der Venen

Ein Arzt kann virtuell den Körper ertasten. Ein deutscher Kinobesucher in Nepal jeden Film verstehen. Ein Düsseldorfer ohne Verrenkungen ans Parkticket kommen. Das sind nur ein paar aus rund 5000 Innovationen, die ab Montag auf der CeBIT präsentiert werden. Mit dabei: eine Sicherheitsschleuse, die die Anordnung der Handvenen des Besuchers erkennt.

Sicherheitsschleuse Galaxy Gate
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Galaxy Gate: Die Sicherheitsschleuse erkennt die Anordnung der Handvenen des Besuchers. Das dürfte fälschungssicher sein.

Foto: PCS Systemtechnik

„Galaxy Gate“? Klingt nach einer SciFi-Serie aus den 90ern. Die Übersetzung macht es nicht besser: „mittels Handvenenbiometrie selektierende Sicherheitsschleuse zur autorisierten Personenvereinzelung“. Zu Deutsch: Ein Gerät, das die individuelle Biometrie der menschlichen Venen unter der Handinnenfläche erkennt – und so den Zugang zu gesperrten Bereichen regelt. Dabei muss der Besucher nicht einmal die Hand auflegen. Drüberhalten reicht. Das geht schnell und soll deshalb für alle Einrichtungen mit viel Publikum ideal sein, vom Flughafen bis zum Museum. Die PCS Systemtechnik GmbH präsentiert ihr „Galaxy Gate“ ab Montag auf der CeBIT.

Arzt kann virtuell tasten

„D!conomy“ ist das Motto der IT-Messe in diesem Jahr. Anders gesagt: Alles und jedes wird digital. Und so reicht die Palette der neuen Produkte von der Sicherheitstechnik im öffentlichen Raum über die Medizin und die Telekommunikation  bis hin zum guten alten Kino. Unternehmen, aber auch wissenschaftliche Institute zeigen in Hannover teils spektakuläre Entwicklungen.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Maximilian Klein steht am 10.03.2015 im Virtual Reality Labor des Welfenlab der Leibniz Universität in Hannover (Niedersachsen). Im Welfenlab werden neue Wege erforscht, verschiedene Gesundheitsdatenquellen in 3D-Grafiken anzuzeigen und zu bearbeiten. Das Welfenlab stellt dieses Jahr seine Forschungen auf der weltgrößte Computermesse Cebit aus. Foto: Ole Spata/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der wissenschaftliche Mitarbeiter Maximilian Klein steht am 10. März 2015 im Virtual Reality Labor des Welfenlab der Leibniz Universität in Hannover. Im Welfenlab werden neue Wege erforscht, verschiedene Gesundheitsdatenquellen in 3D-Grafiken anzuzeigen und zu bearbeiten. Das Welfenlab stellt dieses Jahr seine Forschungen auf der weltgrößten Computermesse CeBIT aus. 

Foto: Ole Spata/dpa

Ein Beispiel dafür: Die neue 3D-Technik aus der Leibniz Universität Hannover. Sie soll besonders präzise Operationen ermöglichen, indem sie etwa ein Bild aus der Computertomografie nicht nur dreidimensional darstellt, sondern fühlbar macht. Der Arzt kann also nicht nur sehen, wie beispielsweise ein Knochenbruch aussieht, sondern ihn in seinen echten Dimensionen ertasten.

Sichere Verschlüsselung von Gesprächen

Natürlich bleiben Datenverarbeitung und Kommunikation die Hauptthemen der CeBIT. Und dabei steht ganz oben: Sicherheit. Die Deutsche Telekom präsentiert eine neue Version ihrer Verschlüsselungstechnik für Handy-Gespräche und -Nachrichten, die „Mobile Encryption App“. Mit ihr sollen sogar sichere Telefonkonferenzen zu dritt möglich sein. Sie funktioniere im Gegensatz zu anderen Lösungen in jedem Telefonnetz, verspricht das Bonner Unternehmen.

Die Verschlüsselung soll besonders schwer zu knacken sein, weil sie für jedes Gespräch auf den verbundenen Smartphones neu generiert und nach Gesprächsende sofort gelöscht wird. Sogar die Polizei soll von dem Angebot profitieren können: „Die Einsatzmöglichkeiten der Lösung reichen von geheimen Vertragsverhandlungen oder Diskussionen zu Unternehmenszusammenschlüssen, über Forschung und Entwicklung bis hin zu Zeugenschutzprogrammen“, heißt es bei der Telekom.

Hacker beim Hacken beobachten

Um Datensicherheit geht es auch bei dem Produkt der Wiesbadener Sophos GmbH. Das "Project HoneyTrain" dient als Beispiel für die Simulation eines ungeschützten Steuerungssystems einer öffentlichen Transporteinrichtung, in diesem Fall einer Eisenbahn. Die Anwendung erlaubt es, Hacker bei dem Versuch, in das System einzudringen und dieses zu kompromittieren, zu beobachten und zu analysieren.

„Der Clou daran ist, dass das Szenario direkt auf eine kleine Modellbahn übertragen wird und so die Auswirkungen visuell erlebbar ablaufen können, ohne tatsächlich Menschenleben zu gefährden“, verspricht der Anbieter. Die im Laufe der Langzeitanalyse zusammengetragenen Daten könnten am Ende eine umfassende Auswertung der Hacker-Strategien ermöglichen und so helfen, Verteidigungsmethoden zu entwickeln.

Parken ohne Verrenkungen

Bei vielen Messe-Angeboten geht es allerdings einfach um Komfort im Alltag. So zeigt die kleine Kölner Firma Evopark eine Chipkarte, die derzeit in Düsseldorf praktisch getestet wird. Mit ihr soll es möglich sein, direkt in jedes Parkhaus einzufahren, ohne sich wie üblich nach einen Ticket recken zu müssen. An der Einfahrt wird der Chip erkannt, die Parkzeit online registriert und abgerechnet.

Ein besonderes Gimmick hat die Westsächsische Hochschule Zwickau mit ihrem Kooperationspartner „Greta & Starks“ entwickelt: Eine Datenbrille, die  Untertitel zu einem Film in verschiedenen Sprachen einblenden kann. Durch Datenverbindung mit dem Smartphone und eine entsprechende App soll das in Echtzeit funktionieren. Im Urlaub ins Kino gehen und den Film verstehen – das kann weltweit möglich werden.

E-Mail-Anhänge ohne Größenbeschränkung

Sehr praktisch für viele Internetnutzer könnte auch die Entwicklung des Schweizer Unternehmens SEPPmail sein. Sie umgeht die Größenbeschränkung beim E-Mail-Versand und soll unabhängig von der Größe der Anhänge auch noch eine sichere Verschlüsselung anbieten.

Weil die Anwendungsgebiete eben immer vielfältiger und die Datenmengen immer größer werden, arbeiten viele Unternehmen weltweit natürlich an besserer Übertragungstechnik. Forscher von Fujitsu präsentieren auf der CeBIT, wie die Datenübertragung per Licht anstatt herkömmlicher Kupferleiter funktionieren kann.

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Von Werner Grosch
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