18.03.2014, 13:45 Uhr | 0 |

Legohände drehen Zauberwürfel Weltrekord: Lego-Roboter löst Rubik-Würfel in 3,253 Sekunden

Zwei britische Ingenieure haben mit dem „Cubestormer 3“ in nur 3,253 Sekunden Rubiks Zauberwürfel gelöst. Der neue Weltrekordinhaber besteht aus Legosteinen und wird von einem Samsung Galaxy-Smartphone gesteuert. Die menschliche Bestzeit liegt bei 5,55 Sekunden.

Der Cubestormer beim Weltrekord
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Der Cubestormer 3 braucht nur 3,253 Sekunden, um einen Zauberwürfel zu ordnen. Die Rechenpower des neuen Cubestormer stammt von einem Galaxy S4 mit einer speziellen Android-Anwendung. Sie analysiert die Ausgangsstellung des Würfels und berechnet, welche Steine in welche Richtung gedreht werden müssen.

Foto: ARM

Für das menschliche Auge ist der neue Weltrekord ein denkbar kurzes Vergnügen, denn nach gut drei Sekunden ist schon alles vorbei. Ein Roboter, zusammengebaut aus Teilen des Lego-Mindstorms-Baukastens und gesteuert von einem Samsung Galaxy-S4-Smartphone, dreht die bunten Steine des Zauberwürfels in Rekordzeit an die richtige Stelle, so dass die Farbflächen an allen sechs Seiten einheitlich sind.

Was der ungarische Ingenieur Erno Rubik 1980 als Geduldsspiel erfand, ist längst zu einem Schnelligkeitswettbewerb geworden. Neuer Rekordinhaber ist seit dem 15. März der „Cubestormer 3“ oder besser gesagt, seine Entwickler. Die beiden Ingenieure David Gilday und Mike Dobson haben den Roboter in den letzten 18 Monaten in ihrer Freizeit gebaut und nun auf der Messe „The Big Bang“ in Birmingham mit sensationellem Ergebnis vorgestellt.

Schwierig war das Feintuning zwischen Motor und Smartphone

Damit schlugen die britischen Tüftler ihren eigenen Rekord von 5,27 Sekunden, den sie vor wenigen Jahren mit dem Vorgängermodell „Cubestormer 2“ aufgestellt hatten. Der Niederländer Mats Valk braucht zwar auch nur 5,55 Sekunden für die korrekte Lösung, aber die Maschine hat nun eindeutig die menschliche Konkurrenz aus dem Feld geschlagen. Die Rechenpower des neuen Cubestormer stammt von einem Galaxy S4 mit einem Exynos 5 Octa-Prozessor und einer speziellen Android-Anwendung. Sie analysiert die Ausgangsstellung des Würfels und berechnet, welche Steine in welche Richtung gedreht werden müssen.

Für den Bau der Motoren und Arme ihres Roboters verwendeten Gilday und Dobson Teile des Lego-Mindstorms-Sets, das weitaus mehr ist als ein reines Spielzeug. Damit konnten sie nicht nur die Lego-Steine programmieren, sondern auch Lego-Technik wie Elektromotoren, Zahnräder, Achsen und Pneumatik-Teile zu einem eigenen System kombinieren.

Der schwierigste und arbeitsintensivste Teil ihres Cubestormer-Roboters sei das Feintuning zwischen Smartphone und den Motoren gewesen, erklärten Gilday und Dobson. Die Bewegungen der Roboter-Arme müssen äußerst präzise funktionieren, damit der Würfel sich nicht verkantet, wodurch die Lego-Arme brechen könnten. „Wir wussten, dass der Cubestormer 3 das Potenzial hat, den bisherigen Rekord zu schlagen“, sagte David Gilnay. „Aber wenn der Roboter schneller arbeitet als das menschliche Auge dies nachvollziehen kann, besteht immer ein gewisses Risiko.“

„Der Roboter demonstriert, wie schnell das Samsung Galaxy S4 denken kann“

Am Ende aber hätten die vielen Stunden sich ausgezahlt, in denen sie den Roboter perfektionierten und den Motor mit der Software synchronisierten. „Unsere große Herausforderung wird nun sein, herauszufinden, ob wir sogar noch schneller werden können.“

Von der Leistung des verwendeten Smartphones sind die beiden britischen Ingenieure besonders überzeugt. „Der Roboter demonstriert, wie schnell das Samsung Galaxy S4 denken kann“, sagt David Gilday. „Das ist komplexer als es den Anschein hat, weil der Cubestormer 3 einen besonderen Würfel benutzt, der Drehungen erlaubt, bevor die Seiten voll in einer Linie stehen. Das heißt, dass der Roboter mit derselben Geschicklichkeit und demselben Urteilsvermögen arbeitet wie ein Mensch, der den Würfel dreht.“ Womit sich David Gilnay, Ingenieur beim Chip-Hersteller ARM, und Mike Dobson Ingenieur für Sicherheitssysteme bei Securi-Plex, in den nächsten Jahren in ihrer Freizeit beschäftigen, ist nicht schwer zu erraten.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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