27.01.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Olympia in Sotschi USA besorgt über Sicherheit ihrer 200 Sportler bei den Winterspielen

In den USA wächst die Angst vor Terroranschlägen während der Olympischen Spiele in Sotschi. Die Regierung schickt Kriegsschiffe ins Schwarze Meer, auf deutschen Stützpunkten stehen Evakuierungsflugzeuge bereit, Sportler engagieren private Sicherheitsfirmen. Doch die mangelnde Kooperation Russlands gefährdet die Sicherheitsvorkehrungen der US-Amerikaner. 

Russische Polizisten vor dem Skilanglaufzentrum Laura auf dem Psechako-Bergkamm.
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Russische Polizisten vor dem Skilanglaufzentrum Laura auf dem Psechako-Bergkamm. Dass sie zuverlässigen Schutz vor Terroranschlägen bieten können, bezweifeln immer mehr Menschen in den USA. Auch die Sportler sind beunruhigt und engagieren private Sicherheitsfirmen. 

Foto: dpa/Jens Büttner

Knapp zwei Wochen vor Beginn der 22. Olympischen Winterspiele äußern US-amerikanische Politiker, Sicherheitsorganisationen sowie Rundfunk- und Fernsehsender größte Bedenken an der Sicherheit in Sotschi. Aktuellen Meldungen zufolge sucht die russische Polizei derzeit weibliche Terroristen, die Selbstmordanschläge verüben sollen.

Washington entsendet zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

Die amerikanische Regierung hat bestätigt, dass zwei Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer ins Schwarze Meer fahren und vor der Küste vor Sotschi Wache halten werden. Zugleich stellt sie auf amerikanischen Flugplätzen in Deutschland zwei schwere Transportflugzeuge des Typs C-17 bereit, die Sotschi innerhalb von zwei Stunden erreichen und amerikanische Bürger evakuieren könnten.  

Das Problem derartiger Vorkehrungen ist allerdings, dass weder Schiffe noch Flugzeuge viel unternehmen können, wenn die Russen nicht zustimmen. Und dass sie im Notfall zustimmen, gilt bei der amerikanischen Führung als unwahrscheinlich.

Präsident Obama hat Putin amerikanische Abhörtechnik angeboten

Nach Angaben des Weißen Hauses hat der amerikanische Präsident Barack Obama in einem Telefongespräch dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die neueste amerikanische Abhörtechnik für den Einsatz in Sotschi angeboten. Das Problem besteht darin, dass diese Technik mit russischen Anlagen kompatibel gemacht werden müsste, um tatsächlich nutzbringend verwendet zu werden. Eine solche Anpassung ist bis Februar aber nicht mehr zu schaffen. Bisher scheint sich die Terrorabwehr der Amerikaner in Sotschi auf eine Handvoll FBI-Agenten zu konzentrieren.

Sportler treffen private Sicherheitsvorkehrungen

Zwei Sportlerteams aus den Vereinigten Staaten, die Skisportler und die Snowboarder, haben auf eigene Faust etwas unternommen, um ihre Sicherheit zu erhöhen. Beide Teams sind finanziell gut ausgestattet. Das erlaubt es ihnen, das amerikanische Unternehmen Global Rescue aus Boston für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu bezahlen.

Global Rescue ist eine Gesellschaft, die überwiegend Heimflüge von Unfallorten in aller Welt organisiert. Daneben konzentriert sie sich auch auf das Ausfliegen Bedrohter aus Terrorzonen. Wie das aus Sotschi geschehen könnte, darüber schweigt sich Global Rescue aus. Auch das amerikanische Olymische Komitee lehnt es ab, mit Journalisten über Sicherheitsvorkehrungen zu sprechen.

Andere amerikanische Sportler, etwa aus dem Eishockeyteam, haben ihren Familienangehörigen in den USA dringend abgeraten, mit ihnen nach Russland zu fliegen. Das Biathlonteam hat für den Notfall eine Reihe von Satellitentelefonen angeschafft. 

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Von Peter Odrich
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