01.04.2014, 12:33 Uhr | 0 |

Druckertinte reduzieren US-Regierung könnte mit anderer Schriftart 400 Mio. Dollar einsparen

Druckertinte ist teuer. Knapp 400 Millionen Dollar könnte die US-Regierung einsparen, wenn sie ihre Ausdrucke auf die sparsame Schriftart Garamond umstellen würde. Das errechnete jetzt ein amerikanischer Schüler.

Schüler Suvir Mirchandan
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Hat gut lachen: Der 14-jährige Schüler Suvir Mirchandan – hier im Telefon-Interview mit HuffPost live – ist über Nacht mit seinen Berechnungen zum Tintenverbrauch berühmt geworden. 

Foto: Screenshot ingenieur.de

Der 14-jährige Suvir Mirchandani aus Pittsburgh wollte zunächst nur wissen, warum an seiner neuen Schule die Ausdrucke viel länger waren als an seiner alten. Den Grund dafür fand er schnell: Die dort verwendete und gängige Schriftart „Times New Roman“ verbraucht viel Papier und viel Tinte. Alle Schriftarten sind unterschiedlich groß und unterschiedlich breit, damit füllen sie auch unterschiedlich viel Platz auf einer Seite und verbrauchen mehr oder weniger Druckertinte. Die „Times“ ist neben anderen Schriftarten eine der am häufigsten verwendeten. Durchgesetzt hat sie sich, weil sie gut lesbar ist.

Doppelt so teuer wie Chanel N°5

Druckertinte ist etwa doppelt so teuer wie die gleiche Menge des französischen Parfüms Chanel N°5– damit gibt es dort ein hohes Sparpotenzial. Suvir Mirchandani wollte genau wissen, wie hoch es ist. Mit Hilfe des Programms „APFill Ink Coverage“ ging er der Sache auf den Grund. Er verglich die „Times“ mit anderen Schriften. Das Ergebnis: „Garamond“ ­–benannt nach einem französischen Schriftsetzer aus dem 16. Jahrhundert – ist die sparsamste Schriftart. Allein Suvirs Schulbezirk könnte nach dessen Berechnung 21.000 Dollar einsparen, wenn an allen Schulen die Schrift umgestellt würde.

Von seinen Lehrern ermutigt, ging Suvir Mirchandani noch weiter und rechnete das Sparpotenzial für die US-Regierung aus. Knapp 400 Millionen Dollar, so sein Ergebnis, ließen sich durch die Umstellung auf „Garamond“ einsparen, wenn die US-Regierung alle Schriftsätze, die Behörden und Politiker drucken, künftig damit verfassen. Rund 30 Seiten druckt ein Bundesbediensteter in den USA durchschnittlich pro Tag.

Noch keine Reaktion von der Regierung

Der Schüler hat seine Berechnungen im „Journal for Emerging Investigators“ veröffentlicht, eine Publikation ehemaliger Harvard-Studenten. Die US-Regierung hat sich bisher dazu nicht geäußert. Suvir Mirchandani selbst hofft jetzt zunächst, dass möglichst viele Schulen das Prinzip von sich aus übernehmen. Es gäbe bereits viele Ansätze und sogar Richtlinien zum Einsparen von Papier, aber noch nicht von Druckertinte – das sollte sich langsam aber sicher einmal ändern, meint Suvir Mirchandani.

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Von Andrea Ziech
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