17.10.2014, 14:56 Uhr | 0 |

DEKRA gibt OK Schiris setzen heute Freistoßspray erstmals in Bundesliga ein

Ab heute kommt das umstrittene Freistoßspray auch im deutschen Profifußball auf den Rasen. Die Bedenken des TÜV sind ausgeräumt. Schiris sollen das Spray aber nur dann verwenden, wenn sie dadurch nicht die Spieldynamik stören. 

Erstmals versprühen Schiris in der Bundesliga das Freistoßspray
Á

Heute ist Premiere: Erstmals versprühen Schiris in der Bundesliga das Freistoßspray. Es löst sich nach 45 bis 120 Sekunden wieder auf. 

Foto: dpa

Die Zweitligisten VFL Bochum, SV Darmstadt 98, der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Kaiserslautern haben eines gemeinsam: Bei ihren Begegnungen am heutigen Abend dürfen die Schiedsrichter zum ersten Mal im deutschen Profifußball das sogenannte Freistoßspray verwenden. Morgen wird es erstmals auch in der 1. Bundesliga und der 3. Liga eingesetzt.

Der auf den Rasen aufgesprühte Schaum aus der Dose soll bei Freistößen garantieren, dass die nötige Distanz zwischen Schütze und Mauer eingehalten wird. 

Jeder Schiri hat 15 Dosen Freistoßspray bekommen

Das Schaumspray 915 Fair Play Limit eines argentinischen Anbieters wird im internationalen Fußball längst eingesetzt – so auch bei der WM in Brasilien und in den europäischen Ligen in Spanien, England, Italien und Frankreich. In Deutschland schaute der TÜV Rheinland nach einem von der Bild-Zeitung in Auftrag gegebenen Gutachten vor der endgültigen Einführung allerdings noch einmal genauer hin. Und fand einiges zu kritisieren: Das Spray enthalte möglichweise schädliche Konservierungsstoffe und habe einen hohen Treibgasanteil. Außerdem sei auf der Dose nicht ordnungsgemäß die Entflammbarkeit des Sprays gekennzeichnet.

Aus Sicht des DFB sind die Bedenken inzwischen ausgeräumt. "Die Frage der Etikettierung ist geklärt und die Bestätigung, dass diese der EU-Norm entspricht, erteilt, heißt es in einer Mitteilung des DFB. "Zudem hat die DEKRA dem Produkt inzwischen die notwendige Verkehrstauglichkeit zertifiziert", so Lutz Michael Fröhlich, Leiter der Schiedsrichterabteilung des DFB. 

Dynamik des Spieles soll nicht unterbrochen werden

15 Dosen hat jeder Schiedsrichter als Erstausstattung erhalten. Eine Dose mit 147 Millilitern Spray reicht für sechs Anwendungen. „Wir rechnen im Schnitt mit drei bis vier Anwendungen pro Spiel“, sagt Fröhlich. Nach der Halbzeit sollen die Schiris dann eine neue Dose verwenden.

Á

Eine Flasche fasst 147 Milliliter Freistoßspray – das reicht für sechs Anwendungen. Der DFB rechnet mit bis zu vier Einsätzen pro Spiel. 

Foto: dpa

Einsetzen sollen die Schiedsrichter das Spray nur dann, wenn die Dynamik des Spieles nicht gestört wird, betont Fröhlich. Wenn die angreifende Mannschaft den Freistoß in Nähe des Strafraumes schnell ausführen wolle, kommt der Schaum eher nicht zum Zuge. Hat sich der Schiri dazu entschieden, das Spray zu verwenden, wird er die Position des Balles mit einem kleinen Teilkreis markieren und dann durch Abschreiten die korrekte Distanz für die gegnerische Mauer ermitteln. Dort zieht er dann mit dem Spray eine Linie, hinter der die Spieler zurückbleiben müssen. Nach 45 bis 120 Sekunden löst sich der Schaum auf.

Schiris wollen, dass die Torlinientechnik eingeführt wird

Laut DFB hätten diejenigen Schiedsrichter, die das Spray bereits bei internationalen Spielen verwendet hätten, ein positives erstes Fazit gezogen. Aber eigentlich wollen die Schiedsrichter in der Bundesliga noch etwas anderes als das Spray. „Wichtiger wäre uns, dass die Torlinientechnik in der Bundesliga eingeführt wird“, sagt Herbert Fandel, Vorsitzender der DFB-Schiedsrichter-Kommission.

Anzeige
Von Gudrun von Schoenebeck
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden