07.04.2014, 16:16 Uhr | 0 |

ROBOCUP IN MAGDEBURG Roboter Lisa soll im Haushalt helfen, während GiGo saugt

Roboter können immer besser kicken, Katastrophen aus der Luft überwachen, Staub saugen und Essen verteilen: Service- und Rettungsroboter werden immer leistungsfähiger, wie der Robocup gezeigt hat, der am Wochenende in Magdeburg zu Ende gegangen ist. Als Kicker machen Roboter sogar richtig Spaß.

Leise brummend fahren schon tausende Staubsauger völlig selbstständig über Teppiche und Parkettböden. Ebenso autonom mähen deren Roboterkollegen den Rasen. Andere putzen Fenster oder reinigen den Swimmingpool. Serviceroboter sind auf dem Vormarsch und ihre Fertigkeiten werden immer besser. Das bewiesen 950 Teilnehmer aus 16 Nationen in Magdeburg im Wettbewerb um die 13. Deutschen Robotermeisterschaften, die am Wochenende zu Ende gegangen sind.

Besonders spektakulär waren die Matches, die die Fußballroboter ausgetragen haben. Rollten die Fußballer vor Jahren noch wenig zielführend über das Spielfeld, ähneln ihre Bewegungen heute denen echter Kicker. Wie diese laufen manche auf zwei Beinen, wenn auch nicht so schnell. Und zugegeben auch längst nicht so athletisch.

156 Schülerteams beim Robocup in Magdeburg

156 Schülerteams schickten ihre selbst gebauten Fußballer zum 13. Robocup German Open. Manche dieser seelenlosen Kicker vertragen sogar leichte Schubser, ohne umzufallen. Sie berechnen blitzschnell einen Ausfallschritt, der ihnen die Stabilität zurückgibt. Als besonders gute Konstrukteure entpuppten sich die Schüler des Magdeburger Werner-von-Siemens-Gymnasiums. Sie erreichten den Deutschen Meistertitel in der Junior-Rettungsklasse B. Meistertitel gingen auch an die Universität Bremen, die Freie Universität Berlin und die RWTH Aachen.

Fußballroboter sind weit mehr als Spielzeuge. Viele halten sie für die Krönung der Zunft. Die Koordination ihrer Bewegungen und ihre Sensoren, die Augen und Tastsinn nachbilden, sind äußerst anspruchsvoll. Wer gute Fußballroboter bauen kann, schafft auch leistungsfähige Serviceroboter.

Roboter „Lise“ hat einen Helfer: den Staubsauger GiGo

„Lisa“ ist einer von ihnen. Entwickelt wurde sie von Studenten der Universität Koblenz-Landau. Sie kann Gegenstände festhalten und transportieren. Sie hat sogar einen Untergebenen: GiGo, ein Staubsauger, der von Lisa per Funk gesteuert wird. Weiterentwickelt soll Lisa zahlreiche Aufgaben im Haushalt übernehmen.

Das ist der Weg zum Serviceroboter nicht mehr weit, der Pflegekräfte von Standardaufgaben entlastet. In Krankenhäusern sollen Roboter Essen und Medikamente verteilen. Zwischendurch bringen sie die schmutzige Wäsche in die Waschküche.

Roboter als Retter bei Katastrophen

Zu den Schwerpunkten des Events auf dem Magdeburger Messegelände gehörten Rettungsroboter. Sie werden künftig eingesetzt, um Menschen nach Naturkatastrophen in unwegsamem Gebiet oder bei einem Großbrand zu finden.

Bei Unfällen in chemischen Fabriken sind sie oft die letzte Rettung, weil Menschen bestimmte Punkte nicht betreten können, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Meist rollen sie auf Raupenfahrwerken, sodass sie nahezu alle Hindernisse überwinden können.

Andere verschaffen den Einsatzkräften als fliegende Kundschafter einen Überblick über das Ausmaß von Katastrophen und Wege, die die Rettungskräfte nutzen können. Routinemäßig werden sie bereits in stillgelegten Kernkraftwerken und in der verstrahlten Atomruine von Fukushima eingesetzt. Ferngesteuert oder völlig autonom zersägen sie dort metallische Einbauten und Betonklötze. Menschen können sich dort nicht aufhalten. Sie würde innerhalb kürzester Zeit den Strahlentod sterben.

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Von Wolfgang Kempkens
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