26.06.2015, 12:52 Uhr | 0 |

Floating Record von Gramovox Plattenspieler spielt Vinyl in der Senkrechten ab

Gramovox aus Chicago hat ein Schmankerl für Vinylliebhaber: Floating Record – ein Schallplattenspieler, der Vinylplatten in der Senkrechten abspielt. Auf Kickstarter ist die Idee eine Riesenerfolg.

Floating Record im Einsatz
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Floating Record im Einsatz: Vinylliebhaber können ihre Platten senkrecht in den Plattenspieler einlegen. Er kostet 349 US-Dollar.

Foto: Gramovox

Der Schallplattenspieler Floating Record von Gramovox aus Chicago erreichte auf der Crowdfundingplattform Kickstarter innerhalb weniger Stunden das Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar. Mittlerweile haben über 1300 Unterstützer mehr als 500.000 Dollar in das Projekt gesteckt.

Das kann nur am Design liegen: Der Plattenspieler dreht das Vinyl in der Senkrechten – und erweist sich damit als stylisches Wohnaccessoire und als Showcase für Liebhaber, die ihre Plattensammlung im besten Licht präsentieren wollen. Fast alle Unterstützer wollen das Gerät haben – und zwar am liebsten in der Ausführung Walnuss. Alternativ gibt es das flache, 17x10 Zoll große Gehäuse in Ahorn.

So oder so: Um das Designerteil zu bekommen, müssen die Unterstützer 349 US-Dollar berappen – ohne Versand. Ein stolzer Preis, bekommt man gute Einsteigermodelle hierzulande für rund 200 Euro. Immerhin versprechen die Macher von Gramovox aus Chicago Hochleistungskomponenten und einen guten Sound. Doch beim Floating Record zahlt man vor allem fürs Design. Der Senkrecht-Plattenspieler ist ein echter Hingucker.

Verstärker und Lautsprecher sind integriert

Alles, was man zum Hören der Lieblingsplatte braucht, ist schon im Gerät drin. Integriert ins Gehäuse sind ein Verstärker und ein Entzerrer-Vorverstärker, der Eingangssignale auf den Arbeitsbereich des Verstärkers anpasst. Eingebaute Full-Range-Stereo-Lautsprecher versprechen einen ausgewogenen Sound.

Man kann den Plattenspieler aber auch an externes Gerät anschließen: Ein Schalter auf der Rückseite des Gehäuses erlaubt die Wahl zwischen Onboard- und Line-Out-Position. Die Line-Out-Position umgeht internen Verstärker und Lautsprecher und leitet das Signal vom eingebauten Phono-Vorverstärker direkt auf die Cinch-Buchsen. Über die kann man den Plattenspieler an eine Stereoanlage anschließen.

Beim Tonarm handelt es sich um einen Radialtonarm – wie bei handelsüblichen Plattenspielern mit horizontalem Plattenteller. Das heißt, dass der Tonarm sich um den Punkt dreht, an dem er gehalten wird, um das Tonarmlager. Eine Feder im Tonarm sorgt dafür, dass die Auflagekraft, also die Kraft, mit der die Nadel in die Rille der Schallplatte gedrückt wird, konstant bleibt – auch bei welligen Platten.

Drehzahlen für Langspielplatten und 7-Zoll-Platten

Die Umdrehungsfrequenz des Plattentellers wird manuell eingestellt, mittels eines ganz simplen Mechanismus‘, der obendrein das Design des Gerätes prägt: Ein flexibler Ring aus Silikon verbindet eine Spule am Gehäuse mit einer runden Plattenklemme, mit der die Schallplatte in ihrer Mitte auf dem vertikalen Teller festgehalten wird. Es gibt zwei Plattenklemmen, eine für Langspielplatten mit 33 ½ Umdrehungen pro Minute und eine für die kleineren 7"-Platten mit 45 Umdrehungen. Die Spule am Gehäuse wird von einem schallgedämpften Motor im Inneren gedreht und hat zwei Nuten unterschiedlichen Durchmessers. Je nachdem, über welche Nut der Silikonring geführt wird, dreht sich die Platte mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.  

Eine Weltneuheit ist der Senkrecht-Plattenspieler übrigens nicht. Schon zu Beginn der 80er Jahre baute Mitsubishi Schallplattenspieler, die das Vinyl in der Vertikalen abspielten. Betrieben wurden die allerdings nicht mit einem Radialtonarm, wie das Gerät von Gramovox, sondern mit einem technisch aufwendigeren Tangentialtonarm. Bei dieser Art Tonarm wird der Tonabnehmer auf einem Schlitten parallel zum Radius des Plattentellers mitbewegt.

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Von Susanne Neumann
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