02.01.2014, 17:22 Uhr | 0 |

Rettung per Helikopter Passagiere des Forschungsschiffs Shokalskiy sind auf dem Weg nach Hause

Seit Weihnachten saßen sie im Packeis der Antarktis fest. Jetzt können sich die Passagiere des Forschungsschiffs Akademik Shokalskiy wieder auf den Weg nach Hause machen. In einer vierstündigen Rettungsaktion wurden sie heute mit einem Hubschrauber ausgeflogen.

Die Passagiere der Shokalskiy sind gerettet
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In letzter Sekunde hatte der Sonnenschein dafür gesorgt, dass der Untergrund in der Nähe des Schiffs tragfähig genug für den Helikopter wurde. Die ausgeflogenen Wissenschaftler sind jetzt auf einem chinesischen Eisbrecher. Im nächsten Schritt fahren sie in Booten zu einem australischen Versorgungsschiff.

Foto: Screenshot ingenieur.de

52 Passagiere waren auf der Shokalskiy unterwegs. Wissenschaftler, Journalisten und Touristen folgten den Spuren des australischen Polarforschers Douglas Mawson. Die Aufzeichnungen, die er bereits vor mehr als 100 Jahren auf dieser Route gemacht hat, lassen heute noch Schlüsse über Klimaveränderungen in der Antarktis zu.

Die Gruppe war bereits wieder auf dem Rückweg nach Neuseeland, als das Schiff an Weihnachten im Packeis 2800 Kilometer südlich von Australien stecken blieb. Zwei Versuche scheiterten, die Shokalskiy mit Eisbrechern zu erreichen und das Schiff oder wenigstens die Besatzung zu befreien.

Und auch heute sah es zunächst nicht danach aus, als gingen die unfreiwilligen Ferien im Eis nun zu Ende. Die Vorbereitungen liefen schon auf Hochtouren, da kam in letzter Minute die Hiobsbotschaft: Das Eis sei an entscheidender Stelle nicht tragfähig, teilte die australische Seesicherheitsbehörde Amsa mit: „Es ist jetzt unwahrscheinlich, dass die Rettung heute erfolgt."

Helikopter brachte Wissenschaftler auf chinesischen Eisbrecher

Amsa startete dann aber doch die Rettungsaktion. Innerhalb weniger Stunden hatte der Sonnenschein dafür gesorgt, dass der Untergrund in der Nähe des Schiffs tragfähig genug für den Rettungs-Helikopter wurde. In mehreren Etappen brachte er die Passagiere auf den chinesischen Eisbrecher Xue Long – jeweils zwölf Fluggäste konnte der Helikopter bei jeder Tour mitnehmen.

Von der chinesischen Xue Long, übersetzt Schneedrache, aus werden sie im nächsten Schritt in Booten zum australischen Versorgungsschiff Aurora Australis gebracht. Erst Mitte Januar werden sie dann voraussichtlich in Australien ankommen. Die 22 Mann starke Besatzung wird allerdings weiter auf der Shokalskiy bleiben – so lange, bis das Schiff vom Packeis befreit ist und weiterfahren kann.

Keine Gefahr und keine Langeweile

Die Menschen an Bord der Shokalskiy seien in der Zeit, in der sie festsaßen, nicht in Gefahr gewesen, betonte das australische Rettungszentrum. Mit Hilfe moderner Medien hielten sie außerdem die Welt auf dem Laufenden über das, was sie im Packeis erlebten.

So berichtete Expeditionsleiter Chris Turney in einem Skype-Interview, dass sich einige Passagiere mit Näh- oder Salsakursen abgelenkt hätten. Und auch die Rettung der festsitzenden Menschen ist bereits dokumentiert und zugänglich, Turney veröffentlichte sein Handy-Video.

Ebenfalls einen Einblick in die Erlebnisse gibt ein Dokument anderer Art. Passagiere komponierten ein Lied über die Reise und luden es bei Youtube hoch. „Wir sind die Polar-Expedition und sind weit gereist und hatten viel Spaß beim Forschen im Eis. Viel Sturm und der Schnee ist fest wie ein Brett, aber die Pinguine hier sind wirklich sehr nett“, heißt es im Text.

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Von Andrea Ziech
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