03.06.2015, 10:15 Uhr | 0 |

45 t Gewicht Paris demontiert Liebesschlösser auf der Brücke Pont des Arts

Mit der Ewigkeit hat es ein Ende: Seit Montag entfernt Paris die Liebesschlösser von der Brücke Pont des Arts. Sie belasten die Brücke mittlerweile mit 45 t. Liebespaare sollten lieber ein Selfie auf der Brücke machen, schlägt die Pariser Stadtverwaltung vor. 

Die Fußgängerbrücke Pont des Arts trägt eine schwere Last
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Die Fußgängerbrücke Pont des Arts trägt eine schwere Last: Alle Vorhängeschlösser zusammen wiegen mittlerweile 45 t. Ein Problem ist auch der Rost, der auf die Brücke überspringt. 

Foto: Etienne Laurent/dpa

Tausende Verliebte aus aller Welt schworen sich ewige Liebe und brachten ein Vorhängeschloss an der berühmten Fußgängerbrücke Pont des Arts in Paris an. Den Schlüssel warfen sie in die Seine. Doch damit ist jetzt Schluss.

Etwa zwei Dutzend Arbeiter der Stadtverwaltung begannen am Montag mit der Demontage der Liebesschlösser. Eine Woche lang bleibt die Brücke wegen der Arbeiten geschlossen. Zuerst werden die Gitter abmontiert und durch Kunstwerke ersetzt. Im Herbst werden dann durchsichtige Plexiglasscheiben montiert. Durch die Umgestaltung der Brückengeländer soll das Anbringen neuer Schlösser unmöglich gemacht werden.

Brücke trägt 45 t schwere Last

Die Schlösser sind inzwischen zum Ärgernis der Pariser Politiker und Bewohner geworden. Sie zerstören nicht nur die Schönheit der seit 1975 unter Denkmalschutz stehenden Brücke, sondern können auch für die Besucher gefährlich werden. Experten warnen wegen des Gesamtgewichts von 45 t seit Jahren vor einstürzenden Gittern, die auf vorbeifahrende Boote fallen könnten.

Im Juni 2014 kam es bereits zu einem Vorfall, als ein 2,4 m langes Teil des Brückengeländers unter der Last der Liebesschlösser zusammenbrach. „Die Brücken nehmen Schaden durch das Gewicht der Schlösser und durch den Rost, der auf die Brückenkonstruktion überspringt“, erklärt auch die US-Amerikanerin Lisa Taylor Huff, die letztes Jahr eine Petition gegen die Liebesschlösser einreichte.

Der stellvertretenden Bürgermeister von Paris, Bruno Julliard, kann es kaum abwarten, dass die fast eine Million Schlösser entfernt sind und diese Hässlichkeit verschwindet, erzählt er der französischen Tageszeitung Le Monde. Außerdem verschmutzten die ins Wasser geworfenen Schlüssel auch noch die Seine.

Was mit den Vorhängeschlössern passieren wird, ist nicht bekannt. „Ich habe gehört, dass sie einfach weggeworfen werden. Aber ich finde, sie sollten zumindest in einem Museum ausgestellt werden, damit die Leute sie noch sehen können und sie nicht in der Mülltonne landen”, wünscht sich ein australischer Tourist.

Selfie statt Liebesschloss

Nach Abschluss der Abrissarbeiten will die Pariser Stadtverwaltung eine Kampagne starten und an die Touristen appellieren, künftig keine Vorhängeschlösser mehr an Brücken der Seine anzubringen. Ihre Liebe sollten sie lieber auf eine andere Weise ausdrücken. Beispielsweise mit einem Selfie auf der Brücke.

Davon hält Jean aus Marseille nichts. „Es ist ein Symbol, ein Schloss auf dieser Brücke anzubringen um seine Liebe zu besiegeln - hier in Paris, der Stadt der Liebe.“ Die Vorhängeschlösser sind auch für viele deutsche Städte ein Ärgernis

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Von Petra Funk
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