06.06.2014, 13:40 Uhr | 0 |

WWF zeigt neu entdeckte Arten „Mysterious Mekong“: Fliegende Riesen-Hörnchen und Geckos mit angeborenem Fallschirm

Ob Blattnasenfledermaus, Fallschirm-Gecko oder transparenter Fisch: Sie sehen skuril aus, wie einem Phantasie-Roman entsprungen. Doch es gibt sie wirklich. Ihre Heimat: Südostasien. Fotos und Details zu den skurilen Tiere veröffentlichte jetzt die Naturschutzorganisation WWF in ihrem Bericht „Mysterious Mekong“.

Griffin-Laubnasenfledermaus
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Die Griffin-Laubnasenfledermaus: Ihre grotesk anmutende Nase hilft beim Navigieren, quasi als Echolot.

Foto: Vu Dinh Thong/Institute of Ecology and Biological Resources Hanoi/WWF

Allein in einem Jahr sind entlang des südostasiatischen Mekong-Flusses mehr als 360 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt worden. Manche nehmen sich wie Science-Fiction-Schöpfungen aus. Von anderen existieren so wenige, dass sie eigentlich sofort als vom Aussterben bedroht gelten müssten.

Der Mekong ist besonders reich an neuen Tier- und Pflanzenarten

Für den auffallenden Arten-Reichtum der Mekong gibt es verschiedene Gründe. So tragen die beständige Wärme und Feuchtigkeit sowie der hohe Nährstoffgehalt des Mekongs und der umliegenden Waldgebiete in dem Tropengebiet zu einer besonders schnellen Weiterentwicklung bei.  Andererseits ist die Gegend bislang wenig erforscht. Das liegt laut Kathrin Hebel vom WWF vor allem an den vielen, häufig kleinen Länder entlang des Mekong. Teils riegeln sie sich gegeneinander ab, teils führen sie immer wieder bewaffnete Auseinandersetzungen untereinander.

All das kommt der Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt am Mekong nicht gerade entgegen. Die Hauptanrainer des Mekongs sind Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam sowie Yunnan, die südlichste Provinz der Volksrepublik China.

Besondere Lebensverhältnisse schaffen besondere Lebewesen

Die Lebensbedingungen entlang des Mekong haben zwangsläufig großen Einfluss auf die Entwicklung und Weiterentwicklung vieler Tier- und Pflanzenarten.

Dass beispielsweise die Augenlose Riesenspinne tatsächlich nicht sehen kann, erklärt sich daraus, dass sie nur in total dunklen Höhlen lebt – wo ihr Augen ohnehin nichts nutzen könnten. Die Blattnasenfledermaus zeichnet sich durch eine besonders fleischige Nase aus. Der Grund dafür ist, dass diese Nase ihr bei der Echolot-Navigation in den Wäldern entlang des Mekong besonders zugutekommt.

Die Schlange mit der Zorro-Maske nutzt diese zur Tarnung. Sie kann sich damit leicht im Unterholz der Mekong-Wälder versteckt halten. Dem Fallschirm-Gecko kommt diese für das  Tierreich ungewöhnliche Sonderausstattung besonders gelegen, wenn er an den Baumstämmen herab gleiten will. 

Bei anderen Tieren gibt es bislang nicht einmal Theorien, warum sie sich in der einen oder anderen Richtung entwickelt haben. Beispielsweise fehlt eine Idee, warum  der fast transparente Fisch seine Geschlechtsorgane direkt am Maul angeordnet trägt.

Seit 2008 wurden mehr als 2000 neue Arten entdeckt

Von den mehr als 360 Neuentdeckungen, die der jüngste Mekong-Bericht des WWF aufführt, betreffen 290 Pflanzen. Bei den aufgespürten Tieren handelt es sich um 28 Reptilien, 24 Fische, 21 Amphibien, drei Säugetiere und einen Vogel.

Der WWF Naturschutzorganisation veröffentlicht Jahr für Jahr Übersichten über von ihr wie von Dritten in der Welt entdeckten neuen Tier- und Pflanzenarten. Seit 2008 gibt es diese Übersichten speziell für die Mekong-Region in Südostasien. Seitdem sind insgesamt mehr als 2000 neue Arten veröffentlicht worden. 

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Von Peter Odrich
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