14.08.2013, 07:00 Uhr | 0 |

Ausstellung Mit voller Batterie voraus

Elektromobilität ist gefragter denn je. Um verständlich zu machen, was dahintersteckt, hat die Fraunhofer Gesellschaft ein interaktives Lernlabor zu dem Thema entwickelt. Noch bis zum 25. August erläutert die Ausstellung "Bewegung.Zukunft" in Nürnberg die Technik.

E-Fahrzeugmanufaktur am Fraunhofer-Forschungszentrum für elektrische Fahrzeugantriebe
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E-Fahrzeugmanufaktur am Fraunhofer-Forschungszentrum für elektrische Fahrzeugantriebe.

Foto: Fraunhofer IISB/Kurt Fuchs

Oma Duck tuckert damit bereits seit den frühen 50er-Jahren in Form eines Detroit Electric durch die Geschichten in Entenhausen. Die Rede ist vom Elektroauto. Das elektrisch betriebene Fahrzeug war damals besonders beliebt bei Frauen, da es nicht angekurbelt werden musste. Gegen den Verbrennungsmotor im Automobil konnte sich die Elektromobilität aber nicht durchsetzen.

Kernstück der Ausstellung ist das rote Fraunhofer Electro Concept Car Typ 0 

Das könnte sich nun ändern. "Das Elektroauto wird das iPhone der Automobilindustrie", war Robert Metzger, Veranstalter der eCar Tech Messe, schon 2010 überzeugt. Das Fraunhofer Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) will die Elektromobilität mit seiner Wanderausstellung "Bewegung.Zukunft – e-Mobilität begreifen" einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Das interaktive Informationslabor, das im Rahmen der Fraunhofer-Systemforschung Elektromobilität entstanden ist, zeigt in Ergänzung mit Exponaten vieler Unternehmen aus der Region Nürnberg aktuelle Trends und Szenarien für die Mobilität der Zukunft auf.

Ein Kernstück der Ausstellung ist das rote Fraunhofer Electro Concept Car Typ 0 (Frecc0 2.0). Das Elektroauto wurde auf Basis des Sportwagens Artega entwickelt und ist mit einem platzsparenden Radnabenmotor mit einer Leistung von 55 kW ausgestattet. Die Spulen des Motors sind nicht wie sonst üblich gewickelt, sondern mithilfe eines neuen Verfahrens gegossen. Mit Füllgraden von über 90 % kann somit der Bauraum des Wagens besser ausgenutzt werden. Mittels Torque Vectoring können die Räder einzeln abgebremst und beschleunigt werden. Das herstellerneutrale Frecc0 2.0 kann zudem induktiv geladen werden. Eine Ladestation ist für unterschiedliche Fahrzeuge verwendbar.

Besucher können selbst Hand anlegen

Der Besucher kann aber nicht nur Modelle ansehen, sondern bei den zehn Stationen zur Elektromobilität auch selbst Hand anlegen und sich über verschiedene Fortbewegungsmodelle informieren: angefangen von dem Elektromobil Frecc0 über Warentransporter wie einen motorisierten Tretroller oder einen Elektro-Pritschenwagen mit bis zu 80 km/h Höchstgeschwindigkeit bis hin zur straßenbahnähnlichen AutoTram, die bereits in Dresden fährt.

Auch wirtschaftliche Aspekte kommen dabei nicht zu kurz. Eine Darstellung der Anschaffungskosten für ein Elektrofahrzeug, die ohne Subventionen mit etwa 50 % bis 100 % über denen eines normalen Fahrzeugs liegen, wird ebenso abgebildet wie Anforderungen an die strukturelle Bewältigung des Verkehrsaufkommens durch Elektrofahrzeuge.

Selbst fahren darf der Besucher natürlich auch, nämlich durch die Zeit. An einer der Stationen kann man sich durch Meilensteine der Elektromobilität steuern und erfährt in einem kleinen Quiz, wer das Elektroauto erfunden hat.

Schautafeln im Comic-Design

Die historische Entwicklung von Batterien – angefangen bei der Galvanischen Zelle bis zur modernen Lithium-Ionen-Batterie – wird in einer Zeitleiste dargestellt. Ein Radnabenmotor kann virtuell in seine Einzelkomponenten zerlegt werden, ebenso wie die Funktionsweise einer Batterie anhand eines Moduls erklärt wird. Auch ein Konzept einer Smart City basierend auf Elektromobilität ist in der Ausstellung vertreten. Der Besucher kann hier ein virtuelles Auto per Finger auf verschiedene Standorte in der Smart City lenken, die beispielsweise über Projekte wie Carsharing, Ladesysteme für Elektroautos und das intelligente Stromnetz Smart Grid informieren.

In Ergänzung zu den Stationen präsentieren Schautafeln im Comic-Design Zahlen und Fakten etwa zu Energiebedarf und CO2-Emissionen und beantworten grundlegende Fragen rund um die E-Mobilität. Und neben dem Frecc0 2.0 werden straßentaugliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vor Augen geführt – von historischen Elektro-Fahrrädern, Rollern, dem ersten amtlich zugelassenen Solarmobil Deutschlands bis zum Stadtflitzer. Informationstafeln zu regionaler Vernetzung und öffentlichen Projekten runden die Ausstellung ab. 

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Von Nora Nuissl | Präsentiert von VDI Logo
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