10.12.2015, 12:30 Uhr | 0 |

Go-App Londoner Start-up Bitwalking zahlt für jeden Schritt

In London, Tokio, Kenia und Malawi startete dieser Tage ein ungewöhnliches Projekt. Das Londoner Start-up Bitwalking will Nutzern seiner „Go-App“ Digitalgeld für jeden getanen Schritt zahlen. Was steckt dahinter?

Symbolbild Bitwalking
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Das Londoner Start-up Bitwalking will Nutzern seiner „Go-App“ Digitalgeld für jeden getanen Schritt zahlen und damit auch Menschen in Entwicklungsländern zu einem geringen Einkommen verhelfen. 

Foto: Stephen Morrison/dpa

Die beiden Bitwalking-Gründer Nissan Bahar und Franky Imbesi wollen einerseits einen finanziellen Anreiz schaffen, damit Bewegungsmuffel etwas für ihre Gesundheit tun und andererseits Menschen in Entwicklungsländern helfen, ihr geringes Einkommen zu verbessern oder überhaupt etwas zu verdienen. Zahlreiche größere Unternehmen unterstützen das Projekt bereits.

Virtuelles Geld zum Einkaufen

Wer 10.000 Schritte läuft – das entspricht etwa acht Kilometern – hat sich einen Bitwalking-Dollar (BW$) verdient. Die beiden in London ansässigen Gründer Bahar und Imbesi betonen, dass es sich um „echtes Geld“ handelt, weil die Nutzer mit ihren Bitwalking-Dollars bei Händlern, die das Projekt unterstützen, einkaufen oder auch in einem Online-Laden bestellen können.

Jungunternehmer wollen Anreiz zum Laufen schaffen

Viele Millionen Menschen verrichten heutzutage ihre Arbeit sitzend vor dem Computer, was im Laufe der Zeit zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Andere Menschen dagegen sind ständig auf den Beinen und laufen jeden Tag viele Kilometer.

„Wenn es so viele Menschen gibt, die laufen, warum können sie damit nicht Geld verdienen? Auf der anderen Seite fehlt vielen Menschen der Anreiz sich mehr zu bewegen. Uns kam daher die Idee eine App zu entwickeln, die es den Nutzern erlaubt Geld zu verdienen, indem sie laufen“, erläutert Nissan Bahar.

Ungewöhnliche „Keepod-Idee“ ist bereits ein Hit

Es ist nicht die erste ungewöhnliche Geschäftsidee, die Bahar und Imbesi haben: 2014 stellten sie in Nairobi eine Art PC vor, der auf einen USB-Stick passt. Und in der Herstellung nur sieben Dollar kostet. Inzwischen wird der sogenannte Keepod in 87 Ländern benutzt.

Videoquelle: Keepod

Überzeugt haben sie auch schon mit ihrer Bitwalking-Idee: Japanische Investoren haben sich bereits mit mehr als zehn Millionen US-Dollar am Bitwalking beteiligt. Daneben verhandeln eine britische Bank und ein bekannter Schuhhersteller über ein Engagement.

Smartes Armband für die Go-App

Und der japanische Elektronikkonzern Murata entwickelt bereits ein spezielles smartes Armband, das die Go-App nutzen kann. Es soll eine Alternative zum Smartphone sein und unter anderem anzeigen, wieviel der Träger in der Bitwalking-Währung verdient hat.

Langfristig hoffen die Gründer zudem auf das Interesse von Sportartikelherstellern und Krankenversicherern. Schließlich besteht auch die Hoffnung, dass Firmen sich für das Projekt begeistern, um damit die eigenen Mitarbeiter zu einem gesünderen Lebensstil zu bewegen.

Mehr als drei Dollar am Tag sind nicht drin 

Die Go-App benutzt GPS–Ortung, ermittelt die Laufgeschwindigkeit und begrenzt das tägliche Einkommen auf drei Dollar am Tag, um Betrügereien zu verhindern. Denn nach vernünftigem Ermessen kann der Mensch maximal 30.000 Schritte am Tag erreichen. Es ist aber möglich zusätzliche Bitwalking-Währung zu kaufen.

Zwei Bitwalking-Börsen in Malawi eröffnet

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt und steht kurz vor einer schweren Nahrungsmittelkrise. Das durchschnittliche Einkommen auf dem Land beträgt nur 1,5 US-Dollar am Tag. Inzwischen wurden dort bereits zwei Bitwalking-Börsen eröffnet, die es Nutzern erlauben sollen, ihr Bitwalking-Einkommen in die örtliche Währung umzutauschen. 

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Von Peter Odrich
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