07.03.2014, 09:34 Uhr | 0 |

Toro-Bots im japanischen Gartenkonzept Künstler bringt dem Licht das Laufen bei

Ein Künstler hat dem Licht das Laufen beigebracht. Toro-Bots heißen die Beleuchtungsroboter, die derzeit durch den Garten des Institut Français in Tokio laufen.

Toro-Bots
Á

Sie leuchten in unterschiedlichen Farben und haben verschiedene Persönlichkeiten: Die Toro-Bots des Künstlers Alvaro Cassinelli.

Foto: Screenshot ingenieur.de/YouTube

Toro-Bot – das liest sich wie ein Spiel mit dem Wort Roboter. Und das ist es wohl auch. Ein naheliegendes noch dazu. Denn Toro heißen die steinernen Lampen, die traditionelle japanische Gärten beleuchten. Aus zwei dieser Lampen hat Alvaro Cassinelli, Künstler und Physiker an der Universität Tokio, leuchtende Roboter gemacht. Die Toros laufen auf vier Beinen in vier verschiedenen Gangarten – und jeder mit einer eigenen Persönlichkeit. Die ist einprogrammiert und sagt ihnen beispielsweise, ob sie auf einen Besucher des Gartens zu- oder lieber vor ihm weglaufen sollen.

Eigenständig, aber unter Kontrolle

Ansonsten bewegen sie sich eigenständig durch den Garten, aber nicht ohne Kontrolle. Die Toro-Bots haben Infrarot-Sensoren, mit deren Hilfe erkennen sie die Gegenstände und Personen in ihrer Umgebung. So ist gewährleistet, dass sie Besuchern nicht aus Versehen auf die Füße treten. Und für den Fall, dass sie sich dennoch in eine unerwünschte Richtung bewegen, können sie über ein Tablet ferngesteuert zum Umkehren gezwungen werden.

Die technische Basis der Toro-Bots ist ein PhantomX Quadruped Mark II des US-Herstellers Trossen Robotics. Das vierbeinige robotische Chassis wird von einem Arbotix-Robocontroller gesteuert, einem Arduino-kompatiblen Controller. Der Controller wird über das Tablet oder einen Computer gesteuert. Jedes der vier Toro-Beine hat drei Freiheitsgrade.

Die Datenübertragung läuft über Xbee. Kontrolliert werden die Toro-Bots außerdem mit einer Infrarotkamera, die sie auf ihrem Weg durch den Garten verfolgt. Sie ist an einen Computer angeschlossen, der wiederum die Toro-Bots dazu bewegen kann, auch komplexere Manöver durchzuführen.

Leuchtroboter für Harmonie und Gleichgewicht

Der Künstler Alvaro Cassinelli, der in Uruguay geboren wurde, in Frankreich Physik studierte und heute in Tokio arbeitet, hat die Toro-Bots für ein Gartenprojekt des Institut Francais in Tokio erfunden. Die laufenden Lampen sind sein Beitrag zur Weiterentwicklung des japanischen Gartenkonzepts. Die Toro-Bots sollen Teil von Harmonie und Gleichgewicht des Gartens sein. In jedem Fall können sie dafür sorgen, dass sich auch die Besucher des Instituts auch Dunkeln in jeder Ecke des Gartens zurechtfinden.

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Von Andrea Ziech
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