15.10.2015, 10:40 Uhr | 0 |

Ungewöhnliche Konstruktion Im Sattel fliegen: Ein Elektro-Bike für Inlinerskater

Es macht vor allem Spaß, mit dem FlyRad durch die Stadt zu flitzen. Man sitzt auf einem Sattel, hat Inliner an den Füßen und einen Elektromotor zur Hand, der einen fix durch die Gegend fegen lässt. Erfinder Thomas Rank tourt nun durchs Fernsehen, um sein Fungerät an den Mann zu bringen.

Der Medizintechniker und Inlineskater Thomas Rank aus Franken mit seinem FlyRad
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Der Medizintechniker und Inlineskater Thomas Rank aus Franken hat das FlyRad entwickelt. Es hat ein elektrisch angetriebenes Rad, einen Sattel und Lenker. Das Vorderrad wird durch Inlineskates ersetzt.

Foto: FlyRad

Wenn man das FlyRad zum ersten mal sieht, weiß man gar nicht, um was es sich handelt. Vielleicht ein Einkaufstrolley mit Elektroantrieb? Aber was soll dann der Sattel? Und der Lenker? Ja, das FlyRad ist ein Fortbewegungsmittel.

Strenggenommen ein Einrad mit Elektromotor. Aber da es so konstruiert ist, dass man nicht wie auf einem Einrad oben drauf sitzen kann, braucht man noch Inliner an den Füßen. Dann allerdings ist das FlyRad des Medizintechnikers und Inlineskaters Thomas Rank aus Franken ein echter Flitzer. Ein Spaßmobil, würden wir sagen. Und das Fahrgefühl erinnert ans Fliegen, meint Rank. Deshalb der Name. FlyRad.

Kombination aus Einrad und Inlineskates

Mit Inlineskates an den Füßen und dem FlyRad zwischen die Beine geht die Fahrt los. Am Lenkrad befinden sich Brems- und Gasgriff, wie bei einem Moped. Eigentlich fährt man im Stehen, oder besser noch in der Hocke. Bei Bedarf kann aber auch ein Sattel aus der Querstange gezogen werden – und schon kann man sitzen. Und das, obwohl das FlyRad ein Einrad ist und vorne, unter dem Lenker, das eigentlich notwendige Vorderrad fehlt.

Und trotzdem kippt man nicht vorne über, weil Rank zwei gepolsterte Flächen unterhalb des Lenkers montiert hat, die gegen Oberschenkel und Knie drücken. Und jetzt kommen die Inliner ins Spiel. Denn die nehmen die Kraft auf – fertig ist das Kombi-Fahrzeug aus Fahrrad und Inliner.

Ganz leicht ist das FlyRad allerdings nicht. Das Fahrmobil wiegt 21,5 kg inklusive Batterie. Es erreicht zwischen 15 und 40 km/h in der Spitze, abhängig von der Einstellung. Für den Antrieb sorgt ein 500-Watt-DC Radnarbenmotor. Der 48V 10Ah Lithium-Akku verspricht eine Reichweite von etwa 38 km. Innerhalb von zwei bis vier Stunden ist die Batterie wieder aufgeladen. Wer es eiliger hat, kann dank eines Akku-Schnellwechselsystems den Akku austauschen.

Man kann sich ziehen und schieben lassen

Zwar kann das FlyRad als Sportgerät genutzt werden, mit dem man sich in verschiedenen Positionen fortbewegen kann, die Spaß machen können. Insgesamt ermöglicht die Erfindung acht verschiedene Haltepositionen, die auch während der Fahrt verändert werden können. So kann man das FlyRad vor sich positionieren und als Zugmaschine nutzen. Man kann stehend fahren, in der Hocke, sitzend, kann sich schieben lassen.

Das erste FlyRad hat Rank schon 2011 gebaut, seitdem haben 19 handgefertigte FlyRäder ihre Liebhaber gefunden. Die müssen derzeit 1475 € für ein Exemplar ausgeben. 

Zwar spricht das Gerät vorrangig Inlineskater an, die dank des Elektroantriebs auch einige Kunststücke ausprobieren können. Rank hofft jedoch, dass das FlyRad auch interessant für Menschen wird, die sich mit einem umweltfreundlichen Fahrgerät fortbewegen wollen. Und wer sich nicht scheut, ein paar Wechselschuhe einzupacken, der kann mit dem FlyRad auch zum Arbeitsplatz skaten.

Um den Verkauf anzukurbeln, haben Thomas Rank und seine Frau das FlyRad bereits in der Start-up-Show „Die Höhle des Löwen“ auf Vox vorgestellt. Dort allerdings ohne Erfolg. Nun ist Rank weiter auf der Suche nach Investoren. Mit einer Investition von 50.000 € für 15 % der Firmenanteile möchte Rank den Vertrieb ausbauen. 

Allerdings ist Rank nicht der einzige, der auf ein elektrisch angetriebenes Einrad setzt. Ein kanadischer Ingenieur hatte eine ähnliche Idee – nur dass man auf seinem Einrad sitzen kann und keine Inline braucht. Aber deshalb dürfte es auch weniger Spaß machen.

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Von Petra Funk
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