06.03.2014, 09:00 Uhr | 0 |

Fotoausstellung in Duisburg „Ikiru – Weiterleben“: Bilder zur Fukushima-Katastrophe

Am dritten Jahrestag der Katastrophe an der japanischen Nordostküste, am 11. März 2014, wird in Duisburg eine Fotoausstellung mit dem Titel „Ikiru – Weiterleben“ eröffnet. Die 116 Bilder zeigen die Auswirkungen des Erdbebens, der Flutwelle und des Atomunfalls und erzählen vom Leben davor und danach. 

Verwüstung in Fukushima
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Vor drei Jahren verwüstete ein Tsunami, der nach einem Erdbeben entstanden war, die Küstenregion im Südosten Japans. Die Fotoausstellung, die am 11. März 2014 in Duisburg eröffnet wird, zeigt 116 Bilder von Profifotografen und Amateuren 

Foto: Kakichi Saijo

An einem Freitagnachmittag, dem 11. März 2011, veränderte sich das Leben der Menschen an der japanischen Nordostküste schlagartig. Zunächst bebte die Erde, dann folgte ein Tsunami, eine riesige Flutwelle, in deren Schneise der Zerstörung auch die Kernschmelze in drei Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima lag. Insgesamt forderte die Dreifachkatastrophe 18.000 Menschenleben. Rund 100.000 Menschen leben immer noch in Notunterkünften. Die Aufräumarbeiten werden noch Jahrzehnte dauern. Nun erinnert eine große Fotoausstellung an das Leben, wie es einst war, an das, was passierte und an das, was die Menschen tun müssen: „Ikiru – Weiterleben“.

Die Bilder zeigen Verwüstung, aber auch bewegende Momente in Notunterkünften

Organisiert hat die Ausstellung das Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen und sich zu diesem Zweck mit dem Japanischen Kulturinstitut und der Japan Professional Photographers Society zusammengetan. Die 116 Bilder stammen aber nicht nur von Berufsfotografen, sondern auch von Amateuren. Die dreiteilige Ausstellung beginnt mit der „Katastrophe“ und zeigt die grausame Seite der Natur, als der Tsunami das Land überrollte und alles mit sich riss. Im zweiten Teil mit dem Titel „Heimat“ lernt der Betrachter die Region vor der Katastrophe kennen. Die Fotos aus den Jahren 1954 bis 2010 zeigen eine Region, in der die Menschen von Fischfang und Landwirtschaft leben – und mit den Atommeilern. Eine dieser Alltagsszenen ist eine Demonstration gegen Kernkraft.

Ein Jahr nach dem apokalyptischen Desaster sind weitere Aufnahmen entstanden. Dieser dritte Teil gibt der Ausstellung ihren Namen „Ikiru“. Die Bilder zeigen Verwüstung, Trauer und Leid, halten aber auch bewegende Momente in Notunterkünften fest. Dort hausen Menschen, die alles verloren haben oder nicht in ihre Häuser zurückkönnen, weil sie in der Sperrzone um die Atomruine liegen. Menschen, die das Lachen nicht verlernt haben und auf eine bessere Zukunft hoffen. „Es wird niemals wieder so sein, wie es vor der Katastrophe war“, sagt Shizuka Ijûin, ein japanischer Schriftsteller und Überlebender der Katastrophe. „Wir sollten das Gefühl, überlebt zu haben, festhalten, und uns klar machen, wie wunderbar es ist zu leben.“

Kurzfilm über die Kinder der strahlenbelasteten Region

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wird auch ein fünfminütiger animierter Kurzfilm gezeigt. Der Film „Abita. Die Kinder von Fukushima“ zeigt ein kleines Mädchen, das wegen der erhöhten Strahlenbelastung nicht draußen spielen darf. Ihre Geschichte ist beispielhaft für das Schicksal von 360.000 Kindern in der Region. Shoko Hara und Paul Brenner haben sich in ihrer Abschlussarbeit an der Dualen Hochschule in Ravensburg mit diesem Thema beschäftigt.

Die Ausstellung wird am 11. März 2014 um 17 Uhr eröffnet. Veranstaltungsort ist der Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen, Forsthausweg, Gebäude LE, 7. Etage in 47057 Duisburg. Die Ausstellung läuft über drei Etagen und war nach ihrer Premiere in Tokio bereits auf mehreren Stationen in Österreich und Deutschland zu sehen. Die Präsentation ist montags bis freitags jeweils von 9-17 Uhr geöffnet. Außerdem nach Vereinbarung unter Tel.: 0203/3791942. Letzte Gelegenheit für einen Besuch ist der 22. Juli 2014.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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