19.07.2016, 11:26 Uhr | 0 |

Helfer aus dem 3D-Drucker Erfolgreich gärtnern ohne Rückenschmerzen

Das ist der Hit: Gemüse selber anbauen, voll biologisch ohne Pestizide und kein Unkraut auszupfen. Wie das geht? Mit Farmbot Genesis. Dieser Gartenroboter sät, wässert und sticht zielgenau Unkraut. Nur ernten muss der Hobbygärtner das Gemüse noch. Und natürlich ein leckeres Gericht daraus zubereiten.

Der FarmBot hat ganze Arbeit geleistet
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Der FarmBot hat ganze Arbeit geleistet. Erst jetzt bei der Ernte ist Handarbeit erforderlich. 

Foto: FarmBot

Es ist für viele Menschen ein Traum, Gemüse im Garten selbst anzubauen. Das zeigen die großen Erfolge der Projekte, in denen Bauern den Städtern Land zur Verfügung stellen und eine Palette verschiedener Gemüsepflanzen professionell aussähen. Der gärtnernde Städter besucht seine Parzelle regelmäßig, pflegt das Feld und erntet am Ende meist üppig. Doch oft endet die Liebe zur Gartenarbeit mit Rückenschmerzen. Denn wer eine üppige Ernte erzielen will, muss ziemlich gewissenhaft Unkraut jäten.

„Erster Open Source Farm-Roboter der Menschheit“

Nun bringt eine Erfindung aus den USA den perfekten Garten zurück in die Stadt. FarmBot Genesis heißt das Projekt und für seine Erfinder ist das pfiffige Gerät ganz unbescheiden der „erste Open Source Farm-Roboter der Menschheit“. Im Prinzip ist FarmBot Genesis ein vollautomatisches Hochbeet, das dem Hobbygärtner alle Arbeiten wie säen, wässern, jäten abnimmt. Nur für die Ernte muss der Hobbygärtner noch selbst ans Beet treten. 

Entwickelt hat den Gartenroboter Rory Aronson mit einem kleinen Team, das großen Wert darauf legt, dass sein Projekt ein offenes Projekt ist. Bauanleitungen und technische Spezifikationen sind für alle offen zugänglich, den Programmcode kann man herunterladen. Gefertigt wird der FarmBot Genesis mit einem 3D-Drucker. Der Roboter besitzt einen Arbeitsgreifer, der sich über das Beet bewegt. Das Gehirn des FarmBot Genesis ist ein Rasperry Pi, der zur Ansteuerung eines Arduino Microcontroller Boards dient. Der Arduino steuert den Arbeitsgreifer.

Wie im Computerspiel wird das Beet konfiguriert

Sind alle Teile ausgedruckt und montiert, kann der Hobbygärtner sein Beet mit der kostenlosen App konfigurieren. Wie bei einem Computerspiel werden die Pflanzen auf ein virtuelles Feld platziert. Salat, Paprika, Radieschen, Brokkoli, Fenchel oder auch Kürbis werden auf einem Rasterfeld verteilt.

FarmBot Genesis übersetzt das virtuelle Feld anschließend in die Realität des Hochbeets, indem er die entsprechenden Saatkörner mit seinem Arbeitsgreifer im jeweils richtigen Abstand in die Erde setzt.

Kamera lokalisiert Unkraut

FarmBot Genesis kennt nun den exakten Standort jedes Saatkorns. Der Gartenroboter erfasst auch die natürliche Regenmenge auf dem Beet. Nun kommt der Wässerungsaufsatz zum Einsatz. Damit wird jede Stelle im Beet präzise mit der richtigen Wassermenge bedacht, damit es dem entsprechenden Sämling unter der Erde richtig gut geht.

Besonders pfiffig: Mit einer Kamera lokalisiert der FarmBot Genesis lästiges Unkraut und kann dieses mit einer Art Tiefenbohrer auf Höhe des Wurzelwerks der Unkrautpflanze vernichten.

Nachhaltige Materialien verwendet

Roy Aronson und sein kleines Team haben für den FarmBot Genesis sehr auf die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien geachtet. Es kommen korrosionsfreies Aluminium, rostfreier Stahl und wetterbeständiger Kunststoff zum Einsatz, damit der Gartenroboter viele Jahre zuverlässig funktioniert.

Finanzierung gesichert

Derzeit sammelt Aronson Vorbestellungen für den FarmBot Genesis. Wer das Gerät bis Ende Juli 2016 bestellt, zahlt 2.900 US-Dollar plus 250 Dollar Versandkosten. Wenn die Produktion des FarmBot Genesis einmal angelaufen ist, soll das Gerät 1.000 US-Dollar mehr kosten.

Videoquelle: FarmBot

Das Crowdfunding für den Gartenroboter soll 100.000 US-Dollar einspielen. Schon jetzt steht der Zähler darüber und es sind noch 16 Tage Zeit. Es scheint ganz so, als würde der FarmBot Genesis bald Realität werden. Der Rücken dankt!

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Von Detlef Stoller
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