26.06.2017, 13:18 Uhr | 0 |

Ranking Lebenshaltungskosten Die zehn teuersten Städte der Welt

New York, Tokio, Dubai? Wo kostet das Leben für ins Ausland entsandte Mitarbeiter am meisten? Das ermittelt jährlich das Beratungsunternehmen Mercer. Und bewertet dafür die Preise für 200 Produkte und Dienstleistungen in 209 Großstädten weltweit. Die aktuell teuerste Stadt der Welt – sie liegt in Afrika. 

Luanda, Hauptstadt Angolas
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Luanda in Angola, eine der größten Städte Afrikas und die teuerste weltweit: Hier kostet eine möblierte Zweizimmerwohnung etwa 5.600 Euro im Monat. 

Foto: Michael Kappeler/dpa

Gerade für Ingenieure kann die Entsendung ins Ausland einen Riesensprung auf der firmeninternen Karriereleiter bedeuten. Doch zu welchem Preis? Für Unternehmen, aber auch für Regierungen, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, ist es äußerst interessant, die aktuellen Lebenshaltungskosten in den Metropolen zu kennen. Denn so können sie die Vergütungszulagen ermitteln, die sie ihren Mitarbeitern bezahlen – damit diese dort einen westlichen Lebensstandard genießen können.

Das sogenannte Cost-of-Living-Ranking von Mercer bietet diese Informationen. Für ihre weltweite Vergleichsstudie haben die Mitarbeiter des internationalen Beratungsunternehmens die Lebenshaltungskosten in 209 Großstädten bewertet. Die Zahlen zu den Lebenshaltungs- und Mietkosten der Mercer-Studie stützen sich auf die Wechselkurse von März 2017. Als Vergleichsbasis dient New York. Gut 200 Produkte und Dienstleistungen zog Mercer für das Ranking in Betracht – von der Miete über Nahverkehr, Kleidung und Lebensmittel bis zum Kinobesuch:

Platz 1: Luanda

Die Hauptstadt Angolas ist die teuerste Stadt der Welt. Nachdem Luanda 2016 bereits den zweiten Platz belegte, führt sie dieses Jahr das Ranking an. Mercer veranschlagte für die entsendeten Mitarbeiter in Luanda 5.600 Euro im Monat für eine möblierte Zweizimmerwohnung „in angemessener Nachbarschaft“ sowie 2,43 Euro für einen Liter Milch und 107 Euro für eine neue Jeans.

Angola ist einer der größten Erdölproduzenten Afrikas. Die Expertin für Auslandsentsendungen bei Mercer, Sandra Klement, erklärt die hohen Lebenshaltungskosten in Luanda so: „Der Kwanza notierte im Vergleich zum US-Dollar gegenüber 2016 zwar etwas schwächer, aber die Lebenshaltungskosten sind aufgrund der Sicherheitsrisiken und eingeschränkten Verfügbarkeit von sicheren und angemessenen Unterkünften immer noch vergleichsweise teuer.“

Platz 2: Hongkong

Hongkong, Spitzenreiter im vergangenen Jahr, rutscht 2017 auf Platz 2. Die Metropole mit über 7 Millionen Einwohnern ist eine Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Da in Hongkong freie Marktwirtschaft herrscht, ist Hongkong für viele multinationale Unternehmen ein interessantes Pflaster.

Platz 3: Tokio

Den dritten Platz im Mercer-Ranking belegt Japans Hautstadt Tokio. Damit kletterte die 9-Millionen-Einwohner-Metropole vom fünften Rang um zwei Zähler nach oben. Insgesamt sind unter den ersten zehn teuersten Städten der Welt in diesem Jahr gleich fünf aus Asien vertreten.

Platz 4: Zürich

Zürich darf sich rühmen, die teuerste Stadt Europas zu sein. Und mit den Städten Bern und Genf befindet sich die kleine Schweiz gleich dreimal unter den Top 10. „Neben der Abschwächung der europäischen Währungen im Vergleich zum US-Dollar ist ein moderater Anstieg der Inflation in vielen europäischen Städten unverkennbar. Dieser wirkt sich aber im Vergleich weniger stark aus“, kommentiert Ulrike Hellenkamp, Expertin für Auslandsentsendungen bei Mercer.

Menschen geniessen das Prachtswetter am 15.02.2017 im Unterland auf der Waid in Zürich (Schweiz) mit Blick auf die Stadt Zürich am Mittwoch, 15. Februar 2017. Foto: Walter Bieri/KEYSTONE/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Blick auf Zürich: In der größten Stadt der Schweiz zu leben ist laut Mercer-Ranking europaweit am kostspieligsten. 

Foto: Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

Der Währungseinfluss zeigt sich übrigens extrem stark beim russischen Rubel, der die Städte Moskau um 53 Zähler auf Rang 14 katapultierte und St. Petersburg sogar um 116 Plätze auf Rang 36.

Platz 5: Singapur

Die 5,6-Millionen-Metropole Singapur rutschte im Vergleich zum letzten Mercer-Ranking um einen Platz nach unten.

Platz 6: Seoul

Neu unter den Top 10 in diesem Jahr ist die 10-Millionen-Einwohner-Stadt Seoul. Im vergangenen Jahr positionierte die südkoreanische Hauptstadt auf Platz 15.

Platz 7: Genf

Der siebte Platz bedeutet für das mit 200.000 Einwohnern recht kleine Genf in der französischen Schweiz eine Steigerung um einen Platz gegenüber dem letzten Mercer-Ranking.

Platz 8: Shanghai

Die mit rund 23 Millionen Einwohnern riesenhafte chinesische Weltstadt Shanghai tauscht im aktuellen Ranking den Platz mit dem Zwerg aus der Schweiz.

Platz 9: New York City

Neu in den aktuellen Top-Ten im Cost-of-Living-Ranking ist die US-amerikanische Metropole New York City. Im letzten Mercer-Ranking landete die mit 18,9 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika auf Platz 11.

Platz 10: Bern

Mit rund 140.000 Einwohnern ist Bern die kleinste Stadt unter den Top 10. 

Die teuerste deutsche Stadt, München, landet im internationalen Vergleich übrigens auf einem mittleren Rang. Schlusslicht im gesamten Ranking ist dagegen Tunis. Die Hauptstadt Tunesiens landete auf Platz 209. Wie teuer Städte sind, ist vor allem für Unternehmen wichtig. "Gehälter sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit und sollten daher auf Basis von Lebenshaltungskosten, Währung und Standort angemessen bestimmt werden“, so Ilya Bonic, Präsident des Bereichs Career bei Mercer.

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Von Detlef Stoller
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