20.01.2014, 08:49 Uhr | 0 |

Jüngere Wasserratten im Fokus Der Trend geht immer: Luxusyachten zum Träumen auf der Boot 2014

Vom Gummiboot zur Luxusyacht, von der Angelroute über das Surfbrett bis zum Paddelboot: Die Boot- und Wassersportmesse „Boot 2014“ macht jetzt mitten im Januar Lust auf den Sommer. ingenieur.de ist über die Boot gepaddelt. Und hat den Schiffslift Willi, eine Jolle zum Aufblasen und einen Elektromotor fürs Kajak gefunden.  

Katamaran Lagoon 52 bei der Verladung am Rhein
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Der Katamaran Lagoon 52 war zu groß für den Schiffslift "Big Willi", der die meisten großen Yachten aus dem Rhein auf Tieflader hob. Lagoon 52 aus der französischen Werft CNB in Bordeaux ist 8,60 Meter breit und wurde von einem Kran aus dem Rhein gehoben, auf einen Tieflader gesetzt und in die Halle 15 der Boot Düsseldorf verbracht. Der Katamaran der Superlative ist 15,84 Meter lang, hat eine Masthöhe von über 27 Metern und erreicht 170 Quadratmeter Segelfläche.

Foto: Messe Düsseldorf

Für die Männer und Frauen von Kühne + Nagel ist der schlimmste Stress der „Boot 2014“ schon vorbei. Damit die  erwarteten 230.000 Besucher der weltweit größten Wassersportveranstaltung 600 Boote in den Düsseldorfer Messehalle bestaunen dürfen, wurde die erste Yacht schon vor einem Monat in die Messe gerollt. „Mitte Dezember haben wir im Düsseldorfer Messehafen die ersten Boote aus dem Wasser gehoben und mit speziellen Tiefladern zu den Messehallen befördert“, erklärt Jörn Schneemann, Leiter der Kühne + Nagel-Messeabteilung. „Die logistischen Vorbereitungen haben bereits vor rund drei Monaten begonnen.“ Unter den von den Hamburger Logistikern bewegten Ausstellungsstücken sind etwa 50 Modelle der Premiumklasse, wie die über 30 Meter lange und rund 100 Tonnen schwere Luxusjacht „Princess 98“, der Katamaran „Lagoon 52“ und die Segelyacht „Oyster 82“.

1661 Aussteller aus 60 Ländern präsentieren sich bis zum 26. Januar auf der diesjährigen Fachmesse „Boot 2014“ in den 17 Messehallen der weltweit größten Wassersportveranstaltung. Surfer, Angler, Paddler sind auf der Messe natürlich auch präsent, doch die großen Publikumsmagneten sind die Superyachten.

Die Princess kann 11.000 Liter Sprit tanken

Die „Princess 98“ ist das Flaggschiff der Princess Yachts International, die in Plymouth ihren Sitz hat und ist das größte Schiff auf der diesjährigen Boot. Sie ist 30,12 Meter lang, misst in der Breite gut 7 Meter und verdrängt 94.300 Kilogramm Wasser. Dieser Riese von einer Yacht kann unglaubliche 11.000 Liter an Treibstoff aufnehmen. Die Prinzessin wird mit vier möglichen Motorvarianten angeboten und erreicht in der Premiumausstattung eine Geschwindigkeit von 27 bis 29 Knoten, also gut 50 km/h. Der Einsteigermotor der Prinzessin tuckert mit 19 bis 21 Knoten, das entspricht rund 37 Kilometern pro Stunde, deutlich gemächlicher durchs Meer. Und klar ist: Für Kleingeld ist die spektakulärste Yacht der Messe nicht zu haben. Ein Käufer muss etwa 6,9 Millionen Euro für das Schiff auf den Tisch legen.

Die „Princess 98“ dominiert die Luxusabteilung, die insgesamt wieder etwas größer geworden ist. Fast 50 Luxusyachten werden in Düsseldorf präsentiert. Eine echte Weltprämiere ist der „Ocean Club 18“ der exklusiven Firma Timeless Luxury Group. Gemeinsam mit dem weltgrößten Yachtenwickler Seaway hat die Gruppe die erste Serienyacht ihrer Art entwickelt, die den Luxus und die Ausstattung eines privaten Clubs bietet. Die „Ocean Club“ eignet sich für 12 bis 50 Gäste. Es warten drei Bars und mehrere Lounge-Bereiche auf Gäste, die Luxusyacht ist mit einem Bose-Sound-System und einem aufwendigen LED-Lichtkonzept ausgestattet.

Variables Gummiboot kann als Kajak oder Badeinsel dienen

Insgesamt stehen in den Messehallen 1.700 Boote aller Größen und Preisklassen zur Ansicht bereit. Eines der preiswertesten Modelle ist ein Gummiboot, welches variabel ist: Es kann als Segelboot, als Board oder auch als Badeinsel genutzt werden. Mit zwei Paddeln wird es zum Kajak. Ohne Luft und zusammengefaltet passt das Gummiboot in einer Golftasche. Das flexible Boot kostet nicht einmal 1000 Euro.

Boot 2014: Rund 1650 Aussteller aus 60 Ländern werden auf der Messe boot Düsseldorf 2014 vom 18. bis 26. Januar 2014 Neuigkeiten für den Wassersport vorstellen. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Die Firma Tiwal hat eine aufblasbare Segeljolle entwickelt. Die 3,20 lange Tiwal 3.20 hat eine Segelfläche von bis zu sieben Quadratmetern.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Nach einer Umfrage unter mehr als 4000 Lesern der Magazine „Yacht“ und „Boot“ wollen Wasserbegeisterte in den nächsten drei Jahren viel Geld in ihr Hobby investieren. Für ein neues Motorboot wollen die Kaufinteressierten im Durchschnitt fast 141.000 Euro ausgeben. Das sind 20.000 Euro mehr, als in der letzten Umfrage aus dem Jahre 2012. Die Segelsportler wollen sogar durchschnittlich knapp 203.000 Euro für ein neues Segelboot ausgeben, das gerne 10 bis 15 Meter lang sein darf. Im Jahre 2012 waren das nur 155.000 Euro.

Die Macher der Messe setzen in diesem Jahr voll auf das Erlebnis. Denn dem Wassersport fehlt es deutlich an Nachwuchs. Der durchschnittliche Freizeitkapitän ist schon weit in den Fünfzigern, er geht straff auf die Sechzig zu. Deshalb hat der Mitmach- und Ausprobier-Faktor auf der Boot 2014 einen sehr hohen Stellenwert.

Die wohl witzigste und vielleicht sogar lehrreichste Mitmach-Aktion ist der tägliche kontrollierte Untergang. Eine mit Lecks präparierte 8-Meter-Demo-Yacht bietet dieses einmalige, aber ungefährliche Indoor-Erlebnis. „Es ist ein echtes untergehendes Schiff“, versichert der Moderator, der bedauerlicherweise nicht Robert Redford, sondern schlicht Jürgen Hilcken heißt, über den im seichten Wasserbecken liegenden Kahn. Die mutigen Freiwilligen sollen das Loch finden und so schnell wie möglich abdichten. Die Uhr tickt und das verschafft den Thrill. Das Ganze wirkt ein wenig wie das Szenario im neuen Kinothriller „All it lost“ mit Robert Redford, allerdings ist es eher „All it lost“ für Arme.

So können Besucher erstmals das Segeln ausprobieren – völlig sicher im Wasserbecken. Eine Flotte von acht Booten und eine Windmaschine stehen für einen sicheren ersten Wagnis-Tjörn bereit. Und an einem künstlichen Fluss in der Kanu-Abteilung dümpeln die Kajaks und warten auf Wagemutige.

Für Bequeme ist der Elektro-Kajakmotor

Und dort in der Kanu-Abteilung findet der Suchende auch den ersten echten Elektro-Kajakmotor. Dieses Leichtgewicht der Kalifornischen Firma Hobie wiegt inklusive der Batterie nur 7 Kilogramm und hört auf den Namen eVolve. Der Motor ist wasserdicht, ist gegen vollständiges Untertauchen geschützt und funktioniert sogar unter Wasser.

eVolve ist sogar mit einem integrierten GPS ausgestattet. Der Lithium-Ionen-Akku bietet eine Kapazität von 320 Wattstunden. Damit kann der elektrifizierte Kajakfahrer bei Vollgas mit 11 Stundenkilometern über die Wellen rasen. Dann ist der Akku allerdings schon nach 48 Minuten platt und muss dann volle acht Stunden an das Ladegerät. Begnügt er sich mit gemächlichen 5 Stundenkilometer, so kann er mehr als acht Stunden seinem Hobby frönen, ohne den Akku aufzuladen.

Bequemlichkeit in Freizeit und Wassersport, unter diesem Siegel laufen viele der auf der Boot 2014 vorgestellten Neuheiten. So präsentiert der Engländer David Thomas einen Motor für das Surfbrett. Wie von Zauberhand gezogen saust der Surfer auf dem flachen Brett durch das Wasser. „Man kann den Motor benutzen, um hinter die Wellen zu kommen“, sagt Thomas, dann hätte man mehr vom Wellenreiten, verspricht er.

Tauchcomputer wird durch Klopfen gesteuert

Eine andere Neuheit ist ein wasserdichter Tauchcomputer, der ein iPhone integriert hat. Das Gerät ist kleiner als ein Taschenbuch und dient unter Wasser gleichzeitig als Kamera, Navigationsgerät, Temperaturbuch und Logbuch. Der kleine Tauchcomputer ist bis in 150 Meter Tiefe wasserdicht, versichert der Hersteller Holger Heinemann. Kurios ist allerdings die Bedienung des Tauchcomputers: Weil die Bildschirme unter Wasser nicht auf Berührung durch die dicken Tauchhandschuhe reagieren, steuert der technikbegeisterte Taucher das Teil durch Klopfen.

Die Boot dauert noch bis zum 26. Januar in Düsseldorf.

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Von Detlef Stoller
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