15.10.2014, 08:43 Uhr | 0 |

Chinesischer Air-Umbrella Der Schirm, der Regentropfen einfach wegpustet

Ein Regenschirm braucht keinen Stoff: Er kann mit einem akkubetriebenem Windrad Tropfen auch einfach wegblasen. Eine Gruppe chinesischer Studenten hat den Air-Umbrella entwickelt und will ihn jetzt zur Serienreife bringen. 

Air Umbrella erzeugt mit einem Ventilator einen Schutzschild gegen den Regen
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Air Umbrella erzeugt mit einem Ventilator einen Schutzschild gegen den Regen. Der chinesische Regenschirm der etwas anderen Art kommt frühestens Ende 2015 auf den Markt. 

Foto: Kickstarter/Air Umbrella

Der Laubbläser hat einen kleinen Bruder – und er heißt Luftregenschirm. Brummend, blasend und Strom verbrauchend, dabei nur bedingt handlich, verspricht der Air-Umbrella Schutz vor Regen – allein durch einen Luftstrom, der ohne jegliche Stoffhülle einen Schirm über dem Kopf des Trägers formt.

Entwickelt wurde das Utensil von Studenten und Absolventen der Universitäten für Luft- und Raumfahrt in Peking und in Nanjing. Sie machten sich dafür das Prinzip zunutze, dass Luftströme den Weg eines Objekts verändern können und dass die Energie, die den Gegenstand bewegt, umso intensiver ist, je stärker der Luftstrom ist.

Auf den Air-Umbrella übertragen, heißt das: Je schneller sich der Ventilator am oberen Ende des Schirmstocks dreht, umso stärker wird der Luftstrom und umso großer wird der beschirmte Radius. Je nach Intensität des Regens finden unter diesem Dach aus Luft mit rund einem Meter Durchmesser ein bis zwei Menschen Platz, so die Erfinder.

Eine Kreuzung aus Schirm und Fackel mit Ventilator

Abgesehen vom Fehlen jeglichen Stoffs sieht der Air-Umbrella gar nicht mal so viel anders aus als ein normaler Regenschirm, gekreuzt mit einer Fackel. Er besteht aus einem Kunststoffstock mit 34 Millimetern Durchmesser, an dessen oberer Spitze ein runder Aufbau angebracht ist. Hier wird der Schirm aktiviert, sobald man am unteren Ende auf den entsprechenden Knopf drückt – nur dass kein Mechanismus bespannte Speichen ausfährt, sondern der Ventilator anläuft, der Luft am unteren Rand ansaugt und am oberen wieder abgibt.

Einzige Voraussetzung: Die Akkus, die sich im Stock verbergen, sind aufgeladen. Dann lässt sich auch die Intensität des Luftstroms und damit die Schirmgröße durch simples Drehen am Knopf regeln.

Ist die Stromversorgung gewährleistet, schützt der Air-Umbrella für immerhin bis zu 30 Minuten vor Wasser von oben – zumindest die Standardversion umbrella-b. Die Ausführung für Frauen, umbrella-a, schafft gerade einmal 15 Minuten, bis Schluss ist – wohl der Dame, die dann einen Kavalier mit länger durchhaltender Batterie an der Seite hat.

Dafür ist ihr Air-Umbrella mit rund 30 Zentimetern Länge und einem Gewicht von 500 Gramm aber auch leichter und handlicher als seiner mit 50 Zentimetern und 800 Gramm Gewicht. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher, stromloser Taschenschirm wiegt 225 Gramm beziehungsweise 350 Gramm in größerer Ausführung.

Der Regen sei lauter als der Schirm, sagen die Erfinder

Eine dritte Variante gibt es vom Air-Umbrella auch noch: umbrella-c, das Flaggschiff. Der Stock ist verstellbar von 50 auf 80 Zentimeter Länge, und er wiegt rund 850 Gramm. Auch hier hält die Batterie etwa 30 Minuten. Sorgen, dass der Schirm zu laut ist, brauchen sich zukünftige Besitzer übrigens nicht zu machen, so die Entwickler: Sie hätten ihr Möglichstes getan, um des Geräusch durch verbesserte Materialien und die Anpassung der Luftstromstärke zu senken. Inzwischen, versprechen sie, sei der Regen in der Regel lauter als das Brummen des Schirms.

Die Erfinder arbeiten seit Juli 2012 an ihrem Regenschirm. Nach verschiedenen Tests haben sie nun eine Variante gefunden, die ihren Anforderungen standhielt. Um den Schirm zu produzieren, sucht die Gruppe derzeit Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. 7900 Euro wollten sie bis zur zweiten Oktoberhälfte sammeln – ein Ziel, dass sie mit über 11.000 Euro bereits übererfüllt haben. Die Unterstützer, die bis zu 117 Euro für einen Schirm bezahlt haben, erhalten ihre Air-Umbrellas als erste – allerdings erst im Dezember 2015. Bis dahin will die Gruppe noch Verbesserungen in Sachen Handlichkeit und Stromversorgung erzielen. 

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Von Judith Bexten
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