07.11.2016, 10:43 Uhr | 0 |

Klingt abwechslungsreich Cork macht leere Flaschen zu Lautsprechern

Wer auch beim Picknick Musik in akzeptabler Qualität hören möchte, sollte sich „Cork“ einmal ansehen. Einfach auf eine leere Flasche gepfropft, liefert das Bluetooth-Gerät einen überraschend vollen Sound. Der Clou: Er variiert je nach verwendetem Unterbau. Die Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung war bereits ein voller Erfolg.

Kleiner Bluetooth-Lautsprecher namens Cork
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Moderner Flaschengeist: Der kleine Bluetooth-Lautsprecher namens Cork auf der Hand wird einfach auf eine leere Flasche gesetzt und nutzt diese als Resonanzkörper.

Foto: Leedeyeon

Zu einer ordentlichen Party gehören zwei Dinge: Getränke und Musik. Aber was macht man, wenn man sich draußen trifft – zum Beispiel am Strand oder zum Grillen im Park? Scheppernde Smartphone-Speaker sind schließlich kein Genuss. Der Industriedesigner Leon K Kim hat jetzt mit seinem New Yorker Unternehmen Leedeyeon Inc. eine Lösung gefunden, die beide Komponenten verbindet: Einen Bluetooth-Lautsprecher, der einfach auf eine leere Flasche gesetzt wird und diese als Resonanzkörper nutzt. „Cork“ heißt das kleine Gerät dann auch so schlicht wie folgerichtig.

Klein, leicht und handlich

Auf den ersten Blick kommt das kleine, trichterförmige Teil mit den Abmessungen 54x64x54 mm wenig spektakulär daher. Es erinnert etwas an einen kleinen Plastikbecher und bringt gerade mal 76 g auf die Waage – damit passt Cork so ziemlich in jede Tasche. Hineingießen kann und sollte man natürlich nichts, zumal das Gerät an der Oberkante geschlossen ist. Außerdem ist der Platz im Innern bereits mit der Lautsprecher- und Ladetechnik belegt. 

Um Cork anzuschalten, drückt man einfach auf den kleinen Knopf an der Vorderseite. Sobald der Lautsprecher an ist, ist auch die Bluetooth-Verbindung aktiv, mit der sich der musikalische Flaschenaufsatz mit der Musikquelle – einem Smartphone oder einem Tablet zum Beispiel – verbinden lässt. Voraussetzung ist natürlich, dass Cork zuvor per USB-Kabel geladen wurde. In welchem Modus der Lautsprecher gerade ist, zeigt eine bunte Leuchte direkt über dem Bedienknopf an: Beim Laden leuchtet er rot, bis er zu grün für „komplett aufgeladen“ wechselt. Den aktiven Dienst signalisiert er mit blauem Licht. Bis zu zwölf Stunden halte der Akku durch, bevor er wieder für zwei Stunden ans Stromnetz muss, verspricht der Erfinder.

Der optimale Sound entfaltet sich erst mit einer Flasche

Da Cork jedoch keine Disco-Kugel, sondern ein Lautsprecher ist, stellt sich an dieser Stelle die Frage nach dem Sound. Wie erste Tester festgestellt haben, klingt der Lautsprecher allein, lediglich auf den Tisch gestellt, schlicht grausam. Das ist aber auch kein Wunder – nicht umsonst heißt das klingende Spielzeug „Cork“: Erst wenn man es auf eine leere Flasche pfropft, kann es sein Potenzial entfalten, und plötzlich klingt die Musik gut. Bis zur Qualität von amtlichen Stereo-Lautsprechern ist es sicherlich noch ein weiter Weg, aber im Vergleich mit anderen tragbaren Bluetooth-Geräten könne Cork punkten, heißt es.

Und das liegt nicht allein am zuvor konsumierten Inhalt des frisch gekürten Lautsprecher-Unterbaus. Vielmehr gehen die Schallwellen – der Winzling schafft 1,7 Watt – hauptsächlich nach unten weg und nutzen die Flasche als Resonanzkörper. Das führt dazu, dass je nach Flasche ein anderer Sound erreicht wird: Willkommen in der lustigen Welt der Musik-Experimente! Für Klang-Puristen, die jeden Ton auf optimale Weise hören wollen, ist der Party-Lautsprecher sowieso nichts.

Damit Cork auf möglichst jeden Flaschenhals passt, kommt er mit zwei unterschiedlichen Silikon-Verbindungen daher: eine, um sie in weite Hälse zu stopfen, eine andere, um sie auf schmale Öffnungen aufzusetzen. Und damit das Ganze nicht nach der dritten Party zu einer ziemlich ekligen Angelegenheit wird, kann man die Silikonstöpsel einfach abwaschen.

Finanzierung bereits nach 24 Stunden gesichert

Ganz offenbar besteht Bedarf an den kleinen Lautsprechern, die in vier verschiedenen Farben erhältlich sind: Eine Kickstarter-Kampagne, die Leon K Kim Anfang November zur Finanzierung seiner Erfindung aufsetzte, hatte bereits nach 24 Stunden das Ziel von 20.000 Dollar erreicht und inzwischen weit übertroffen. Damit kann Cork noch in diesem Jahr auf den Markt kommen – pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Das ist zwar nicht gerade Gartenparty-Saison, aber der Lautsprecher funktioniert natürlich auch drinnen. 63 Dollar wird Cork regulär kosten.

Um die Flaschen auch stilecht leeren zu können – natürlich nur im Sinne eines gepflegten Musikgenusses –, empfiehlt sich vielleicht dieser Flaschenöffner mit dem Namen Plopp-O-Meter.

Und wenn Sie Musik in Vollendung hören wollen, dann wäre der teuerste Kopfhörer der Welt etwas für Sie, den Sennheiser für 50.000 Euro anbietet.

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Von Judith Bexten
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