22.03.2013, 11:59 Uhr | 1 |

Skulptur im Gasometer Christo: "Ich weiß nicht, wie man einen Computer öffnet"

Der weltbekannte Künstler Christo, der die Technik der Verhüllung und Visualisierung wie kein Zweiter beherrscht, ist kein Freund moderner Technik. „Ich weiß nicht mal, wie man einen Computer öffnet, ich weiß nicht, wie man ein Auto fährt, ich habe keinen Führerschein“, verriet Christo den VDI nachrichten. Christo hat im Gasometer Oberhausen mit "Big Air Package" die größte Innenraumskulptur der Welt installiert.

Christo im Gasometer Oberhausen.
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Christo im Big Air Package, der größten Innenraumskulputur der Welt im Gasometer Oberhausen.

Foto: Wolfgang Volz

Christo bevorzugt einfache Techniken. „Alle unsere Arbeiten sind sehr simpel. Das sind keine technologischen Wunderwerke, sie sind sehr simpel, sehr physikalisch, man kann sie mit den Händen machen.“ Virtuelle Welten sind nicht seine Sache. „Ich bin an der Körperlichkeit des Werkes interessiert“, beschreibt Christo.„Was sind 50 m, was sind 100 m? Das ist der wichtige Teil unserer Arbeit. Die meisten jungen Leute leben heute in der virtuellen Welt. Die Technologie, die ich in den unseren Arbeiten verwende, ist extrem mechanisch, es handelt sich nicht um elektronische Wunder."

Hier lesen Sie das Interview mit Christo am Rande der Ausstellungseröffnung in Oberhausen:

VDI nachrichten: Christo, wenn Sie an Ihrer Kunst arbeiten, denken Sie dann auch an die technische Umsetzung?

Christo: Es geht um die Idee. Natürlich denke ich schon darüber nach, wie es umgesetzt werden kann. Aber alle unsere Arbeiten sind sehr simpel. Das sind keine technologischen Wunderwerke, sie sind sehr simpel, sehr physikalisch, man kann sie mit den Händen machen. Ich kann Ihnen sagen, ich weiß nicht mal, wie man einen Computer öffnet, ich weiß nicht, wie man ein Auto fährt, ich habe keinen Führerschein. Ich mag es nicht mal zu telefonieren.

Haben Sie ein Smartphone?

Christo: (lacht). Nein, nein, nein. Ich bin an der Körperlichkeit des Werkes interessiert, was sind 50 m, was sind 100 m. Das ist der wichtige Teil unserer Arbeit. Die meisten jungen Leute leben heute in der virtuellen Welt. Die Technologie, die ich in den unseren Arbeiten verwende, ist extrem mechanisch, es handelt sich nicht um elektronische Wunder.

Was heißt das für "Big Air Package?"

Die Skulptur ist eigentlich aus Luft gemacht. Der Unterschied ist nur der Überdruck von 27 Pascal in dem 177 000 m3 großen Raum. Es gibt den Stoff, ein spezieller künstlicher Stoff, kein Leinen oder Baumwolle wegen der Transparenz. Und dann sind da noch die 4,5 km Seile, spezielle Seile. Das alles ist das Projekt. Von außen kann man die Seile und die Knoten sehen. Der Blick innen gibt aber eigentlich nichts von der Konstruktion preis.

Was sind die nächsten Projekte?

"Big Air Package" ist kein Projekt, das ist eine Museumsinstallation. Die Projekte sind nicht im geschlossenen Raum. Es sind zurzeit zwei geplant. Einmal das "Mastaba-Projekt" und dann das Colorado Projekt "Over the River". Das Mastaba-Projekt wird in 28 bis 30 Monaten fertig sein. cer

Anmerkung der Redaktion: An "Mastaba" für die Arabischen Emirate arbeitet Christo (bis zu ihrem Tod 2009 zusammen mit Jeanne-Claude) seit 1977. Es soll ein Kunstwerk werden, das aus 410 000 übereinander gestapelten Ölfässern besteht. Das Projekt "Over the River" für den Arkansas Fluss in Colorado soll aus Stoffpaneelen bestehen. Projekt ist in Vorbereitung.

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Von Claudia Burger | Präsentiert von VDI Logo
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kommentare
23.03.2013, 21:00 Uhr Autokrakowski
Dieser Christo...

Zitat:

„Ich weiß nicht mal, wie man einen Computer öffnet, ich weiß nicht, wie man ein Auto fährt, ich habe keinen Führerschein.“
Dieser Mann gehört in die Geschlossene!

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