31.03.2016, 09:15 Uhr | 0 |

50.000 LEDs in der Wüste Bruce Munro installiert magisches Licht am Uluru

Der britische Künstler Bruce Munro hat wieder einmal ein Lichterlebnis der besonderen Art geschaffen: 50.000 LED-Leuchten strahlen in der Wüste in der Nähe des berühmten australischen Uluru, auch bekannt als Ayers Rock. 

Den Ureinwohnern Australiens gilt er als heiliger Berg. Und kaum ein Besucher kann sich der besonderen Ausstrahlung entziehen, wenn der Uluru im Sonnenuntergang rot leuchtet. Nur 350 m hoch, erhebt sich der völlig frei stehende Fels doch weithin sichtbar. „Ayers Rock“ nannten ihn die weißen Australier, inzwischen aber setzt sich der Aborigine-Name Uluru immer mehr durch.

Als Bruce Munro den Berg zum ersten Mal besuchte, war das noch ganz anders. 1992, zum Ende eines achtjährigen Aufenthaltes in Sydney, bereiste er mit seiner damaligen Verlobten die zentralaustralische Wüste. Und damals, so berichtet der britische Künstler, wurde die Idee der „Fields of Light“ geboren: Über große Flächen verteilte Lichter, die nicht künstliche Effekte erzeugen, sondern die Magie eines Ortes noch stärker betonen sollen.

Iglu-Zelte werden zu Licht-Kunst

Vor zwölf Jahren hat Munro erstmals eine solche Lichtfläche installiert, damals direkt hinter seinem Haus im britischen Wiltshire. Er ist seit Jahren weltweit bekannt für seine Installationen, die oft mit Alltagsgegenständen wie Glasflaschen arbeiten und mithilfe des Lichtes ungewöhnliche Stimmungen erzeugen. So hat er in dem Werk „S.O.S.“ eine Unzahl handelsüblicher Iglu-Zelte aufgebaut und ausgeleuchtet oder 36 Paare gelblich leuchtender Strahler auf einem Mast als „Parlament der Eulen“ erscheinen lassen.

Erst jetzt aber hat Munro – zusammen mit rund 40 Helfern – ein „Field of Light“ genau an dem Ort aufgebaut, an dem die Idee entstand. 50.000 LED-Leuchten werden ab dem 1. April ein ganzes Jahr lang die Wüste im Schatten des Uluru erstrahlen lassen. In verschiedenen Farbschattierungen erscheint das Netz, das mit Solarenergie versorgt wird. Aus Glas und Acryl bestehen die Leuchten, die wie einfache Kugeln auf der Spitze eines Pflanzenstängels wirken. Für Ersatz bei Ausfall ist gesorgt: 10.000 Stück hat Munro als Reserve mitgebracht.

„Sanfte Licht-Rhythmen unter einem Laken aus Sternen“

Verschiedene Sponsoren hat der Künstler für diese Aktion gewinnen können, darunter auch die Tourismusorganisation der Ureinwohner. Die Aborigines unterstützen das Projekt, weil es die spirituelle Qualität des Ortes unterstreicht. Munro selbst beschreibt das schwärmerisch so: „Ich wollte ein beleuchtetes Feld schaffen, das zur Blüte kommt wie die ruhende Saat in einer trockenen Wüste es in der Dämmerung tut, mit sanften Licht-Rhythmen unter einem Laken aus Sternen.“

Etwas prosaischer gesagt, ist eine Lichtfläche entstanden, die von ihrer Größe mehr als vier Fußballfelder umfasst und über viele Kilometer lange Kabel versorgt wird. Besucher können die Installation bis zum 31. März 2017 besuchen. Sie kostet die Erleuchtung 35 Australische Dollar, also knapp 24 Euro – für die kürzeste Tour. 

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Von Werner Grosch
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