24.02.2015, 15:45 Uhr | 0 |

Fifa-WM 2022 in Katar Auch Fußball-WM im Winter ist auf Kühltechnik angewiesen

Der Fußball-Weltverband Fifa hat entschieden, dass die Fußball-WM 2022 in Katar im November und Dezember stattfinden wird. Am Bau moderner Stadien mit solarbetriebenen Kälteanlagen ändert die Entscheidung jedoch nichts. 

Lusail Iconic Stadion
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Herzstück der WM 2022 in Katar ist das Lusail Iconic Stadion nördlich der Hauptstadt Doha. Dort finden Eröffnungsfeier, Gruppenspiele und das Finale statt. 

 

Foto: Foster and Partners

Im Sommer ist es in Katar mit über 40 Grad Celsius schlichtweg zu heiß zum Fußballspielen. Deswegen hat sich der Fußball-Weltverband Fifa auf seiner Sitzung in der katarischen Hauptstadt Doha am heutigen Dienstag dafür ausgesprochen, die WM im Winter stattfinden zu lassen.

Im Gespräch ist eine Austragung vom 18. November bis 18. Dezember 2022, die endgültige Entscheidung trifft das Fifa-Exekutivkomitee am 19. und 20. März in Zürich. Der Termin habe die volle Unterstützung von allen sechs Kontinentalverbänden, teilte die Fifa mit. Anders als der umstrittene Alternativtermin im Januar/Februar 2022 kollidiert er zudem nicht mit den Olympischen Winterspielen, die vom 4. bis 20. Februar 2022 im kasachischen Almaty oder in Peking stattfinden.

Trotz Winters brauchen die Stadien Kühltechnologie

Doch auch in den Wintermonaten sind im Golfstaat Katar Temperaturen von über 30 Grad Celsius möglich. Die Fifa erlaubt in den Stadien maximal 27 Grad bei geöffnetem Dach. Kühltechnik steht also nach wie vor auf der Liste der Stadion-Ingenieure.

"Für unsere Vorbereitungen macht es keinen Unterschied, ob wir im Sommer oder im Winter spielen“, sagt Nasser al-Khater, Chef des WM-Organisationskomitees, in einem Bericht des Tagesspiegel. „So oder so: Die Stadien sind spätestens 2020 fertig, und es gibt detaillierte Pläne, wie wir sie nach der WM nutzen werden. Die Kühltechnologie wird in jedem Fall eingebaut.“

Aus Sonnenenergie wird Kälte

Auf allen Stadiondächern lassen die Ingenieure riesige Solarfelder installieren, die tagsüber Sonnenstrahlen mit Spiegeln auf ein Rohrsystem lenken und eine Flüssigkeit auf 200 Grad Celsius erhitzen. Im nächsten Schritt wandeln Absorptionskältemaschinen die Energie in Kälte um und leiten sie in Behälter unter der Spielrasenfläche, die mit Spezialwachs gefüllt sind. Das Wachs speichert die Kälte bis zum Abend.

Dann schalten sich Ventilatoren ein, die die kalte Luft unter die Sitzreihen blasen und so den Stadionbesuchern ein angenehmes Klima bieten. Da kalte Luft schwer ist, entweicht sie nicht aus dem Stadion, sondern sinkt anschließend bis zum Rasen herab und kühlte somit gleichzeitig die Spieler.

Katar lässt für die WM acht futuristische Stadien bauen

Bis 2022 will das Gastgeberland acht neue Stadien bauen, sodass insgesamt elf Stadien zur Verfügung stehen. Herzstück ist das Lusail Iconic Stadion – ein von Wasser umgebener Koloss in der neu anlegten Küstenstadt Lusail nördlich von Doha. Das Stadion bietet Platz für 86.250 Fußballfans und ist Schauplatz von Eröffnungsfeier, Gruppenspielen und Finale.

Zu den Neubauten zählt auch das Wüstenzelt-Stadion Al-Khor, das an die Zelte der katarischen Nomaden erinnert und 60.000 Plätze hat. Nach der WM will Katar den Oberring abbauen und die Tribünen an Entwicklungsländer spenden.

Besonders futuristisch wirkt das Insel-Stadion Doha Port, das auf einer künstlichen Insel im Hafen von Doha liegt und ein weiteres Kühlsystem vorsieht: Das Meerwasser soll über die Fassade fließen und den Innenraum auf eine angenehme Temperatur bringen.

Wintermonate erlauben in Katar erträgliches Public Viewing

Den Organisatoren der Fanmeilen in Katar dürfte der Wintertermin allerdings einige Last von den Schultern nehmen. Denn sie sind bislang davon ausgegangen, dass die WM im Sommer stattfindet und es ihre Aufgabe ist, Fans vor bis zu 45 Grad Außentemperatur zu schützen. Die Organisatoren hatten deswegen schon während der WM 2014 in Brasilien mit der sogenannten Fan-Zone experimentiert. Das war ein Open-Air-Bereich in Katar mit angeschlossenem Zelt für 1500 Fans.

Vier Kühlanlagen sorgten dafür, dass die Temperatur von 45 auf 25 Grad Celsius sank und Public Viewing in angenehmer Atmosphäre möglich war. In den Wintermonaten dürfte dagegen auch ohne Fan-Zone auf den Straßen von Katar angenehmes Public Viewing möglich sein. 

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Von Patrick Schroeder
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