03.04.2014, 10:26 Uhr | 0 |

BRITISCHE MARINE UNTERSTÜTZT AKTION Atom-U-Boot sucht nach Wrackteilen von MH370

Den Suchmannschaften läuft die Zeit weg: Nur noch wenige Tage wird die Blackbox des verschollenen malaysischen Flugzeugs Signale aussenden. Deshalb wird jetzt auch unter Wasser gesucht.

U-Boot HMS Tireless
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130 Mann Besatzung hat die HMS Tireless, die von einem Atomreaktor angetrieben wird. 

Foto: Mark Lawrence

Den Suchmannschaften läuft die Zeit weg: Nur noch wenige Tage wird die Blackbox des verschollenen malaysischen Flugzeugs Signale aussenden. Deshalb wird jetzt auch unter Wasser gesucht.

Mehr als 1000 Menschen sind derzeit an der Suche nach MH370 beteiligt – auf Schiffen und in Flugzeugen. Ein verzweifeltes Unterfangen, weil das aktuelle Suchgebiet immer noch rund 220.000 Quadratkilometer groß ist. Das entspricht etwa zwei Dritteln der Fläche Deutschlands. Weil sich die bisherigen Funde von Teilen an der Oberfläche alle als Pleiten erwiesen haben, soll nun auch in der Tiefe gesucht werden. Die britische Marine hat dafür die HMS Tireless in die Region geschickt.

Vermessungsschiff begleitet U-Boot 

Das U-Boot gehört zur Trafalgar-Klasse, die seit Jahrzehnten von der Royal Navy genutzt wird. Die Boote dieser Kategorie verfügen seit einigen Jahren über ein besonders leistungsstarkes Sonar, das Objekte noch in 100 Kilometern Entfernung orten kann. Die HMS Tireless kann mit ihrem Düsenringpropellerantrieb im Tauchgang 32 Knoten erreichen, umgerechnet knapp 60 Stundenkilometer. Begleitet wird das U-Boot von einem britischen Vermessungsschiff, das für eine präzise Kartierung des Gebietes sorgen soll.

Passagiere nicht mehr unter Verdacht

Fast einen Monat ist die malaysische Maschine nun schon verschwunden. Nach Einschätzung von Experten dürfte die Batterie des Flugschreibers nur noch wenige Tage halten. Auch diese Angabe ist aber unsicher, weil der Energieverbrauch von Tiefe und Temperatur des Wassers abhängt, in dem er liegt. Die Chancen, MH370 noch zu finden, sind also gering. Die malaysischen Behörden haben schon in den vergangenen Tagen erklärt, dass das Schicksal der 239 Menschen an Bord womöglich nie zu klären sein wird – zumal die Ermittlungen der Polizei keine heiße Spur erbrachten. Alle Verdachtsmomente gegen Passagiere, von denen mindestens zwei mit falschen Pässen an Bord gegangen waren, hätten sich als unhaltbar erwiesen.

Unabhängig vom Wetter

Die von einem Druckwasserreaktor angetriebene HMS Tireless ist so etwas wie die letzte Hoffnung der Suchtrupps. Das 85 Meter lange U-Boot hat gegenüber den Schiffen und Flugzeugen den Vorteil, dass es unabhängig vom Wetter ist. Es kann große Tiefen erreichen und ist in Übungseinsätzen schon unter arktischem Packeis getaucht.

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Von Werner Grosch
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