02.04.2014, 14:57 Uhr | 0 |

Fertigstellung fraglich Arbeiten am WM-Eröffnungsstadion in São Paulo unterbrochen

Nach einem weiteren tödlichen Unfall im WM-Stadion in São Paulo haben die brasilianischen Behörden die Bauarbeiten unterbrochen. Der Zeitplan zur Fertigstellung des Stadions, in dem am 12. Juni das Eröffnungsspiel stattfindet, ist mehr als ehrgeizig. Noch müssen 20.000 Sitzplätze eingebaut werden.

Fußball-Stadion in Sao Paulo
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Das Fußball-Stadion in Sao Paulo dürfte erst knapp vor dem Eröffnungsspiel am 12. Juni zwischen Brasilien und Kroatien fertig werden.

Foto: Arena Sao Paulo

23-jährige Fábio Hamilton da Cruz ist schon der vierte Bauarbeiter, der auf der Baustelle des WM-Stadions in São Paulo tödlich verunglückt ist. Dabei hätten Sicherheitsnetze den Unfall vermeiden können. Doch die Netze fehlen, weshalb die Aufsichtbehörden die Bauarbeiten erst einmal gestoppt haben. Hamilton da Cruz stürzte aus 15 Metern Höhe, als er seinen Schutzgürtel in eine Sicherheitsleine einklinken wollte.

„Die Arbeiten am Stadion werden erst fortgesetzt, wenn garantiert ist, dass die Bauarbeiter unter sicheren Bedingungen arbeiten", erklärte Luiz Antonio Medeiros vom Arbeitsministerium am Dienstag dem brasilianischen Fernsehsender Globo News.

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Erneut ist ein Arbeiter beim Bau des WM-Stadions in Sao Paulo abgestützt und tödlich verunglückt. Jetzt hat die Baubehörde die Bauarbeiten gestoppt, weil Sicherheitsnetze fehlen. Jetzt ist fraglich, ob die Arena im Mai übergeben werden kann. Am 12. Juni soll in der Arena Corinthians das Eröffnungsspiel der Fußball-WM stattfinden.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Ein Sicherheitsnetz hätte den Tod des Bauarbeiters verhindern können, beanstandete die zuständige Arbeitshörde bei der Inspektion am Unfallort. Mit dem Einbau der provisorischen Tribunen wird erst fortgefahren, wenn sämtliche Vorkehrungen zur Sicherheit der Arbeiter vorgenommen sind.

Kein Alternative zur Arena Corinthians São Paulo

Einen langen Stillstand können sich die Organisatoren der Fußball-WM aber nicht leisten. Nur noch 71 Tage sind es bis zum Anpfiff der Weltmeisterschaft. Es es ist unmöglich, in der Arena Corinthians São Paulo ein Eröffnungsspiel zu veranstalten, ohne dass vorher die Technik erprobt wird. Üblicherweise werden vorher auch Testspiele veranstaltet, um mit Zuschauern alle Eventualitäten zu überprüfen. Dies nimmt im Fußball-Weltverband (FIFA) die Sorge zu, ob das Eröffnungsspiel am 12. Juni zwischen dem Gastgeber Brasilien und Kroatien planmäßig angepfiffen werden kann.

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Durch einen umgestürzten Kran wurden im Dezember 2013 Teile der Tribüne im Corinthians-Stadion in Sao Paulo erheblich beschädigt. Der Zeitplan ist stark in Verzug. Offiziell soll das Stadion, in dem am 12. Juni das Eröffnungsspiel stattfindet, im Mai übergeben werden.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Nach Angaben der FIFA gibt es kein Alternativstadion für die Begegnung. Der Zeitplan für die Fertigstellung des Stadions im Stadtteil Itaquera von São Paulo geriet schon im November durcheinander, als aufgrund eines Kranunfalls zwei Bauarbeiter starben und Teile der Tribüne einstürzten. Dadurch war der Eröffnungstermin auf Mai verschoben worden. Die Zweifel wachsen, ob das noch zu schaffen ist.

Die noch zu erledigenden Bauarbeiten sind erheblich. So müssen noch 20.000 Sitzplätze in die Corinthians Arena eingebaut werden. Die Arena in São Paulo soll insgesamt Platz für 65.807 Zuschauer bieten. Dort werden neben dem Eröffnungsspiel vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale und ein Halbfinale ausgetragen.

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Drei Arbeiter starben beim Bau der Arena der Amazonas-Metropole Manaus. Trotz der Verzögerungen – im Bild das Stadion am 10. Dezember 2013 – ist die Arena Mitte März mit einem Testspiel eingeweiht worden. Jetzt werden noch Restarbeiten erledigt.

Foto: dpa/Gernot Hensel

Hohe Arbeitsbelastung und lockere Sicherheitsvorkehrungen

Brasilien hat massive Probleme, seine Stadien rechtzeitig fertigzustellen. Gewerkschaften kritisieren die zu hohe Arbeitsbelastung der Arbeiter und warnen auch vor den zu laschen Sicherheitsvorkehrungen an den Baustellen. Neben dem Stadion in São Paulo sind auch die Stadien in Curitiba und Cuiaba deutlich im Verzug. In Curitiba herrschen große Zweifel, ob das Stadion überhaupt fertig wird. Brasilien investiert etwa acht Milliarden Euro in die Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Das hat inzwischen auch zu massiven Protesten in der Bevölkerung geführt.

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Fraglich ist, ob das WM-Stadion Baixada in Curitiba noch rechtzeitig zur WM fertiggestellt werden kann. Inzwischen arbeiten die Bauarbeiter rund um die Uhr. Das Bild wurde am 14. Dezember aufgenommen.

Foto: dpa/Gernot Hensel
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Von Petra Funk
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