10.11.2017, 08:32 Uhr | 0 |

+++ANZEIGE+++ Endlich: Medical IoT auch in Deutschland möglich

Medical IoT eröffnet spektakuläre Möglichkeiten. Aber gilt das angesichts strenger Datenschutzgesetze auch für Deutschland? Ja, denn ein vermeintlich simpler Trick erlaubt auch hierzulande die Nutzung von Daten aus der Anwendung vernetzter Medizinprodukte. Dies hilft Medizintechnikherstellern bei zwei großen Herausforderungen: Kosten zu sparen und trotzdem die Qualität zu steigern. 

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Foto: Zühlke

Ständige Forderungen nach Preissenkungen durch die Kostenträger und dazu ein immer stärkerer globaler Wettbewerb – die Hersteller von Medizinprodukten sind einem steigenden Kostendruck ausgesetzt. Andere Branchen reagieren auf diese Herausforderung mit Optimierungen, die durch die Analyse von Daten aus dem Betrieb erzielt werden. Diese wertvollen „Real World Daten“ werden wirtschaftlich durch IoT-Lösungen gewonnen. Die Hersteller können so den Wert für den Kunden steigern, während die Herstellkosten gleichbleiben – oder die Herstellung bei gleicher Qualität günstiger gestalten.

Warum verfolgen die Hersteller von Medizinprodukten nicht die gleichen Ansätze? Mit vernetzten Medizinprodukten könnte man sehr wirtschaftlich geeignete Daten aus der Praxis bei der Nutzung sammeln. Aus der Analyse dieser Daten ließen sich wertvolle Erkenntnisse für die Optimierung der Medizinprodukte gewinnen.

Die Antwort auf diese Frage lautet schlicht „Datenschutz“. Wenn Maschinenhersteller Big-Data-Lösungen einführen, müssen sie sich nur mit ihren Kunden über die Nutzung der erhobenen Daten einigen. Bei Patientendaten ist das praktisch unmöglich. Patientenbezogene Daten dürfen, insbesondere in Deutschland, nicht ohne Einwilligung der einzelnen Patienten ausgewertet werden. In klinischen Studien wird dies zwar durchgeführt. Aber wenn es nicht um Neuentwicklungen, sondern „nur“ um Optimierungen geht, dann würde sich eine neue klinische Studie nicht rechnen.

Die Lösung: Anonymisierung und das richtige Datenmodell

Ist Medical IoT in Deutschland also nicht sinnvoll? Doch, denn für viele Optimierungen ist ein Bezug zu einzelnen Patienten gar nicht erforderlich. Aus Datenschutzgründen wäre es ohnehin zu riskant, Patientendaten einfach zu übertragen und zentral zu speichern. Die Lösung ist eigentlich ganz leicht: Die Daten werden schon im Medizinprodukt anonymisiert. Auf diese Weise werden erst gar keine personenbezogenen Daten erhoben und übertragen.

Ganz so einfach ist die Lösung freilich doch nicht: Das Datenmodell und die Systemarchitektur müssen auch Security-Aspekte berücksichtigen. Trotz Connectivity darf weder die Datensicherheit noch die funktionale Sicherheit des medizinischen Gerätes kompromittiert werden. Durch die Vernetzung entstehen neue Gefährdungssituationen, die im Rahmen einer Produkt-Risiko-Analyse berücksichtigt werden müssen.

Doch mit den richtigen Ansätzen können die großen anonymisierten Datensätze ohne großes Risiko in modernen, skalierbaren Cloudlösungen gespeichert werden. Damit können Data-Analytics-Methoden sehr wirtschaftlich angewandt werden, um wertvolle Erkenntnisse aus vielen Nutzungsdaten zu gewinnen.

Die Technik ist bereit

Die technologischen Voraussetzungen für eine Anbindung der Produkte an ein Medical IoT sind heute vorhanden und in anderen Branchen vielfach erprobt. Immer mehr Medizingeräte haben einen Internetzugang. Dieser kann über interne Hardware oder über Gateways wie beispielsweise Smartphones via BLE oder NFC umgesetzt werden.

Wie lassen sich mit dem richtigen Medical-IoT-Ansatz Kosten einsparen und die Zuverlässigkeit von Medizinprodukten erhöhen? Ein Beispiel könnten Blutzuckermessgeräte sein, bei denen ein gewisser Prozentsatz einige Monate nach der Markteinführung Probleme verursacht. Medical IoT könnte aufzeigen, ob mögliche Ursachen beispielsweise bei korrodierten Steckkontakten, einer Drift der Werkskalibrierung oder einer Alterung der Blutzuckermessstreifen zu suchen sind. Mit diesem Wissen kann der Hersteller seine Produkte gezielt verbessern und die Auswirkungen dieser Änderungen in der Praxis preiswert überprüfen.

Wer sich mit der Analyse von Nutzungsdaten aus der Praxis durch Medical IoT beschäftigt, erkennt schnell das gigantische Potenzial dahinter. Im Ergebnis bringt eine Medical-IoT-Lösung eine deutliche Steigerung der Effizienz in der Produktentwicklung und -Optimierung. Damit nicht genug: Die wertvollen Daten aus der Praxis liefern wertvolle Impulse für neue Features oder sogar neue Geschäftsmodelle.

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Von Jens von der Brelie
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