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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Logistik 4.0 für reibungslose Abläufe

Für seine Lösung der Zollübernahme hat der Unternehmer weitere Vertriebsideen, um Kompetenzen zu bündeln: Firmen, die im Exportgeschäft tätig sind, haben häufig einen eigenen Zoll-Beauftragten beschäftigt. Wegen der hohen Kosten für solche Ausfuhrspezialisten hat er in der Regel aber keine Vertretung. In diese Lücke will Rüdinger treten, um Firmen aus Abhängigkeit und Verwundbarkeit zu befreien und stellt, je nach Wunsch, Vertretung oder Entlastung.

Für die Spedition Rüdinger ein wichtiger Schritt in Richtung Industrie 4.0: Der dreidimensionale Scanner „Apache“ samt Wiegefunktion und Kamera vermisst das Frachtgut automatisch auf Höhe, Länge, Breite und Gewicht.

Für die Spedition Rüdinger ein wichtiger Schritt in Richtung Industrie 4.0: Der dreidimensionale Scanner „Apache“ samt Wiegefunktion und Kamera vermisst das Frachtgut automatisch auf Höhe, Länge, Breite und Gewicht.


Weil Rüdinger mit See- und Luftfrachtkompetenz in der Wertschöpfungs- und Logistikkette um eine Position nach vorne gerückt ist, kann er nun die schnittstellenfreie Digitalisierung aller Geschäftsprozesse zu 100 % abbilden. „Damit dürften wir aktuell bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal haben“, vermutet Rüdinger. Zwar hätten viele Mitbewerber digitale Bausteine, doch fehle dort überall noch die Durchgängigkeit. Das liegt daran, dass der Platzhirsch mit seinen 250 Mitarbeitern Spediteur geblieben ist, der zu 90 % die aufgegebenen Stückgüter und Teilladungen mit eigenen Mitarbeitern und Fahrzeugen im Verbund seines Mittelstandsnetzwerks fährt, statt Fracht überwiegend zu makeln.
Auf ein Alleinstellungsmerkmal ist der Hohenloher besonders stolz: Einen „Apache“, einen dreidimensionalen Scanner samt Wiegefunktion und Kamera, haben die Wenigsten (Bild). Hier wird das Frachtgut automatisch auf Höhe, Länge, Breite oder Gewicht vermessen, fotografiert und digital in die papierlosen Frachtpapiere eingepflegt. Die Daten werden anschließend auf einem Barcode festgehalten, der bei jeder Übergabe - etwa vom Lager zum Fahrer - nur gescannt werden muss.
Denn schon bei der Auftragsannahme fehlen oft Angaben oder werden vom Kunden heruntergespielt, um Frachtkosten zu drücken. Letzteres sorgt bei Auftraggebern und Spediteuren meist für nervenaufreibende Zeitverzögerungen, weil Platz oder Gewicht auf der Ladefläche dann nicht mehr passen und improvisiert werden muss. Diese Ursachen für Fehler werden somit an der Wurzel eliminiert.
Eine weitere Maßnahme zur lückenlosen Dokumentation bietet die Videoüberwachung. So werden Lagerhallen flächendeckend bis zur Rampe lückenlos videoüberwacht. Damit werden etwaige Transportschäden erfasst oder belegt, dass diese nicht in seiner Obhut entstanden sind. Das schafft Klarheit und schützt Mitarbeiter vor falschen Verdächtigungen.
Mehr noch: Empfänger können bei einer Bestellung auf Abruf ihre Ware live in den Zwischenhallen einsehen oder per Online-Bestellung in Auftrag geben. Aufgrund des Widerstands der Betriebsräte, die mit dem Datenschutz argumentieren, werden viele Logistikunternehmen diesen Teil der Logistik 4.0-Umstrukturierungen wohl vorerst auslassen.

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Autoren

 Leila Haidar

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