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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Logistik 4.0 für reibungslose Abläufe

Digitalisierungsprozesse | Unter dem Stichwort Industrie 4.0 ist die Digitalisierung im vollem Gang. Auch bei den Spediteuren, die nicht länger als Schwachpunkt innerhalb der Wertschöpfungskette angesehen werden wollen. Die Spedition Rüdinger beispielsweise entwickelt sich aus dem Telefon- und Fax-Zeitalter heraus und schließt auf zu den digitalen Vorreitern.


Im baden-württembergischen Krautheim hat eine Spedition in Orange die digitale Servicewüste in Deutschland als Marktlücke entdeckt und systematisch geschlossen. In den vergangenen zwei Jahren machte Geschäftsführer Roland Rüdinger seine, 150 Lkw und 13 Lager umfassende, Spedition Logistik-4.0-tauglich. „Der klassische Transport reicht heutzutage nicht mehr aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, so der 54-jährige Inhaber.
Aktuelle Herausforderung ist es, Transporte direkt ans Montageband oder in Kundenlager - die oft just in sequence getaktet sind - an die eigenen Prozesse anzupassen. „Hier muss die Logistik mithalten können, damit Industrie 4.0 nicht wirkungslos bleibt“, betont Professor Tobias Bernecker, Studiendekan an der Hochschule Heilbronn für Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik.
Überall lauern Fehlerquellen: Vom falschen Lagerplatz über eine Beschädigung bis zur Fehlsendung, die selbst unter kooperierenden Logistikunternehmen unvermeidbar sind. „Ohne Echtzeit-Daten taucht die Ware in schwarze Löcher ab und wird bestenfalls noch punktuell sichtbar“, gibt der Professor ein Beispiel.
Unternehmen brauchen Transparenz und wollen Komplettlösungen – idealerweise um den gesamten Globus. Rüdinger baute deshalb sein Versandspektrum auf Güter aller Branchen aus. Wobei sein Spezialgebiet seit Jahren auf Überbreiten und –längen sowie schweren Tonnagen liegt. Um etwa Flugzeugturbinen oder Baumaschinen zu transportieren, hat er spezielle Verladegeräte und -techniken, Hallen und ein digitales Vermessungssystem, das das Transportgut mit dutzenden Parametern samt Fotos erfasst. Ebenso setzt Rüdinger auf See- und Luftfracht als Services für seine Kunden. Mit diesem Komplettservice schließt der Krautheimer die Kluft zwischen international agierenden Reedereien, Luftfahrtgesellschaften und nationalen Spediteuren. Noch bis vor wenigen Jahren waren die orangefarbenen Lkw vor allem in Baden-Württemberg unterwegs. Dank dieses globalen Durchgriffs kann Rüdinger auch seine digitale Prozesskette global ausrollen.

Informationen über das Versandgut zu jedem Zeitpunkt

Denn kontinental übergreifende Transporte bergen noch höhere Risiken, weil sich die Zeitachse erheblich verlängert – ehe Fehler überprüft oder erkannt werden können. So bekommen Auftraggeber erst nach Ankunft des Schiffes im Hafen einen aktuellen Lieferstand der Ware. Fehlt Ware – oder ist beschädigt – geht das schnell ins Geld. Samt Regressforderungen, die sich im Einzelfall auf Millionenbeträge belaufen können. Deshalb bilden umfassende Informationen über Versandgut zu jedem Zeitpunkt einen wichtigen Service für Absender und Empfänger.
Die meisten Fehler passieren bei Übergaben von einem Transporteur zum nächsten. Deshalb beschäftigt Rüdinger eigene Mitarbeiter am Stuttgarter Flughafen und am Hamburger Seehafen, die direkt Frachtkapazitäten bei Lufthansa & Co. sowie Reedereien buchen. Langatmige Ausfuhrprozesse oder die Abhängigkeit von externen Warenprüfungen umgeht der Stratege dadurch, dass er auch die schulungsintensive Legitimation durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ins eigene Haus holt. Als reglementierter Beauftragter kann der Hohenloher diesen Service nun auch extern anbieten.

Viele Spediteure bieten noch veraltete Lösungen an

Als beauftragte Spedition bleibt Rüdinger auch alleiniger Ansprechpartner seiner Kunden. „Komplexe Zollformalitäten, Sicherheitsrichtlinien und die Auflage zur kontinuierlichen Schulung der eigenen Mitarbeiter sind Gründe, weshalb viele Spediteure den Aufwand scheuen und Zulieferern veraltete Lösungen anbieten“, so Rüdinger.

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Autoren

 Leila Haidar

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