Mensch und Maschine werden Partner

Kongress | In der Social Networked Industry werden Menschen und Maschinen in Netzwerken zusammenarbeiten, Informationen teilen und miteinander kommunizieren. Doch welche Weichen müssen Wissenschaft und Wirtschaft stellen, damit Mensch und Maschine zum Team werden? Mehr als 550 Teilnehmer gingen dieser Frage auf dem „Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche“ am 12. und 13. September 2017 auf den Grund.


Unter dem Motto „Social Networked Industry – Menschen und Maschinen als Partner einer Logistik 4.0“ stand die Welt nach der vierten industriellen Revolution im Fokus der zwei Veranstaltungstage. Bereits zum 35. Mal richtete die Logistikbranche damit beim, vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und dem EffizienzCluster LogistikRuhr veranstalteten, Kongress den Blick auf Technologien und Geschäftsmodelle, die die Zukunft prägen werden. Besondere Bedeutung kam dabei der Devise „Machen macht’s möglich“ zu. Nachdem der Kongress im vergangenen Jahr unter dem Motto „Einfach machen“ an die Teilnehmer appellierte, Innovationen im Sinne einer Fast-Failure-Kultur möglichst schnell umzusetzen und auszutesten, demonstrierte die Veranstaltung nun, welch großes Innovationspotenzial eine solche Kultur hervorbringen kann – mit Start-ups, die in einem Wettbewerb ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vorstellten und einer Sequenz am zweiten Kongresstag, in der die Teilnehmer insgesamt 14 Entwicklungen aus dem Fraunhofer IML selbst hautnah erleben konnten.

Strategien für die digitale Transformation

Bildartikel zu 102017_MA_Dortmunder_Gespräche_Bild.jpg

Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, begrüßte die Gäste der 35. Dortmunder Gespräche.

Rund um die Themen Technologie, Dienstleistung und das Trendthema Blockchain diskutierte das „ZukunftsPlenum“ am ersten Kongresstag Strategien für die digitale Transformation der Logistikbranche. In seinem Eröffnungsvortrag zeichnete Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, ein Bild der Social Networked Industry (Bild). In dieser gehe es nicht darum, neue Technik, sondern eine neue Welt zu schaffen. „Unser Zukunftsbild Social Networked Industry steht für den Einsatz neuer Technologien in einer Welt, in der Menschen und Maschinen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Wir müssen diese Welt aktiv gestalten. Wenn wir uns weiter nur damit beschäftigen, diese Welt zu regulieren und zu verwalten, verlieren wir das wichtigste Ziel aus den Augen: Menschen dürfen nicht zum Störfaktor einer hochautomatisierten Logistik werden, sondern zum Kopf einer Social Networked Industry“, so ten Hompel.

Digital Logistics Award

Die Vortragsreihe der Wirtschaftsvertreter eröffnete im Anschluss Dr. Christoph Beumer, Chairman und CEO der Beumer Group, mit Einblicken in die Digitalisierungsstrategie eines Mittelständlers. Das ZukunftsPlenum wartete zudem mit einem Novum auf: Im Rahmen einer Pitch-Session kämpfte eine Auswahl von Start-ups und Start-ins um den „Digital Logistics Award“. Die Gründerteams stellten ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vor; den Sieger kürte das Plenum mit einer Abstimmung direkt vor Ort. Die besten drei Teams wurden auf der Abendveranstaltung des Digital Hub Logistics mit attraktiven Preisen geehrt. Im Anschluss an das Tagesprogramm bot das Fraunhofer IML in diesem Jahr einen Einblick in die aktuelle Forschung des Instituts: Mit autonomen Fahrzeugen, der Erfassung von Bewegungsdaten via Motion-Capture-Technologie und Laserprojektionen präsentierten die Wissenschaftler im ersten Teil des neuen „Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik“ ein Zusammenspiel von Technologien, die in der Social Networked Industry selbstverständlich sein werden.

Herausforderungen für Wissenschaft und Wirtschaft

Am zweiten Kongresstag, dem 13. September, widmete sich das Fraunhofer-Symposium „Social Networked Industry“ dann in fünf parallelen Sequenzen der Frage, welche Schritte in Richtung Social Networked Industry in der Praxis schon gemacht sind und vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Wirtschaft dabei noch stehen. Auch der zweite Tag brachte dabei eine Neuerung mit sich: Erstmalig setzte sich eine der fünf Sequenzen nicht aus Vorträgen und Podiumsdiskussionen zusammen; stattdessen konnten die Kongressteilnehmer in der „Digital Sandbox“ auf Erkundungstour gehen. An insgesamt 14 Stationen mit realen Anwendungsfällen zeigten Wissenschaftler den Teilnehmern, wie Mensch und Technik als Partner einer Logistik von morgen interagieren – von interaktiven Ladungsträgern über Augmented Reality und Drohnen bis zur physisch erlebbaren Blockchain.