Sonntag, den 19. November 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Flurförderzeuge im digitalen Wandel

Expertentreffen | Am 19. und 20. September luden die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) und das VDI Wissensforum erneut zur Flurförderzeugtagung nach Baden-Baden ein. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Themen wie die „Zukunft der Intralogistik“, „Assistenzsysteme“ oder „innovative Batterie- und Antriebstechnologien“.


Dabei brachten die beiden Tagungsleiter Heiner Sternstein, Entwicklung Flurförderzeuge - Technische Standards bei Linde MH, und Jürgen Kramer, Geschäftsführer der M3 Consulting & Engineering GmbH, einen wichtigen Branchentrend auf den Punkt: „Nur gute Flurförderzeuge zu bauen, reicht heute nicht mehr aus.

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Tagungsleiter Heiner Sternstein: „Nur gute Flurförderzeuge zu bauen, reicht heute nicht mehr aus. Die Kunden erwarten komplette Intralogistiksysteme, die möglichst effektiv und preiswert arbeiten.“

Die Kunden erwarten komplette Intralogistiksysteme, die möglichst effektiv und preiswert arbeiten.“ Eingeläutet hat diesen Trend laut Sternstein die Jungheinrich AG (Bild). „Deren Staplergeschäft wurde ergänzt um Systemtechnik und Warehouse-Managementsysteme.“ Kion und Toyota hätte durch den Zukauf von Dematic und Vanderlande nachgezogen. Dennoch, da ist sich Jürgen Kramer sicher, wird es den reinen Staplereinsatz auch in Zukunft noch geben. „Dies gilt insbesondere für Kleinanwender, die eine Staplerflotte von ein bis zehn Fahrzeugen unterhalten“, sagte der Experte im Gespräch mit dieser Zeitschrift. Allerdings würden diese Stapler zunehmend automatisiert und vermehrt mit Assistenzsystemen ausgerüstet.

Branche wandelt sich

Urbanisierung, Digitalisierung, Globalisierung, Automatisierung, e-Commerce – dies sind nur einige Megatrends, die nach Ansicht von Prof. Eike Böhm in den nächsten Jahren die Flurförderzeugbranche einem massiven Wandel unterwerfen werden. „Dieser hat bereits begonnen, und der Erfolg der Unternehmen ist davon abhängig, wie schnell sie sich auf diese Veränderungen einstellen und den neuen Kundenanforderungen gerecht werden“, betonte der Chief Technology Officer der Kion Group. Die Integration mit den Prozessen der Kunden werde signifikant zunehmen. Vor diesem Hintergrund seien die Aussichten auf profitables Wachstum weiter sehr positiv, wachse doch die Nachfrage nach Flurförderzeugen etwa 2,5 mal so schnell wie das BIP in den Industrieländern.
In der Vergangenheit sei der reine Verkauf von Produkten ein auskömmliches Geschäft gewesen. „In der Zukunft wird nur der Produzent erfolgreich sein, der Lösungen anbietet, die auf unterschiedliche Kundenanforderungen schnell und flexibel angepasst werden können, die an Kundenprozesse andocken und zusätzlichen Mehrwert generieren“, betonte der Experte.
Der Schlüssel zum Erfolg für die Produzenten von Flurförderzeugen sei die Modularisierung in Richtung von Produktplattformen, Standardisierung von Prozessen und Lösungen. Darüber hinaus spiele die weiter zunehmende Ausrüstung von Fahrzeugen mit unterschiedlichster Sensorik sowie Konnektivität der Fahrzeuge eine entscheidende Rolle.
Die Elektrifizierung und die intelligente Nutzung der Daten von Flurförderzeugen sei darüber hinaus ein wesentlicher Treiber, um Flottenmanagementanforderungen der Kunden sowie eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge sicherzustellen. Dies habe zunehmend Einfluss auf die Struktur und Anforderungen an Mitarbeiter, aber ebenso an das Eco System und die zukünftige Zusammenarbeit mit Kunden. Leistungsfähige und zuverlässige Flurförderzeuge bildeten auch weiterhin die Basis für eine erfolgreiche Kunden-Lieferantenbeziehung. Die steigende Komplexität zukünftiger Geschäftsmodelle und Kundenanforderungen erfordere aber, dass sich die Firmen über die klassischen Produkte hinaus weiterentwickeln. Dabei spielten im Kundendienst moderne Servicetools wie Augmented Reality und Remote Dienstleistungen eine wichtige Rolle.

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Autoren

 Rolf Müller-Wondorf

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