Sonntag, den 19. November 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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„The Voice of logistics“: Faktor Mensch im digitalen Zeitalter


Digitalisierung, Automatisierung, Robotik, Big Data: Vollgepackt mit technologischen Highlights schreitet das vierte industrielle Zeitalter auch in der Logistik immer weiter voran. Die Anforderungen an mehr Effizienz, Qualität, Ergonomie und Transparenz steigen branchenübergreifend. In Zeiten von Online-Bestellmöglichkeiten erwarten Kunden ihre Waren am besten kurz nach Abdrücken des Bestellbuttons vor der Haustür. Das alles stellt die Logistik unter einen hohen Wettbewerbsdruck, dem mit zunehmender Automatisierung entgegengewirkt werden soll. Die Zusammenstellung von Aufträgen muss schnell und gleichzeitig präzise erfolgen. Diese Veränderungen sind schon seit einigen Jahren in der Branche zu spüren. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Nach dem Motto „schneller, flexibler, pünktlicher“ überbieten sich Logistiker im hart umkämpften Marktumfeld. Manuelle ausgeführte Prozesse im Lager? Keine Option mehr – das zumindest scheint der Blick aus der Vogelperspektive preiszugeben. Doch weit gefehlt.
Fakt ist: Manuelle Assistenzsysteme – sei es Pick-by-Voice, Pick-by-Light oder MDEs – werden nie vollständig aus Lager und Produktion verschwinden. Vielmehr gilt es für Anbieter dieser Technologien, das intelligente Zusammenspiel von automatisierten Systemen und dem Mitarbeiter im Lager weiter zu optimieren. Maschinen können einige Dinge besser, wenn es beispielsweise um Lastenbeförderung geht. Das Personal hingegen trifft intuitive Entscheidungen und kann hochkomplexe Aufgaben viel effizienter lösen. Aber auch kundenspezifische Anforderungen, wie etwa eine spezielle Verpackung, werden durch Menschen optimal umgesetzt. Im Endeffekt ist das auch eine Kosten-Nutzen-Frage. Beide Systeme müssen bestmöglich zusammenarbeiten, damit sich der Einsatz auch wirtschaftlich rechnet. Beide Welten werden immer mehr miteinander verschmelzen, aufeinander angewiesen sein und sich gegenseitig unterstützen. Und genau bei dieser Prozessoptimierung spielen intelligente Assistenzsysteme eine entscheidende Rolle. Hier kommt Voice – und somit wiederum der Mensch – ins Spiel. Sprache ist das intuitivste Medium überhaupt. Diese Entwicklung wird auch zunehmend im alltäglichen Leben deutlich. Häuser werden smart, Autos werden smart, Menschen kommunizieren mit Technologien – und umgekehrt. Dabei sind Technik und Mensch immer ein Team. Keiner agiert alleine. Dasselbe gilt innerhalb der Logistik.
Sprachgeführte Lösungen, zum Beispiel Pick-by-Voice, sind bereits in vielen Bereichen der Intralogistik etabliert. Allen voran in der Kommissionierung. Um mit den steigenden Anforderungen an Schnelligkeit und Flexibilität mitzuhalten, ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Softwarelösungen notwendig. Moderne Pick-by-Voice-Systeme sind sprecherunabhängig, das heißt zum einen in mehreren Sprachen verfügbar und zum anderen ohne das zeitaufwendige Anlegen eines Sprachprofils durch den Nutzer einsetzbar. Mitarbeiter können sofort starten. Das spart nicht nur Zeit, sondern erhöht die Flexibilität. Denn so können auch Saison- oder Zeitarbeiter ohne Probleme mit der Lösung arbeiten. Die Kombination von Pick-by-Voice mit Pick-by-Vision ist in diesem Kontext eine weitere Lösung für mehr Prozesseffizienz und -qualität. Die sprachgeführte Kommissionierlösung wird dabei um die visuelle Darstellung der Artikelinformationen beispielsweise per Smartwatch erweitert. Neben der reinen Bilddarstellung können darüber auch sämtliche Auftragsinformationen und aktuelle Pickpositionen abgerufen werden. Pick-by-Voice-Lösungen sind für nahezu alle Tätigkeiten einsetzbar, bei denen Waren im Lager bewegt werden und schaffen so die optimale Verbindung zwischen Mensch und automatisierten Systemen. Der Einsatz von Maschinen ist dann ausschließlich Entlastung – und keinesfalls Ersatz für den Menschen.

Autoren

 Tim Just

Geschäftsführer Logistik der topsystem Systemhaus GmbH in Würselen.

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