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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Online versus Offline

E-Commerce | Der Rückblick auf das letzte Weihnachtsgeschäft bringt es deutlich ans Licht: Der stationäre Handel stagniert auf hohem Niveau, wogegen der E-Commerce weiter zulegen kann. Zahlreiche Studien beleuchten das Shopping-Verhalten der Konsumenten aus unterschiedlichen Blickrichtungen und fördern interessante Zusammenhänge zutage. So sind die Samstage in der Vorweihnachtszeit eher schwache Verkaufstage im Web und die Sonntage zählen dagegen zu den Umsatzstärksten im Internet. Auch die aus den USA importierten Aktionswochenenden Black Friday, Cyber Monday tragen zu deutlichen Umsatzspitzen bei. Im europäischen Durchschnitt verliert der Offline-Umsatz ein Prozent, während es im Online-Bereich zu einem Anstieg von 15 % kommt. Dieser Trend wird sich auch zukünftig fortsetzen.


Das Verschieben von Umsatzanteilen von Offline zu Online muss jedoch nicht zwangsläufig ein Verlust für den Händler bedeuten, wenn er sowohl online als auch offline seine Kunden anspricht und die Kanäle geschickt miteinander verknüpft. Innovative Handelsunternehmen kombinieren Webshop und Filialen nahtlos zu einem durchgängigen Shopping-Erlebnis. Erfolgreiche Handelsunternehmen holen ihre Kunden da ab, wo diese stehen.
Konzepte wie „Click & Collect“, Retoure in die Filiale, Events in der Filiale mit Aktionen und Vorführungen u.v.m., können zur Umsatzsteigerung beitragen. Es werden sich darüber hinaus Kanäle entwickeln, die heute noch in den Kinderschuhen stecken, wie z. B. die digitalen Assistenten: Amazon Echo, Google (Home) Assistant, Siri (Apple HomePod) oder der „Dash-Button“. Denn Studien belegen, dass Kunden, die über mehrere Kanäle angesprochen werden, häufiger einkaufen und auch beim getätigten Umsatz deutlich über den rein stationär versorgten Kunden liegen.

Bild 1 Eine mögliche Intralogistiklösung für den elektronischen Handel: Zonenpick-Bereich angebunden an das Adapto-Lager.

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Eine mögliche Intralogistiklösung für den elektronischen Handel: Zonenpick-Bereich angebunden an das Adapto-Lager.

Sonderfall: E-Commerce im Bereich Lebensmittel

Der Umsatz des Lebensmittel-E-Commerce liegt derzeit in Deutschland deutlich hinter dem in anderen Ländern zurück. Führend sind hier in Europa Großbritannien und Frankreich. Eine Ursache hierfür liegt im sehr dichten Filialnetz der Handelsunternehmen in Deutschland, die einen sehr großen Komfort für die Verbraucher bieten. Aber auch hier ist ein Wandel absehbar: Die Anzahl der Lebensmittelgeschäfte sank von 43 867 im Jahr 2006 auf 38 525 in 2014 (Quelle: EHI Retail Institute, Köln). Von der Geschäftsschließung sind häufig der ländliche Bereich und weniger die Ballungsräume betroffen. Derzeit fokussieren die E-Commerce-Konzepte ebenfalls eher Ballungsgebiete, um die Lieferkosten auf der letzten Meile zu minimieren. D.h., hier ist der ländliche Bereich tendenziell der Verlierer. In ländlichen Gebieten sind die Kosten für die „letzte Meile“ deutlich höher als in den Ballungsräumen und die Kunden sind (noch) nicht bereit, für den Service der Lieferung mehr zu bezahlen.

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Autoren

 Peter Bimmermann

Business Development Manager Food-Retail, E-Commerce bei Vanderlande, Mönchengladbach

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