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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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In nur drei Tagen einsatzbereit

Lageroptimierung | Das neue Logistikzentrum der Otto Zimmermann GmbH wurde mit der Jungheinrich AG geplant und umgesetzt. Das Lager bietet Kapazität für 1,3 Mio. kurzfristig verfügbare Teile, deren Verwaltung einen großen Aufwand darstellt. Um diesen zu bewältigen, hat Otto Zimmermann die Wühler & Gebauer EDV Consulting GmbH beauftragt, deren ERP-System „W&G effective company“ dort bereits im Einsatz war. Die Applikation zur Lagerverwaltung sollte um entsprechende Funktionen erweitert werden. Daraufhin wurde eine integrierte Hochregallagersteuerung entwickelt, die sämtliche Ablaufprozesse abbilden kann. Das System erlaubt flexible Konfigurationen und verfügt über lizenzgebührenfreie Applikationen für Materialwirtschaft, Disposition, Produktionssteuerung, Kalkulation sowie Einkauf, Vertrieb, Kunden-, Projekt-, Qualitäts- und Dokumentenmanagement.


Im Sinsheimer Werk der Otto Zimmermann GmbH, die dort Bremsscheiben und Bremsbeläge produziert, lautete die Diagnose vor rund zwei Jahren: Es herrscht Platzmangel. Die Fertigung sollte vergrößert und das Lager in einem neuen Logistikzentrum für versandfertige Ware untergebracht werden. Beteiligt an der Planung und Umsetzung waren die Jungheinrich AG, die die Hochregallager und Fahrzeuge inklusive Jungheinrich Lagernavigation lieferte, sowie die Wühler & Gebauer GmbH, die das hochleistungsfähige ERP-System zur Verfügung stellte. „Dieses Programm deckt die grundlegenden Bedürfnisse jedes Unternehmens ab, also Wareneingang und Lagerverwaltung ebenso wie Absatzplanung, Fertigungssteuerung und Versandabwicklung“, erklärt Klaus Gebauer, Geschäftsführer und IT-Spezialist der Wühler & Gebauer GmbH. „Auf diese Weise können alle relevanten Größen schnell und zentralisiert dargestellt und dokumentiert werden.“

Installation innerhalb von nur drei Tagen

Bild 1 Im Sommer 2016 wurde das Hochregallager in Betrieb genommen. Statt wie üblich drei Monate hatte die Umstellung auf das neue System nur drei Tage in Anspruch genommen. So konnte der Rückstand in der Auslieferung, der dem Wechsel geschuldet war, in kürzester Zeit aufgeholt werden.

Bild 1
Im Sommer 2016 wurde das Hochregallager in Betrieb genommen. Statt wie üblich drei Monate hatte die Umstellung auf das neue System nur drei Tage in Anspruch genommen. So konnte der Rückstand in der Auslieferung, der dem Wechsel geschuldet war, in kürzester Zeit aufgeholt werden.

Die auf dem Reißbrett geplante Halle besitzt einen großen Hochregallagerbereich, einen kleineren Bürotrakt sowie eine Ladestation für Gabelstapler und Rampen für LKW (Bild 1). „Das neue Gebäude bietet mit 52 Regalzeilen von 12 m Höhe, 26 Gassen und 16 000 Palettenplätzen nun ausreichend Platz für die Ausfertigungen der etwa 630 000 Bremsscheiben und Bremstrommeln des Produktsortiments von Otto Zimmermann“, erklärt Thomas Fiché, Vertriebsbevollmächtigter der Jungheinrich AG. Eingelagert und kommissioniert wird die Ware mit Hochregalstaplern des Modells EKX 516 und Vertikalkommissionierern des Modells EKS 312. Die besondere Anforderung für Wühler & Gebauer war hierbei die Anbindung der Lagerverwaltungs-Software für die zahlreichen Einzelposten sowie die Anpassung an die Gebäude- und Intralogistik.
Im Sommer 2016 wurde das Hochregallager in Betrieb genommen. Was normalerweise gut drei Monate in Anspruch nimmt, wurde innerhalb von nur drei Tagen erreicht: Das neue System lief. Im neuen Logistikzentrum wurde innerhalb kürzester Zeit der gleiche Durchsatz wie am alten Lager erzielt.

Ausgangslage und Anforderungen an das System

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Bild 2
Die vom Lagerverwaltungssystem vorgegebene Regalposition wird halbautomatisch und exakt angefahren. Da Beschleunigung und Abbremsung mithilfe des Systems optimiert werden, wird durch die Ausnutzung der maximalen Geschwindigkeit effektiv Zeit eingespart.

Im früheren System führten beispielsweise Zahlendreher bei den hunderten von durchnummerierten Lagerplätzen dazu, dass Mitarbeiter unter Umständen vor dem falschen Fach standen. „Bei dem neuen Hochregallager haben wir daher zusätzlich die Einbindung der Jungheinrich Lagernavigation berücksichtigt“, erklärt Gebauer. „Da alle Bremsscheiben von außen so gut wie gleich aussehen besteht immer die Möglichkeit einer Verwechslung. Ebenso greift man schnell mal nach links statt nach rechts.“ Um wiederkehrende Entnahme- und Einlagerungsfehler zu vermeiden, wurde jetzt die Fahrzeugsteuerung teil-automatisiert. Das ERP-System sendet die Koordinaten der Standorte an das Jungheinrich Logistik-Interface. Dieses leitet die Daten in angepasster Form an die Lagerfahrzeuge weiter. So erkennen die Hochregalstapler den anzufahrenden Zielort, der Fahrer muss lediglich Gas geben (Bild 2).

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