Einfacher, schneller, sicherer

Materialfluss | Am Hamburg Airport sorgen IT-Systeme und die Leitstand-Technologie der PSI Logistics von der Steuerung der Gepäckförder- und -sortieranlagen bis hin zum Abgleich von Passagier- und Gepäckdaten nach internationalen Sicherheitsstandards für Verfügbarkeit, Transparenz, Effizienz und Sicherheit bei den Prozessen zwischen Check-In und Flugzeug. Die Hansestadt Hamburg ist ein begehrtes Reiseziel.


Bild 1 Um den Komfort für die Passagiere zu steigern, investiert Hamburg Airport in den kommenden zehn bis 15 Jahren insgesamt rund 540 Mio Euro in die schrittweise Anpassung seiner Terminalstruktur.

Bild 1
Um den Komfort für die Passagiere zu steigern, investiert Hamburg Airport in den kommenden zehn bis 15 Jahren insgesamt rund 540 Mio Euro in die schrittweise Anpassung seiner Terminalstruktur.

Um den Komfort für Passagiere zu steigern, die mit dem Flugzeug von und nach Hamburg reisen, investiert Hamburg Airport in den kommenden zehn bis 15 Jahren insgesamt rund 540 Mio. Euro in die schrittweise Anpassung seiner Terminalstruktur (Bild 1). Dabei ist auch eine neue Gepäckförderanlage geplant – inklusive moderner Gepäckkontrollgeräte, Kameraverfolgung und Gepäckspeicher für frühzeitig eingecheckte Koffer. Eine Anlage für höchste Sicherheitsanforderungen. Mit Erweiterung und Aktualisierung der entsprechenden IT-Infrastruktur hat der Flughafen technologisch dafür bereits eine Basis geschaffen. Diese Aufgabe erhielt die PSI Logistics GmbH, Berlin. „Mit der neuen Infrastruktur passt Hamburg Airport sich an die wachsenden Bedürfnisse an“, urteilt Andre Beck, zuständiger Projektmanager der PSI Logistics. „Mit dem Austausch der Server-Hardware für den Leitrechner sowie der Implementierung aktueller Software aus der PSI Logistics Suite und einem modernen Anzeigensystem sind Verfügbarkeit und Performance der Gepäckförderanlage am Flughafen Hamburg zukunftsfähig.“
Voraussichtlich rund 17 Mio. Passagiere werden in diesem Jahr den Airport der Hansestadt nutzen. Das Gros von ihnen gibt beim Check-In auch ein Gepäckstück auf. Die Abläufe beim Gepäckhandling am Luftfahrtdrehkreuz des Nordens unterstützen seit knapp 20 Jahren Softwaresysteme der PSI Logistics. „Wir haben mit der PSI Logistics seit dem ersten Projekt im Jahr 2000 einen kompetenten, verlässlichen IT-Partner an unserer Seite“, erläutert Claus Rosenboom, Objektmanager Fördertechnik der Flughafen Hamburg GmbH. „Inzwischen setzen wir bei der Gepäckbearbeitung auf eine einheitliche IT-Infrastruktur mit Softwaresystemen der PSI Logistics. Sie bilden ein solides IT-Fundament und reduzieren Schnittstellen und Schnittstellenkonflikte.“
Vom Check-In an den Gepäckautomaten oder den Countern der Fluggesellschaften bis zur Verladung durch den Ground Handling-Dienstleister sorgen die IT-Systeme der PSI Logistics für durchgängige Prozesssicherheit, umfassende Dokumentation und weltweit zeitnahe Bereitstellung der erforderlichen Daten. „Von der entsprechenden Hardware-Ausstattung über die Steuerung koordinierter Prozesse bis zur Datenverarbeitung und -verteilung eine schlüsselfertige IT-Anlage“, sagt PSI-Projektmanager Beck.

30 000 Gepäckstücke pro Tag

Im Mittelpunkt stehen dabei das Baggage Handling System (PSIairport/BHS), das Baggage Reconciliation System (PSIairport/BRS) sowie der Leitrechner, das „Gehirn“ der Gepäckanlage. Dabei übernimmt das PSIairport/BHS insbesondere die übergeordnete Anlagensteuerung sowie die zielgerechte Verteilung der Gepäckstücke und Integration von Ergebnissen der Gepäckkontrollstufen. Das PSIairport/BRS steuert und dokumentiert die Prozessfolgen der Bodenverkehrsdienste für das Gepäckhandling zwischen der Fördertechnik und dem Flugzeug:

Bildartikel zu 102017_FT_PSI_Bild 2.JPG

Bild 2
Die mehrere Kilometer langen Bänder der Sortier- und Förderanlage transportieren am Tag bis zu 30 000 Koffer.

Transportfahrzeug, Verladung und Übergabe an die Fluggesellschaften – inklusive Trolley-Management und Kostenzuordnung. Die per Scanner, Kamera und mobilen Handgeräten erfassten Informationen werden im Leitrechner zusammengeführt und unter anderem an die betreffenden Fluggesellschaften und – zeitversetzt – an die Zielflughäfen weitergeleitet.
Pro Tag transportieren die mehrere Kilometer langen Bänder der Sortier- und Förderanlage bis zu 30 000 Koffer (Bild 2). Nachdem die Gepäckstücke aufgegeben und von den Förderbändern in die Sortieranlage eingeschleust worden sind, erfassen Scanner kontinuierlich den, mit den Flug- und Fluggastdaten verknüpften, Barcode am Gepäckstück. Parallel dazu erfassen zahlreiche Kameras den Transport auf der Förder- und Sortierstrecke. „Die Überwachung und Gepäckverfolgung erweitern und optimieren wir kontinuierlich“, sagt Rosenboom. „Mit der PSI Software werden die Kamerabilder verarbeitet und die Schnittstellen zur Steuerungsebene der Anlage geführt. Der Leitrechner schließlich hält die Anlage am Laufen.“
Bereits 2013 war der Leitrechner ausgetauscht worden. Zudem wurden neue Steuerungsprozesse in das BHS integriert. 2016 hat der Flughafen sich dann mit einem Upgrade auf das aktuelle Release 3.5 des Handling Systems ausgerichtet. „Damit ist der Flughafen bei der Steuerung seiner komplexen, hochperformanten Gepäckförder- und sortieranlagen technologisch und funktional optimal auf die Zukunft ausgerichtet“, urteilt Beck.
Bildartikel zu 102017_FT_PSI_Bild 3.jpg

Bild 3
Das Baggage Handling-System routet die Gepäckstücke auf der Sortieranlage an die richtige Verladestelle. Dort nehmen Mitarbeiter des Ground Handling die Koffer ab. Die Prozesse werden per Handscanner bestätigt.

Das BHS routet die Gepäckstücke auf der Sortieranlage an die richtige Verladestelle. Dort nehmen Mitarbeiter des Ground Handling die Koffer ab. Die Prozesse werden per Handscanner bestätigt (Bild 3). Das Ground Handling übernimmt für die Fluggesellschaften den Gepäckumschlag und ist für die operativen Prozesse zwischen Fördertechnik und Flugzeugrumpf – Erfassung, Containerisierung, Verladung – verantwortlich. „Das PSIairport/BRS unterstützt dabei gleichermaßen die Sicherheitsaspekte bei der lückenlosen Überwachung der Gepäckverladung, wie auch die nachfolgenden IT-gestützten Prozesse“, fasst Rosenboom zusammen. „Die Airport-Systeme der PSI Logistics unterstützen alle an die Gepäckförderanlagen angehängten Schnittstellen und steuern die prozessbeteiligten Bereiche.“

Echtzeitdokumentation über UMTS

Über mobile Datenterminals erfolgen an den Endstellen der Sortieranlage die Übernahme und die Einzelstückerfassung im PSIairport/BRS durch den Handling-Dienstleister. Damit stehen benötigte Informationen etwa über Passagier, Flugnummer, Ziel- und Umsteigeflughafen den Fluggesellschaften in Echtzeit zur Verfügung. Das beschleunigt die Prozesse. So kann mit den, über das PSIairport/BRS ermittelten, Daten umgehend nicht nur ein Abgleich zwischen Passagier- und Gepäckdaten erfolgen. Sollte ein Passagier nicht im Flugzeug sein oder es wieder verlassen müssen, ermittelt der Handling-Dienstleister mit dem IT-System der PSI Logistics mit wenigen Klicks, an welchem Punkt in welchem Container das entsprechende Gepäckstück gelagert ist und an welchem Standort der Container sich im Rumpf des Flugzeuges befindet. Hintergrund: Nach den geltenden Sicherheitsvorschriften darf kein Flugzeug abheben, wenn sich ein Gepäckstück ohne zugehörigen Passagier an Bord der Maschine befindet. Dabei sorgen BRS und BHS für transparente Bearbeitungsprozesse, eine gute Integration von Ergebnissen der Gepäckkontrollstufen und unterstützen den Abgleich von Gepäck- und Passagierdaten bei den Airlines. Resultat: Schneller Zugriff ohne nachhaltige Belastung des Flugplans.
Dabei verfolgt PSIairport/BRS unter anderem vorgegebene Optimierungsstrategien, nach denen beispielsweise das Gepäck von Transfer-Passagieren so auf die Transportcontainer zugeordnet wird, dass bei der Umladung an den Transfer-Flughäfen möglichst wenig operatives Handling erforderlich wird. 
 Eine technologische Besonderheit: Für die Echtzeitdokumentation der Ver- und Entladeprozesse bietet das Vorfeld, direkt an den Flugzeugen, denkbar ungünstige Bedingungen. Lösungsmodelle auf Basis von Wireless LAN werden von den vielen Flug- und Fahrzeugbewegungen auf dem Vorfeld stark beeinträchtigt. Der Lösungsansatz der PSI Logistics berücksichtigt daher auch Optionen zur Integration des Mobilfunkstandards UMTS in die Abfertigungsprozesse. Die Übertragungstechnologie bietet höhere und kostengünstigere Übertragungsraten und damit neben der gesteigerten Zuverlässigkeit auch eine deutlich schnellere Datenverarbeitung.

Lückenlose Dokumentation

Zudem sind Fehlverladungen durch den Einsatz von PSIairport/BRS minimiert. Vorsortierung und die Verladung aller relevanten Objekte werden über mobile Handscanner gesteuert und detailliert dokumentiert, ohne zeitkritische Arbeitsprozesse zu verlangsamen. Die Gepäckstücke werden bei Übernahme aus dem Bereich der Gepäcklogistik mit den MDTs erfasst und durch scannen des Barcodes an der Transporteinheit diesem zugeordnet. Gleiches erfolgt bei der Übergabe in den Frachtraum des Flugzeugs. Sollten Gepäckstücke einmal nicht in die richtigen, vom Leitrechner vorgegebenen Container geladen werden, stößt das System deutliche optische und akustische Signale an, sodass die Mitarbeiter Fehlverladungen frühzeitig erkennen und vermeiden können.

Gleichzeitig werden die Daten online in Echtzeit an die Fluggesellschaften übermittelt. Die Fluggesellschaften verfügen damit über ein lückenloses Protokoll hinsichtlich Anzahl, Gewicht und Lokalisation der Gepäckstücke. Sie können bei Bedarf ihren Fluggast über den Status des Gepäckstückes, beispielsweise per SMS, zeitnah informieren. Darüber hinaus verwenden Fluggesellschaften die vom PSIairport/BRS erfassten Gepäckinformationen für den Datenaustausch über eines der globalen Datennetzwerke, mit denen die Flughäfen weltweit untereinander verbunden sind.
Eine weitere Besonderheit: Das in Hamburg eingesetzte PSIairport/BRS sorgt nicht nur für optimalen Datenfluss, durchgängige Dokumentation und Prozesssicherheit. Es bietet zudem integrierte Funktionen für ein effizientes Container-Management. Die konsequente Erfassung der Eingangscontainer bereits bei der Entladung und ein Abgleich mit den im PSIairport/BRS erfassten Abgangscontainer konzentrieren und vereinfachen die Arbeitsprozesse. Dabei ermöglicht das IT-System der PSI Logistics eine permanente Inventur und Bestandserfassung der Lademittel. Auf diese Weise kann der Ground Handling-Dienstleister zu jedem Zeitpunkt nachverfolgen, wo sich welche Container befinden und wann sie den Flughafen auf welcher Destination verlassen. „Damit verfügt die Handling-Gesellschaft beispielsweise über ein Stock-Control, das den Mitarbeitern aufzeigt, welche Leercontainer für welche Airline auf dem Boden verfügbar sind“, so Beck. „Auf diese Weise kann der Dienstleister die Transportcontainer optimal verwalten und – etwa nach Transfer-Destinationen – kategorisieren.“
Inzwischen laufen nahezu alle IT-Systeme der PSI Logistics am Hamburger Flughafen im aktuellen Release. Die Upgrade und Release-Fähigkeit der Systeme bieten dem Airport die Möglichkeit, die Systeme jederzeit auf den aktuellen Stand von Technik und IT-Entwicklung zu bringen. Fazit: Für ein ganzheitliches Sicherheits- und Prozessmanagement in der komplexen Flughafenwelt sind immer öfter Komplettlösungen aus einer Hand gefordert. Das Lösungsspektrum von Airport-Software aus der PSI Logistics Suite sorgt mit seinem umfassenden Funktionsumfang, seiner hohen Integrationsfähigkeit und zukunftsfähigen Systemkonzeption für maximale Flexibilität und Investitionssicherheit der Flughafenbetreiber, Handling-Agenten und Fluggesellschaften. Allein in Deutschland arbeiten zehn der zwölf größten Verkehrsflughäfen mit Airport Solutions der PSI Logistics.