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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Schlanke Prozesse für den Cerealienversand

Warehouse-Management | Seit Kölln im Jahr 2003 SAP als Unternehmenssoftware eingeführt hat, ersetzt der Lebensmittelhersteller Schritt für Schritt alle proprietären Software-Systeme durch SAP-Anwendungsmodule. Nachdem der damalige Softwareanbieter den Wartungsvertrag für das bis dato eingesetzte Lagerverwaltungssystem gekündigt hat, kam viastore Software ins Spiel und integrierte das Zentrallager mit SAP EWM in die SAP-Landschaft. Das Ergebnis ist eine bessere Datenqualität, mehr Transparenz, schnellere sowie schlankere Prozesse und eine deutlich verringerte Reklamationsquote.


Bild 1 Mehr als 500 Paletten verlassen an Spitzentagen das Zentrallager des Familienunternehmens Kölln im schleswig-holsteinischen Elmshorn. Mit SAP EWM konnte auch die Verwaltung der doppelt hohen Paletten, die bei Kölln als Lager- und Versandeinheit dienen, sicher umgesetzt werden.

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Mehr als 500 Paletten verlassen an Spitzentagen das Zentrallager des Familienunternehmens Kölln im schleswig-holsteinischen Elmshorn. Mit SAP EWM konnte auch die Verwaltung der doppelt hohen Paletten, die bei Kölln als Lager- und Versandeinheit dienen, sicher umgesetzt werden.

Cerealien stehen auf fast jedem Frühstückstisch, der Markt boomt. Das Familienunternehmen Kölln ist einer der Marktführer. Mehr als 500 Paletten verlassen an Spitzentagen das Zentrallager im schleswig-holsteinischen Elmshorn (Bild 1). Dieser Output erfordert effiziente, reibungslose Prozesse von der Anlieferung der Grundprodukte bis zur Produktion, vom Auftragseingang bis zur Auslieferung. Doch ausgerechnet im Zentrallager, das die Produktion mit Rohstoffen versorgt und aus dem die Kundenbestellungen versendet werden, knirschte es. Denn die Software, die das Hochregallager und seine 5 600 Palettenplätze gesteuert und gemanagt hat, stammte aus dem Jahr 1999.

Lagerverwaltungssystem ohne Wartung

Bild 2 Sie haben gemeinsam das Software-Projekt im Zeit- und Budgetrahmen gestemmt – ohne dass das Lager stillstand (v.l.): Patrick Eichstädt, Geschäftsführer viastore Software, Uwe Oestreich, Winfried Rostock, Corinna Strade, Manfred Hruschka (Senior Vertrieb Softwarelösungen bei viastore Software) sowie IT-Leiter Sebastian Krome.

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Sie haben gemeinsam das Software-Projekt im Zeit- und Budgetrahmen gestemmt – ohne dass das Lager stillstand (v.l.): Patrick Eichstädt, Geschäftsführer viastore Software, Uwe Oestreich, Winfried Rostock, Corinna Strade, Manfred Hruschka (Senior Vertrieb Softwarelösungen bei viastore Software) sowie IT-Leiter Sebastian Krome.

„Dass das Hochregallager reibungslos funktioniert, ist grundlegend für uns“, betont Winfried Rostock, Mitglied der Geschäftsleitung von Kölln (Bild 2). „Würde es ausfallen, könnten wir auf einen Schlag nicht mehr produzieren und nichts mehr an unsere Kunden versenden.“ Doch vor einiger Zeit kündigte das Softwarehaus den Wartungsvertrag des Lagerverwaltungssystems. Für Winfried Rostock war das eine gute Gelegenheit: „Wir haben schon 2003 SAP als ERP-System eingeführt. Seitdem lautet unsere Strategie, Fach-Software-Lösungen bei einer fälligen Ablösung durch SAP-Module zu ersetzen.“ Der unter anderem für IT-Systeme zuständige Manager sieht vielfältige Vorteile einer solchen Plattform-Strategie – etwa bei Datenmigration, -austausch und -sicherheit oder in der durchgängigen Verfügbarkeit der Stammdaten. Sebastian Krome, Abteilungsleiter IT bei Kölln, ergänzt: „Spezifische Software-Lösungen für die einzelnen Fachabteilungen bedeuten für uns mehr Schnittstellen, zusätzliche Wartungsverträge und eventuell verschiedene Release-Stände bei Datenbanken. Mit der Plattform-Strategie haben wir in den vergangenen Jahren unsere IT-Landschaft deutlich vereinfacht.“

Auf Kundenwünsche zugeschnittene Lösungen

Die Einführung der neuen Lagerverwaltung auf Basis von SAP nutzte Kölln für einen weiteren Schritt nach vorn. Ein Punkt war für Uwe Oestreich, Key User EWM, besonders wichtig: „Wir Lebensmittler denken in CCG1-Maßen.“ Das ist die von der GS1 Germany GmbH empfohlene Ladehöhe für Europaletten von 1050 mm. „Unsere Handelspartner erwarten, dass wir sie mit doppelt hohen CCG1-Paletten beliefern. Wir lagern und versenden also zwei übereinander gestapelte Paletten als eine Einheit.“ Doch ihre Verwaltung war mit der bisherigen Software nur eingeschränkt möglich, und falsche Etikettierungen führten immer wieder zu Reklamationen der Endkunden.

SAP EWM verwaltet Bestände bis auf den Lagerplatz

Mit SAP EWM hat Kölln zahlreiche Verbesserungen erzielt. Das Extended Warehouse Management (EWM) verwaltet sämtliche Warenbewegungen und Bestände im Lager und ist direkt an die Steuerung der Automatik-Komponenten der Anlage angebunden. Das System bildet den gesamten Lagerkomplex detailliert bis auf Lagerplatzebene ab. Für die Realisierung beauftragte Kölln das Stuttgarter Softwarehaus viastore Software. Der Anbieter von hochvernetzten Materialflussanlagen ist auf Warehouse-Management- und SAP-basierte Lösungen für Intralogistik und industrielle Produktionsprozesse spezialisiert. Das Unternehmen ist seit 1996 Service-Partner der SAP und hat zahlreiche Lager in SAP integriert.
Die Ablösung einer alten Software in einem automatischen Lagersystem ist immer eine besondere Aufgabe, wie Patrick Eichstädt, Geschäftsführer der viastore Software, beschreibt: „Wir führen SAP EWM in einer im Drei-Schicht-Betrieb laufenden Anlage so ein, dass die Lieferfähigkeit zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt ist.

Seite des Artikels
Die Projektpartner:

Kölln:
Im  Stadtzentrum  von  Elmshorn  ist  die  Firma  Peter Kölln GmbH & Co. KGaA seit fast 200 Jahren unternehmerisch  tätig.  Mit  seinen  368  Mitarbeiterinnen und  Mitarbeitern  sowie  35  Auszubildenden  erwirtschaftet  der  Lebensmittelhersteller  einen  Jahresumsatz von 129,1 Mio. Euro. Neben der Marke Kölln gehören  seit  2004  auch  Livio,  Biskin,  Palmin  und Becht’s  sowie  Pomps  Kindergrieß  und  Edelweiss Milchzucker  zum  Unternehmen.  Diese  Diversifizierungsstrategie wurde 2014 mit dem Kauf der Marke Mazola fortgesetzt.

viastore:
viastore ist ein führender internationaler Anbieter von Intralogistik-Systemen und Intralogistik-Software. Das Unternehmen viastore Systems fokussiert sich auf die Planung,  die  Implementierung  und  die  permanente Verbesserung von System-Anlagen. Die viastore Software bündelt alle Aktivitäten rund um das Standard-WMS viadat sowie um die viastore-SAP-Logistiklösungen  (EWM  und  WM).  viastore  beschäftigt  weltweit 500 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 130 Mio. Euro.

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