Mittwoch, den 22. November 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Volle Energie

Angebotserweiterung | Keine Batteriewechsel, konstante Leistung bei niedrigerem Energieverbrauch, einfaches, sicheres Handling und hohe Verfügbarkeit für anspruchsvolle Mehrschichteinsätze: Aufgrund ihres „Rund-um-Sorglos“-Charakters sind Lithium-Ionen-Akkus auch im Staplerbereich auf dem Vormarsch. Seit gut einem dreiviertel Jahr bietet Linde Material Handling die ersten Gegengewichtsstapler mit der innovativen Batterie-Technologie an. Bis Ende des Jahres sollen weitere Geräte folgen. (siehe auch Seite 39)


Lithium-Ionen-Akkumulatoren liegen im Trend. Und auch beim Thema Flurförderzeuge hat man das Potenzial der Energiebündel schon länger im Blick. So präsentierte beispielsweise Linde Material Handling als Vorreiter auf diesem Gebiet bereits vor zehn Jahren den branchenweit ersten Prototypen eines Elektrostaplers, der seine Energie nicht mehr aus herkömmlichen Bleisäure-Batterien, sondern aus Lithium- Ionen-Akkumulatoren bezog. Inzwischen hat die Technologie in großem Maßstab Einzug in die Produktpalette des Aschaffenburger Herstellers und Lösungsanbieters gehalten. Seit vergangenen November sind die ersten Gegengewichtsstapler im Traglastbereich von 1,4 bis 1,8 t erhältlich; bis Ende dieses Jahres sollen dann auch in den Baureihen bis 5 t Tragfähigkeit Modelle mit Lithium-Ionen-Akkus angeboten werden. „Wir haben die in der Praxis vorkommenden Einsätze mit 40 verschiedenen Szenarien modelliert“, beschreibt Frank Bergmann, Produktmanager Gegengewichtstapler Deutschland bei Linde. „Die aus Kundensicht durchgeführte Pay-back-Rechnung zeigt: Bei vielen der heutigen Einsätze könnte Lithium-Ionen bereits die wirtschaftlichere Variante sein.“ Dies gelte insbesondere für Betriebe, bei denen die Geräte in Mehrschichtsystemen laufen.

Raum fürs Wesentliche

Anders als bei Geräten mit Bleisäure-Batterien verbleiben Lithium-Ionen-Akkus stets im Fahrzeug und müssen nicht aufwendig vor Ort getauscht werden – das bedeutet zunächst einmal: Es ist weder ein separater Raum mit eigener Absauganlage für schädliche Dämpfe erforderlich, noch müssen Lagerkapazitäten für Ersatzbatterien vorgehalten werden. Gerade bei Neu- oder Umbauten lässt sich der gewonnene Platz für mehr Logistikfläche einplanen. Arbeitsunfälle oder Batterieschäden mit hohen Folgekosten, wie sie beim Wechsel der Bleisäure-Akkus in der Praxis immer wieder vorkommen, gehören mit Lithium-Ionen ebenfalls der Vergangenheit an, ebenso wie das zeitraubende Öffnen der Batteriehaube. Stattdessen erfolgt die Ladung unkompliziert über den einfach zu erreichenden Ladestecker des Staplers.

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Zwischenladung: Was für Bleisäure-Batterien als schädlich gilt, ist für die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Akkus sogar förderlich.

In diesem Zusammenhang offenbart sich ein weiterer Vorteil moderner Lithium-Ionen-Akkus, für deren Lebensdauer häufiges Zwischenladen im Gegensatz zu Bleisäure-Batterien sogar förderlich ist: Je häufiger zwischengeladen wird, desto länger hält der Akku (Bild). Linde-Experte Frank Bergmann empfiehlt, Lithium- Ionen-Geräten idealerweise bei Ladezuständen zwischen 20 und 80 % eine Zwischenladung zu gönnen. Anwender können kurze Pausen in Mehrschichtsystemen effektiv nutzen, um die Stapler wieder mit Energie für die nächsten Arbeitsstunden zu versorgen. „Bei einer komplett leeren Batterie mit kleinster Kapazität dauert der Ladevorgang mit dem großen Ladegerät rund 50 min, bis der Akku wieder komplett voll ist“, erklärt Bergmann. „Doch es genügen schon zehn Minuten, um die Reichweite des Gerätes um eine Stunde zu verlängern.“

Aus einer Hand

Nach Aussage des Linde-Produktmanagers, bietet sein Unternehmen ein exakt auf die Bedürfnisse des Staplereinsatzes abgestimmtes, CE-zertifiziertes Komplettsystem an – bestehend aus Fahrzeug, Batterie, Ladegerät und Batteriemanagement (BMS). Gerade auf Letzteres sind die Entwickler des Flurförderzeugherstellers besonders stolz. Über einen CAN-Bus kommuniziert der Akkumulator ständig mit dem Stapler. Kommt es beispielsweise zu sogenannten Stromspitzen, etwa, weil der Bediener gerade beim Anfahren gleichzeitig eine schwere Last anhebt, kappt das BMS diese Stromspitzen und trägt somit zu einer langen Lebensdauer der Batteriezellen bei. Weiterer sicherheitsrelevanter Vorteil der integrierten Linde-Lösung: Sinkt der Ladezustand des Stromspeichers auf einen bestimmten Wert, werden Fahr- und Hubgeschwindigkeit automatisch reduziert, sodass es nicht zu einer plötzlichen Abschaltung oder zum Ausfall wichtiger Systeme kommen kann.

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