Sonntag, den 24. September 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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„Einfach machen!“

Kongress | „In diesem Jahr war alles anders.“ – mit diesen Worten verabschiedete Professor Volker Stich, Geschäftsführer des FIR an der RWTH Aachen, die knapp 250 Teilnehmer der 24. Aachener ERP-Tage, die vom 20. bis 22. Juni 2017 im Cluster Smart Logistik auf dem RWTH Aachen Campus stattfanden. Unter dem Motto „ERP und MES – Intelligente Vernetzung auf dem Weg zu Industrie 4.0“ trafen sich Experten aus Industrie und Forschung und diskutierten die Chancen und Risiken der Integration von Wertschöpfungsprozessen in Unternehmen.


Dabei gingen die Inhalte weit über die reine Betrachtung der Systemwelten hinaus und entführten die Teilnehmer in übergreifende Kontexte – ein Muss, denn, so Stich, nur derjenige ist erfolgreich, der willens und in der Lage ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Dies gelte für ERP- und MES-Anbieter und -Nutzer gleichermaßen. Industrie 4.0 und die Digitalisierung von Geschäftsabläufen biete auch der ERP- und MES-Branche große Potenziale deutlich über die Programmierung hinaus. Im Sinne der Interdisziplinarität und Interaktivität sei nicht mehr ausschließlich das ERP- oder MESystem, sondern die Vernetzung zwischen diesen Systemen und dem Menschen relevant.

Professor Günther Schuh, Direktor des FIR, begrüßte im Juni knapp 250 Teilnehmer zu den diesjährigen Aachener ERP-Tagen.

Professor Günther Schuh, Direktor des FIR, begrüßte im Juni knapp 250 Teilnehmer zu den diesjährigen Aachener ERP-Tagen.

Die Eröffnungsvorträge hielten Professor Günther Schuh, Direktor des FIR (Bild), und Johannes Klöcker, CPO & Head Key Account Management von Klöckner & Co Deutschland. Der von Schuh vorgestellte „Industrie 4.0 Maturity Index“ beurteilt den Reifegrad eines Unternehmens hinsichtlich seiner Industrie 4.0-Fähigkeit und leitet daraus eine digitale Roadmap ab. Agile Unternehmen, so Schuh, übertreffen heute schon traditionelle Unternehmen mit gravierend kürzeren Latenzzeiten innerhalb der Entscheidungswege. Wie dies praktisch funktioniert, hat Schuh durch das Erfolgsprojekt des Elektroautos e.GO Life bereits bewiesen. Klöcker sieht im Zuge der Digitalisierung die Umwandlung der klassischen Wertschöpfungskette in eine Industrieplattform, die als offener Marktplatz Transparenz schafft, Lieferanten integriert und Preisvergleiche ermöglicht.

Über Industrie 4.0 hinausdenken

Im Zeichen des „Machens“ stand der Vortrag von Klaus Burmeister, Gründer von Z_punkt und Head of Foresightlab, der seine Thesen zur Arbeitswelt von morgen vorstellte. Burmeister denkt bereits heute über die Industrie 4.0 hinaus und verliert dabei nicht den Blick für gesamtgesellschaftliche Prozesse. Für ihn sind smarte, vernetzte Systeme und Plattformen die Organisationsstruktur der Zukunft, mit denen kreative Menschen umgehen müssen.
Der vorgelagerte Praxistag bot den Teilnehmern zusätzlich die Möglichkeit, in drei interaktiven Seminaren Lösungsansätze für das eigene Unternehmen zu diskutieren: Im Workshop „ERP-/MES-Management in der Praxis“ stand die Identifizierung des geeigneten Systems für Unternehmen im Mittelpunkt. In „Stammdaten in der Praxis“ lernten die Teilnehmer die Bedeutung des Themas Stammdatenmanagement für den unternehmerischen Erfolg kennen. Wie man Optimierungspotenziale in den Bereichen Planung und Steuerung von Businessprozessen nutzen kann, war das Kernthema des Seminars „Kennzahlenbasierte Optimierung von Businessprozessen“.
Die nächsten Aachener ERP-Tage finden vom 19. bis zum 21. Juni 2018 statt.

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