Die Flurförderzeugbranche ist auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet


Ob eine neue Idee tatsächlich eine Innovation ist, steht oft erst im Nachhinein fest. Zu fast jeder bahnbrechenden Erfindung der Geschichte lassen sich zeitgenössische Stimmen zitieren, die ihren Sinn in Zweifel zogen. Aus der Rückschau klingt das dann immer amüsant. Zum Zeitpunkt der Entwicklung aber muss ein gewisses unternehmerisches Risiko eingegangen werden, damit es Jahre später heißt: „Die haben damals alles richtig gemacht.“ Aktuell sind es eine ganze Reihe an Themen und zukunftsweisenden Ideen, die die Flurförderzeug-Branche mit Blick auf Übermorgen bewegen:
So hat die Diskussion um den Elektroantrieb unter anderem durch Entwicklungen in der Lithium-Ionen-Technik neuen Aufschwung erhalten. Die Vorteile der Li-Ionen-Batterie liegen auf der Hand: Unter anderem höhere Energiedichte, schnelles Laden und lange Lebensdauer. Die Li-Ionen-Batterie macht der Bleisäurebatterie Konkurrenz und wird diese in vielen Anwendungen ersetzen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann. Auch wenn der Markt nicht zuletzt wegen der höheren Anschaffungskosten noch zögert.
Parallel dazu werden durch Digitalisierung und verstärkte Vernetzung Ideen möglich, die vor einem Jahrzehnt weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar gewesen wären – beispielsweise Assistenzsysteme. Schließlich ist jeder Unfall mit einem Flurförderzeug, der nicht stattfindet, ein wahrer Gewinn für jeden Betrieb. Zu den vielfältigen Helfern zählen einfache Ausstattungsoptionen wie der Linde BlueSpot genauso wie sensorbasierte Systeme, die beispielsweise die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs abhängig vom Lenkwinkel drosseln. Übrigens entstehen viele dieser Ideen durch konkrete Anfragen von Kunden. Gerade für Innovationen lohnt es sich, das Ohr am Markt zu haben. Zunehmende Automatisierung und fahrerlose Transportsysteme sind weitere Stichworte.
Trotz der beherrschenden Themen „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ bieten auch mechanische Aspekte noch Potenzial für Innovationen und Optimierung. Ein Beispiel sind Werkstoffe. Dabei führen manchmal mehrere Wege zum Ziel: Linde war Vorreiter, Hubmast-Schwingungen durch gezielte Gegenbewegungen mittels Elektromotor (DMC-Dynamic Mast Control) auszugleichen. Ebenfalls denkbar wären Lösungen durch extra steife Masten, basierend auf Kohlefaser oder anderen Verbundwerkstoffen. Auch hier gilt also wieder: Breit aufgestellt sein und neugierig in die Zukunft schauen sind die besten Voraussetzungen, um auf die richtige Innovation zu setzen.
Genau aus diesem Grund sind Veranstaltungen wie die VDI-Flurförderzeugtagung so wichtig. Wir können uns als Experten untereinander austauschen und Erfahrungen teilen. Auch und gerade mit den Betreibern, die mitentscheiden, welche Konzepte sich durchsetzen. Wie gut also, wenn solch ein Branchentreffen hochkarätig besetzt ist.
Auch wenn manche der Anwesenden am Markt Wettbewerber sind: Vom gegenseitigen Austausch wird man schlauer. In unserem Arbeitsalltag sind wir darauf spezialisiert, Flurförderzeuge zu entwickeln und herzustellen, die Waren schnell und sicher transportieren, vom kleinsten Ersatzteil bis zu großen Betonrohren. Bei der VDI-Tagung geht es darum, Informationen zu transportieren.
In den kommenden Jahren kommt es darauf an, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ganz neue Ideen umsetzen – oder existierende Bereiche optimieren? Beides kann einen ungeahnten Innovationsschub bedeuten. Was genau von allen diesen vielen Ideen sich am Ende durchsetzt? Das werden wir erst in der Zukunft wissen. Für die Firma Linde Material Handling kann ich sagen: Wir werden den gesamten Erfindungsreichtum und die umfassende Erfahrung unserer Mitarbeiter und Kooperationspartner daransetzen, dass es dann heißen wird: „Na, die haben damals alles richtig gemacht!“