Freitag, den 21. Juli 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Logistik 4.0 live erleben

Aktuelle Forschungsprojekte | Im Rahmen des Deutschen Materialfluss-Kongresses präsentierte der Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München aktuelle Ergebnisse der Forschung im Bereich der technischen Logistik. Das Showcase fand in der lehrstuhleigenen Versuchshalle statt und setzte den Fokus auf Konzepte zur Umsetzung der Logistik 4.0.


Die Besucher des Materialfluss-Kongresses konnten sich im Showcase des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der TU München über aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich der technischen Logistik informieren.

Die Besucher des Materialfluss-Kongresses konnten sich im Showcase des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der TU München über aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich der technischen Logistik informieren.

Der diesjährige Deutsche Materialfluss-Kongress war im April erneut zu Gast an der Technischen Universität München. Ein fester Programmpunkt war auch in diesem Jahr das Logistik Showcase in der Versuchshalle des Lehrstuhls fml. Kongressleiter und Inhaber des Lehrstuhls Professor Willibald A. Günthner lud die Teilnehmer zu einem Besuch der Live-Vorführungen ein. Die Wissenschaftler des Lehrstuhls demonstrierten insgesamt acht innovative Umsetzungen für die Logistik 4.0. An einigen Stationen konnten die Kongressteilnehmer nicht nur die Live-Vorführungen verfolgen, sondern die gezeigten Ansätze aus der Forschung selbst ausprobieren.

Forschung im Bereich Flurförderzeuge

Drei der acht vorgestellten Projekte beschäftigen sich mit Innovationen für Flurförderzeuge. Das wichtige Thema Arbeitssicherheit wird in dem noch laufenden Forschungsprojekt PräVISION betrachtet. Durch die Entwicklung eines Assistenzsystems für den Fahrer von Flurförderzeugen sollen Unfälle mit Personen vermieden und die Arbeitssicherheit gesteigert werden. Eine selbst entwickelte Erkennung von Personen durch die Kombination einer klassischen 2D-Kamera mit den Tiefenbildern einer 3D-Kamera liefert die Grundlage für eine entsprechende Warnung des Fahrers. Das System kann zwischen Personen und der intralogistischen Infrastruktur unterscheiden. Dadurch werden Warnungen bei unkritischen Bewegungen vermieden und die Fahrer nur in entsprechenden Situationen angemessen gewarnt. Die Besucher des Showcases konnten die Erkennung selbst testen, in dem sie sich in dem Sichtbereich der Kamera aufhielten. Ein aufgebauter Großbildmonitor visualisierte die Personenerkennung in Echtzeit.
An der zweiten Station mit Bezug zu Flurförderzeugen wurde eine kostengünstige und exakte Methode zur Lokalisierung ebendieser Fahrzeuge präsentiert. Die genaue Position von Flurförderzeugen und deren Rückverfolgbarkeit spielt eine wichtige Rolle für die Umsetzung effizienter und transparenter Logistikprozesse. Am Beispiel eines Gabelstaplers konnten die Besucher eine kurze Fahrt auf einem Monitor live nachverfolgen und sich insbesondere von der Genauigkeit der Positionsbestimmung überzeugen. Während im Outdoor-Bereich bevorzugt GPS-Lösungen verwendet werden, ist diese Technologie nicht für die Indoor-Lokalisierung geeignet. Daher setzt die gezeigte Lösung auf die Ortung mittels an der Hallendecke angebrachter Marker, die durch eine 2D-Kamera erfasst werden. Die entwickelte Lokalisierung benötigt sehr wenig Rechenleistung und kann deshalb mit kostengünstiger Hardware realisiert werden.
Das abgeschlossene Forschungsprojekt Augmented Reality im Flurförderzeug komplementierte die Präsentation der Forschungsergebnisse in Zusammenhang mit Flurförderzeugen. Das Projektziel war die Untersuchung von Möglichkeiten, die das Bedienen von Gabelstaplern effizienter und sicherer machen.
Den Showcase Teilnehmern wurde ein Gabelstapler vorgeführt, der mit einem innovativen Anzeigesystem erweitert wurde. Dieses erlaubt die Darstellung von kontextrelevanten Informationen im Sichtfeld des Fahrers direkt auf der Frontscheibe. Dabei kann es sich beispielsweise um die aktuelle Hubhöhe der Gabelzinken oder die Einblendung von Navigationshinweisen handeln.

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Autoren

 Benjamin Molter

wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik der Technischen Universität München